Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Die fehlende Liegenschaftssteuer reisst Löcher in Gemeindekassen

Abstimmungsresultate Rontal und Rigiland

Das Ja zur Abschaffung der Liegenschaftssteuer im Kanton Luzern wird sich konkret auf die Gemeinden auswirken. Der Steuerausfall beträgt je nach Gemeinde über eine halbe Million Franken. Nun wird das Thema Steuererhöhung vielerorts sehr konkret.

Ein Blick auf die Abstimmungsresultate in den Gemeinden im Einzugsgebiet des Rigi Anzeiger zeigt ein interessantes Bild. Adligenswil, Buchrain, Ebikon, Gisikon, Greppen, Honau, Meggen, Meierskappel, Root, Udligenswil, Vitznau und Weggis gehören zum Wahlkreis Luzern-Land, der sich mit 59,26 Prozent für die Abschaffung der Liegenschaftssteuer aussprach. Er liegt damit über dem kantonalen Schnitt, der 57,02 Prozent beträgt. Am deutlichsten war der Ja-Anteil in Honau mit 76,67%, gefolgt von Gisikon mit 75,68% und Meierskappel mit 75,09%. Den geringsten Ja-Stimmen-Anteil verzeichnet die Gemeinde Ebikon, wo sich 59,40 % der Abstimmenden für die Vorlage aussprachen.

Unter dem kantonalen Schnitt von 53,35 Prozent liegt der Wahlkreis Luzern-Land

hingegen beim Ja-Stimmenanteil für die «Masseneinwanderungsinitiative». Insgesamt sprachen sich 51,96 Prozent der Abstimmenden für sie aus. Die Tabelle der Befürworter führt Gisikon an mit 62,16% Ja-Stimmen. Meierskappel liegt auf dem zweiten Platz mit 59,71 Prozent. Dicht dahinter liegt Dierikon mit 59,07 Prozent. Als einzige Gemeinden im Einzugsgbeit des Rigi Anzeiger lehnen Meggen (1801 Nein gegenüber 1389 Ja) und Adligenswil(1310 Nein gegenüber 1099 Ja) die Initiative ab.

 

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Die Abstimmungen in den Gemeinden als Überblick.

 

Auswirkungen auf die Gemeinden

Katerstimmung nach der Abschaffung der Liegenschaftssteuer

 

Root: Noch mehr Spardruck

«Wir rechnen mit einem Fehlbetrag von rund 265000Franken. Das erhöht den ohnehin enormen Spardruck zusätzlich. Das Budget muss dementsprechend überarbeitet und die Frage der erträglichen Schmerzgrenze diskutiert werden.»

Heinz Schumacher, Gemeindepräsident Root

 

Udligenswil: Budgetprozess

«Nach unseren Schätzungen wird sich der Steuerausfall auf zirka 105000Franken belaufen. Über allfällige weitere Konsequenzen wird der Gemeinderat im Rahmen des Budgetprozesses diskutieren.»

Thomas Rebsamen, Gemeindepräsident Udligenswil

 

Meggen: etwa eine halbe Million

«Der Steuerausfall für die Gemeinde Meggen bewegt sich im Rahmen von 0,5 Mio. pro Jahr. Dieser Betrag ist im Vergleich zu anderen Gemeinden, aufgrund der hohen Bodenpreise, verhältnismässig hoch. Konkret fällt mit der Liegenschaftssteuer eine relativ genau bekannte Ertragsposition weg, was in den kommenden Budgets entsprechend zu berücksichtigen ist.»

Urs Brücker, Gemeindepräsident Meggen

 

Ebikon: Das gibt zu reden

«Der Steuerausfall beträgt für Ebikon ungefähr 550000Franken. Im Rahmen der Erarbeitung des Finanz- und Aufgabenplans im kommenden Juni wird sich der Gemeinderat mit den daraus resultierenden Fragen beschäftigen.»

Herbert Lustenberger, Finanzvorsteher Ebikon

 

Buchrain: Der Ruf nach mehr Einsparungen ist fast zynisch

«Der Liegenschaftssteuerertrag der Gemeinde Buchrain beläuft sich aktuell auf 260000Franken pro Jahr. Nun fallen diese Erträge ersatzlos weg. Kompensationseffekte gibt es keine. Da mit der reinen Abschaffung dieser Objektsteuer keine Leistungen abgebaut werden und der finanzielle Handlungsspielraum für die nächsten Jahre ausgeschöpft ist müssen die Ausfälle wohl mit einer zusätzlichen Steuererhöhung aufgefangen werden. Das habe ich frühzeitig und öffentlich kommuniziert. Dies waren keine leeren Worte, die Bevölkerung war sich dessen bewusst. Die aktuelle Forderung, dass diese Ausfälle mit Einsparungen kompensiert werden müssen, ist da fast schon zynisch. Unser Budget 2014 weist ein Defizit von knapp 1,2 Mio. Franken aus. Wäre da noch wesentliches Sparpotential vorhanden, so hätten wir in den vergangenen Jahren unseren Job nicht gemacht.»

Patrick Bieri, Finanzvorsteher, Buchrain