Rigi Anzeiger
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Deutlich mehr Gefährdungsmeldungen

Gemeindeverband KES Luzern-Land in Root

Eine starke Zunahme bei den Gefährdungsmeldungen bei Kindern und Erwachsenen, ein grosser Anstieg bei den zu betreuenden Personen. Der Gemeindeverband KES (Kindes- und Erwachsenschutz) Luzern-Land, welchem 15 Gemeinden angehören, hat es mit zunehmend komplexeren Fällen zu tun.

Verwahrlosung, Suizidalität, sexuelle und körperliche Gewalt: Es sind viele Bereiche, von denen Kinder und Jugendliche betroffen sein können. Allein in den 15 Gemeinden in Luzern-Land sind im vergangenen Jahr 125 Gefährdungsmeldungen betroffener Kinder und Jugendlichen eingegangen. Zusätzlich kamen 119 Gefährdungsmeldungen über Erwachsene hinzu.
Mit dem neuen Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, welches seit Anfang 2013 in Kraft ist, werden diese Abklärungen nicht mehr durch die einzelnen Vormundschaftsbehörden durchgeführt, sondern durch regional organisierte Behörden. Für die Gemeinden Adligenswil, Buchrain, Dierikon, Ebikon, Gisikon, Greppen, Honau, Horw, Malters, Meggen, Meierskappel, Root, Udligenswil, Vitznau und Weggis ist dafür die Kinder- und Erwachsenschutzbehörde (KESB) Luzern-Land zuständig mit Sitz in Root.
Dort werden, nebst der Abklärung von Gefährdungsmeldungen, auch behördliche Massnahmen angeordnet – von der fürsorgerischen Unterbringung bis hin zur Regelung des Unterhalts für Kinder unverheirateter Eltern. Sind die Klientinnen und Klienten auf Hilfe angewiesen, ordnet die KESB eine Beistandschaft an und überträgt dem Beistand die entsprechenden Aufgabenbereiche.

Grosse Herausforderungen
Bereits im ersten Jahr nahm die Anzahl der zivilrechtlichen Massnahmen bei der KESB enorm zu. Ende 2013 betrug die Anzahl zivilrechtlicher Massnahmen rund 1000 Fälle. Zusätzlich mussten rund 250 Gefährdungsmeldungen abgeklärt werden. Die Bewältigung dieser enormen Zunahmen an Fällen einerseits, die Umsetzung der gesetzlichen Anpassungen sowie der organisatorische Neuaufbau der Behördenfachstelle anderseits, führte dazu, dass die personellen Ressourcen für die eigentliche Fallarbeit teilweise fehlten. Mit der Umsetzung des Kindes- und Erwachsenschutzgesetzes und dem starken Anstieg von Gefährdungsmeldungen und Fällen stehen alle Kantone und Gemeinden vor grossen Herausforderungen. Auch für die Zukunft stellt Amadé Koller, Gemeindepräsident von Honau und seit Oktober 2013 Präsident des Gemeindeverbandes KES Luzern-Land, «noch Handlungsbedarf fest». Dies betreffe insbesondere optimierte Abläufe, den Ressourcenbedarf und die Koordination zwischen den einzelnen Stellen. Und dies, so Koller, «immer auch zum Nutzen unserer Klientinnen und Klienten».
Die KESB lag in ihrem ersten Betriebsjahr rund 360’000 Franken unter dem Budget. Das Mandatszentrum schliesst mit einem Mehrertrag von 240’000 Franken ab. Der Antrag der Gemeinde Adligenswil, den Mehrertrag der Rechnung 2013 an die Verbandsgemeinden zurückzuerstatten, wurde von der Delegiertenversammlung des Gemeindeverbandes KES abgelehnt. Die Mehrheit der Gemeinden vertrat die Ansicht, dass dieses «finanzielle Polster» dem Verband zur Verfügung gestellt werden sollte.

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