Rigi Anzeiger
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Der Vierer-Käpt’n rammt den ersten Pflock ein

Am Rotsee haben die Bauarbeiten für den neuen Zielturm begonnen

Mario Elio Gyr, der Schlagmann des Flaggboots im Schweizer Ruderverband, liess die Pfahlramme dröhnen. Der Olympiaruderer vollzog den symbolischen ersten «Spatenstich» für den neuen Zielturm. Es ist das erste und symbolträchtigste Gebäude im Sanierungsprojekt «Naturarena Rotsee».

Für einmal wars kein Politiker und kein verdienter Funktionär, der zum «ersten Spatenstich» auf die Kommandobrücke der schweren Baumaschine stieg. Den symbolischen Akt zum Baubeginn überliess man dem Schlagmann der erfolgreichsten Mannschaft im Schweizer Ruderverband SRV. Gyr und seine Bootskameraden hatten an den olympischen Spielen in London mit dem fünften Platz im Leichtgewichts-Vierer-ohne ein olympisches Diplom erkämpft.

Damit setzten die Bauherren der «Naturarena Rotsee» ein Zeichen. Das Infrastrukturprojekt soll in erster Linie den Athletinnen und Athleten dienen. Für sie ist der Rotsee wegen seiner fairen Bedingungen und der idyllischen Lage die beliebteste Regattastrecke überhaupt. «Der Rotsee ist Kult», schwärmte der deutsche Einer-Weltmeister Marcel Hacker einmal. In krassem Gegensatz zu diesem Ansehen als Wettkampfwasser steht die Infrastruktur des Ruderzentrums am Rotsee. Gyr schilderte die Situation in seiner kurzen Ansprache am Rotsee eindrücklich. Von 16 Duschen waren letztes Jahr nicht einmal mehr die Hälfte in Betrieb. Die Sportlerinnen und Sportler zogen es vor, in den verschwitzten Ruderklamotten zum Duschen ins Hotel zu fahren oder zu laufen. Er sei stolz, wenn er seine Konkurrenten aus aller Welt dereinst in das neue Ruderzentrum am Rotsee führen könne, freute sich Mario Elio Gyr beim Baubeginn für den Zielturm.

Politik trifft Sport: Daniel Gasser, Gemeindepräsident von Ebikon, und Olympiaruderer Mario Elio Gyr lernten sich beim «Spatenstich» kennen.

Bis es soweit ist, friert der Rotsee allerdings noch einige Male zu. Der Zielturm soll zwar im Mai 2013 fertig sein und zur Schweizermeisterschaft im Juni und zur Weltcupregatta im Juli in Betrieb stehen. Er ist das sichtbare Zeichen, dass «am Rotsee etwas geht», freut sich Andy Bucher, Präsident des Regattavereins Luzern. «Wir senden ein starkes Zeichen an die internationale Rudergemeinschaft,» erklärte er am Rande des «Spatenstichs». «Im Wettkampf um zukünftige Austragungsrechte kann Luzern seinen Worten auch Taten folgen lassen.» In Luzern liebäugelt man mit einer WM-Bewerbung fürs Ende dieses Jahrzehnts. Im Gesamtprojekt mit einem Volumen von 16 Millionen Franken ist der Zielturm mit einem Budget von rund einer Million das kleinste Objekt. Aber als «Markenzeichen» des Ruderbeckens Rotsee hat er hohen symbolischen Wert.

Die Ruder- und Rotseeprominenz traf sich zum Baubeginn: Urs Hunkeler vom Regattaverein erklärt den Stand der Dinge, RVL-Präsident Andy Bucher (in der Rotsee-Hose), Olympiaruderer Mario Elio Gyr (links neben Bucher), SRV-Direktor Christian Stofer (zweiter von links) und Naturarena-Präsident Felix Howald (links aussen) hören interessiert zu.

Zweckoptimistisch beurteilt man im Verein «Naturarena Rotsee» die Finanzlage. Vor allem die erste Million an privaten Spenden stimmt die Bauherrschaft zuversichtlich. Insgesamt sollen vier Millionen an privaten Mitteln zusammenkommen. Die grossen Brocken werden von der öffentlichen Hand (Bund, Kanton, Gemeinden) erwartet. Der Beitrag von Ebikon wurde vom Verein Naturarena Rotsee zu Beginn grosszügig mit einer Millionen Franken eingesetzt. Im Aufgaben- und Finanzplan der Gemeinde sei jetzt eine halbe Million eingesetzt, erklärt Ebikons Finanzchef Herbert Lustenberger. «Verhandelt sind diese Beiträge aber noch nicht», hält Lustenberger fest, und «der Beitrag der Gemeinde Ebikon ist vor allem auch für die Verbesserung der Wege vorgesehen.» Für Ebikon ist der Rotsee nicht in erster Linie Ruderarena, sondern Naherholungsgebiet.