Rigi Anzeiger
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Dicke Post aus Adlige für Regierung

Achtungserfolg für den frustrierten Busbenützer Hans Marty

Rund 500 identische Postkarten sind beim Luzerner Regierungsrat in den letzten Tagen eingegangen. Darin fordern «verärgerte Adligenswiler und Ebikoner» die Beibehaltung der Postautolinie 73. Inszeniert wurde die Postkarten-Aktion vom Adligenswiler Hans Marty.

Hans Martys (77) etwas später Einsatz hat sich gelohnt: Rund 500 frustrierte Postautobenützer hat er dazu bewogen, auf eigene Portokosten dem Regierungsrat vorgedruckt ihre solidarische Meinung zur bereits beschlossenen Postautoroutenänderung kundzutun.

«Solche tiefgreifenden Beschlüsse wie diese Routenänderung kann ich als freier Bürger nicht untätig einfach so durchgehen lassen», begründet Hans Marty seine Aktion. Er hat eine Art Flugblatt mit integrierter Postkarte verfasst. Darauf fordert er den Verzicht auf eine Änderung der Postautoroute 73. Mit all den in den vergangenen Wochen und Monaten oft gehörten und gelesenen Argumenten. Ergänzt mit zwei Leserbriefen aus ungenannten Zeitungen. Das unterste Drittel des Flugblattes ist als Postkarte gestaltet und betitelt mit «Sehr geehrter Herr Regierungsrat Küng – Wir wollen, dass die jetzige Postautolinie 73 erhalten bleibt». Auf der Rückseite postkonform die amtliche Anschrift des Regierungsrates. Und auf der Vorderseite über dem Postkartenabschnitt die Aufforderung: ausfüllen – abtrennen – einsenden – besten Dank für Ihre Unterstützung.

Beschluss bereits gefällt

Dieses Flugblatt haben Hans Marty und «Interessengemeinschaft» an die Haushaltungen in Adligenswil und entlang der erwähnten Postautoroute verteilen lassen.

Was es bewirkt hat, weiss Marty nicht. «Wenn Sie erfahren, wie viele Leute die Karte eingesandt haben, würde es mich auch interessieren», erklärt er dem Rigi-Anzeiger-Journalisten. «Es sind rund 500 solche Postkarten eingegangen», beantwortet Christoph Zurflüh, Sprecher des Verkehrsverbundes Luzern (VVL) die Frage. Man nehme das Anliegen dieser Einsender ernst. Aber der Beschluss zur Routenänderung sei durch den Verbundrat am 30. August 2013 gefällt worden. «Für Anträge und Vorschläge betreffend des öffentlichen Verkehrs gibt es jeweils die Fahrplan-Vernehmlassung. Aber die war im Mai und Juni», erklärt er. Und beruhigt mit dem Hinweis, dass man wie immer bei Neuerungen auch diesmal die Auswirkungen der neuen Routenwahl genau beobachten werde. Und gegebenenfalls Änderungen vornehme.

Ab 15. Dezember in Kraft

Der Adligenswiler Rentner Hans Marty, der nur gelegentlich den Bus und ansonsten sein Auto benutzt, hat also mit seiner Flugblattaktion nichts erreicht. Ist er enttäuscht?

«Nein – ich habe getan, was ich tun musste», sagt er. Was ihn die Aktion gekostet hat, will er lieber für sich behalten. Nur soviel sagt er: «Dafür hätte ich mir eine schöne Ferienwoche in der Schweiz leisten können». Dazu kommt, dass er von Regierungsrat Robert Küng in der Sache angeschrieben worden ist. «Er hat mir geschrieben, dass er nicht zuständig für den Entscheid bezüglich der neuen Route sei», berichtet Hans Marty. Immerhin ist der Adligenswiler Hans Marty nun also wer. Einer der vielen, die sich fürchterlich über die Routenänderungen der Bus- und Postautolinien 26 und 73 ärgern. Vor allem ab dem 15. Dezember. Denn dann treten sie in Kraft.