Rigi Anzeiger

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« Die Balance zwischen Arbeit und Freizeit muss stimmen »

Menschen im Gespräch mit Nadja Niederberger-Styger, Familienfrau und Podologin, Ebikon.

«Mich fasziniert das Wirken und das Bewirken, mein Know-How einzusetzen und als Hauptgrund zielführend zum Wohl des Patienten zu arbeiten», bezeichnet Fusspflegefachfrau Nadja Niederberger-Styger ihre Passion. Bevor die aparate 37-jährige in ihrer Praxis in Ebikon so weit war, gab es einen geplatzten Berufstraum. «Als grosse Leere», beschreibt Nadja Niederberger-Styger ihr Gefühl als sie an der Eignungsprüfung zur Krankenschwester scheiterte.

Prägende Ausbildung
Eine Schulkollegin riet ihr zur Podologin. Nach den Schnuppertagen setzte die junge Frau alles daran, eine Lehrstelle zu finden. Schnell war der Lernenden klar, dass der Weg nur in die Selbständigkeit führen konnte. Aber erst galt es die Ausbildung abzuschliessen. Dies bei zwei unterschiedlichen Lehrmeistern, da es in Willisau zu einem Abbruch der Ausbildung kam. Sie sei im jugendlichen Leichtsinn übers Ziel hinaus geschossen, habe Kompetenzen überschritten, blickt Nadja Niederberger-Styger zurück.

Danach in Bern, lernte sie «extrem viel». Der sehr kompetente Ausbildner priorisierte medizinische Arbeit und podologische Therapien wie Spangen, weitere Hilfsmittel und weniger das Lackieren der Nägel. Über den Umgang mit Mitarbeitern und Patienten mag sie ihrem damaligen Lehrmeister kein so gutes Zeugnis ausstellen: «Trotzdem, die Zeit dort prägte mich – besonders auch in Bezug auf ihre heutigen Führungsqualitäten». Nach einem Abstecher in eine «topmoderne, schöne und überaus hygienische» Praxis in Cham war der Zeitpunkt für den Schritt in die Selbstständigkeit da.

Nadja Niederberger-Styger mit Mops Caruso auf einem ihrer täglichen Spaziergänge im Ebikoner Erholungsgebiet. Bild www.sarahmathis.ch

Nadja Niederberger-Styger mit Mops Caruso auf einem ihrer täglichen Spaziergänge im Ebikoner Erholungsgebiet. Bild www.sarahmathis.ch

Selbständigkeit erkämpft
Die 21-jährige setzte den lang gehegten Wunsch nach einer eigenen Podologie-Praxis in die Tat um. Zu jung und zu wenig Berufserfahrung um einen Bankkredit zu bekommen, kam Vater Styger ins Spiel. «Es brauchte viel Überzeugungsarbeit und etliche Diskussionen, bis mein Vater das Darlehen sprach». Solo, mit einem Behandlungsraum an der Luzernerstrasse, folgte im Dezember 2003 der Startschuss. «Der Anfang war hart», sagt die Kämpferin heute. Doch nach einiger Zeit florierte die Praxis . Erst stellte sie eine Lernende ein, aktuell beschäftigt die Geschäftsfrau fünf Mitarbeiterinnen. Sie geniesst das Hoch, die vollen Bücher – behält aber die Gesundheit der Mitarbeiterinnen im Auge. In der Podologie ist es nicht nur die medizinische Arbeit am Fuss, denn jeder Patient trägt seine eigenen Geschichten mit. Diese sind teilweise lustig, lehrreich aber es sind auch Schicksale dabei, die Nachdenklich stimmen. All dies gilt es im Umgang mit Mitarbeiterinnen zu berücksichtigen. «Ich achte darauf, dass in unserem Team kein zu grosser Stress entsteht, darum schicke ich ab und zu die eine oder andere Mitarbeiterin früher nach Hause».

Sorge tragen zur Gesundheit
Und wie schützt sich Nadja Niederberger-Styger vor Überforderung? «Ein toleranter Mann als ruhender Pool – im Gegensatz zum mir als Wirbelwind sowie unser neunjähriger Sohn helfen mir dabei!» Im Berufsleben ist Daniel Niederberger tätig beim Vbs im Helikopterunterhalt. Er scheut keine Arbeit, sieht wo Unterstützung nötig ist, giesst beispielsweise ungefragt die Blumen oder hilft bei Haushaltarbeiten. Kennengelernt haben sich der gebürtige Dallenwiler Daniel und die Ebikonerin Nadja 2005. Geheiratet wurde 2008, ein Jahr später kam ihr Sohn zur Welt: «Schön der Reihe nach, wie es sich gehört», gibt sie lachend preis. Im Frühsommer zog die Familie in das von ihrem Vater übernommene Einfamilienhaus ennet der Ron. Der Arbeitsweg ins Ebikoner Zentrum ist so gut mit dem Velo zu bewältigen. Sportlich zu Fuss ist die Familienfrau beim Nordic Walking zwei Mal pro Woche unterwegs. «Im Wald so richtig den Kopf auslüften kann ich beim täglichen Auslauf mit Caruso, meinem altdeutschen Mops.»

Verliebt in Amerika
Bei der sich selber als Perfektionistin bezeichnenden Unternehmerin will alles gut überdacht und geplant werden. Lange hat sie es sich überlegt ab August einen Line-Dance-Kurs zu besuchen. «Ich bin ein USA-Fan. Auf einer Reise mit einer Freundin hat es gefunkt!» In einem Roadhouse habe sie den Tanz zum ersten Mal gesehen. Die Familie bereiste danach die USA noch während neun Wochen: «Ich bin in Amerika verliebt!» Ihr gefalle die Toleranz der Leute gegenüber Kindern und handicapierten Menschen: «Da könnten sich die Schweizer noch eine Scheibe abschneiden!» Aber auch das Land mit seiner wunderbaren Natur und der abwechlungsreichen Flora und Fauna haben es ihr angetan.

Aktuell geniesst die Familie erst mal das kürzlich bezogene Eigenheim und macht Familienferien in der Schweiz. «Wir sind keine Mittelmeer-Buffet-Feriengäste». Nach Wünschen für die Zukunft gefragt, weiss Nadja Niederberger-Styger was ihr wichtig ist: «Gesundheit, Schaffenskraft und dass das Netz aus Familie und Freunden weiter bestehen bleibt – es ist mein Wurzelwerk!»  Marlis Jungo

In der nächsten Folge von «Menschen» wird uns Peter Stutzer mehr zum Thema Apfelschaumwein mit Holunder verraten. Er holte 2017 die Goldmedaille am 25. Schweizer Süssmost-Qualitätswettbewerb des Obstverbandes.

Razli

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