Rigi Anzeiger
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Die Inthronisation eröffnete den «Carnevale»

Der Rotseezunftmeister machte das Höfli zur Grande Piazza

Der Carneval in Venedig war an der Inthronisation des Ebikoner Rotseezunftmeisters Peter I. (Peter Mühlebach) allgegenwärtig, bei der Insignienübergabe wie auch an seiner Feier im Kirchenzentrum Höfli, das Zunftpräsident Jörg Bucher kurzerhand in Grande Piazza Höfli umbenannte.

Leicht fiel es Markus Affentranger nicht, der mit viel Herzblut sein Amtsjahr als Rotsee-Zunftmeister im 2013 bestritt, die Insignien an seinen Nachfolger Peter Mühlebach abzugeben. «Es war wirklich alles affengeil», schloss er dennoch seine Abschiedsrede. Umrahmt von venezianischen Fasnachtsfiguren und einer Gondola gab der neue Zunftmeister Peter I. kund: «Ich freue mich mit Euch auf eine rüüdig, schöne Fasnacht.» Ob er dabei eher jene in Venedig meinte, die in Form von stilvoller Saal- und Tischdekoration auch an seiner Feier im Höfli zur Geltung kam? Sie waren ein Hinweis auf das Motto, das Peter I. und sein Weibel Patrick Imboden bereits im Herbst bekannt gaben: «De Peti ond de Pädi met ehrem Charm, schlönd z Äbike a de Fasnacht Alarm. Ab sofort gilt: Carneval Total!»

 

Erste Amtshandlung

Eine Erklärung zum venezianischen Ambiente hatte in der «Grande Piazza Höfli» der Zeremonienmeister Marco Bühlmann, parat: «Peter I. ging im Winter nach Venedig, um sich sprachlich und auch carnevalistisch fortzubilden.» Mehr war im Verlaufe des Abends dann nicht mehr zu erfahren. Doch vorweg: Nach dem das Zunftmeister- und Weibelpaar von den Gästen – alle mussten Gesichtsmasken aufsetzen – mit Konfettischlangen beworfen und auf die Bühne traten, hob Jörg Bucher zum Schalk an. Er schenkte Peter I. und seiner Lebenspartnerin Pia Leipold einen Rotseezunft-Teppich samt Teppichklopfer. Aus den begleitenden Worten Buchers konnte geschlussfolgert werden, dass er damit einen Fänger für Konfettis schenkte. Einen Ziegelstein samt Mini-Golf GTI, den ihn stets an eine vorsichtige Fahrweise beim Chauffieren des Zunftmeisters erinnern soll, erhielt Weibel Patrick Imboden. Anschliessend durfte Peter I. zu seiner ersten Amtshandlung schreiten: Er schlug Andreas Stübi aus Adligenswil zum neuen Zünftler. Derselbe hätte noch ein «Meisterstück» abliefern müssen. Da sein Kompagnon ausfiel, muss er dieses im kommenden Jahr nachholen. Ein Überraschungsgeschenk der musikalischen Art machte daraufhin das Weibelpaar Patrick und Barbara Imboden dem Zunftmeister und regelmässigen Besucher des Tattoo in Basel mit dem Auftritt einer Dreierformation der Swiss Highland Pipers aus Zug. Peter I. hatte ob diesem Konzert derart Freude, dass er eilends den Pipers und dem Drummer hinterherlief und ihnen für ihre Spielkunst dankte. Alsbald war er so ins Gespräch mit den drei Männern vertieft, dass er wieder in den Saal zurückgeholt werden musste.

 

Doppelter Peter I.

Apropos Charme: Den wusste Peter I. den ganzen Abend lang mit seinem Lachen im Höfli-Saal zu verbreiten. Sein Zwillingsbruder Markus Mühlebach stand ihm allerdings nichts nach. Er sass als einer von drei Kandidaten bei «Herzblatt», das die jüngsten Familienmitglieder des Zunftmeister- und Weibelpaares inszenierten. Die Mehrheit des Saales sah ihn als Peter I. Einzig Pia Leibold konnte Markus Mühlebach nicht täuschen. Mit «Wer wird Supertalent 2013» adaptierten der Nachwuchs eine weitere Fernsehshow. Peter I. und Pia Leipold mussten ihr Können in den Disziplinen Singen, Tanzen, Ball- und Flötenspiel unter Beweis stellen. Bei letzterem griff in der Not der Rotseezunftmeister auf die Spielkunst einer Tochter des Weibelpaares. Es ist zu vermuten, dass dank ihr der Talentwettbewerb zu seinen Gunsten mit 3:1 ausfiel.

 

Gesanglicher Reigen

Der Auftritt der Rotsee-Spatzen hat an Inthronisationen der Rotseezunftmeister Tradition. «Es gibt nebst der Ron und der Reuss auch einen Mühlebach», klärte Reporter Urs Styger eingangs zum Lied «An den Ufern des Mühlebach-River» auf. «Es lebe der Sport» zielte auf den ehemaligen Leichtathleten in der Schweizerischen Nationalmannschaft Peter Mühlebach und seine Jugendlichkeit ab. Den Reigen schlossen die Rotseespatzen mit Johann Strauss’ «Eine Nacht in Venedig», wobei sie stimmliche Verstärkung in der Person des Rooter Alois Rettig erhielten. Die Einladung in die Gondel zu steigen, die der ehemalige langjährige Gemeindeschreiber von Ebikon, Albert Mattmann trug, konnte Peter I. kaum Folge leisten, jedoch das Schmuckstück bewundern.

 

Ein Beinahe-Feuerchen

Der Präsident der Fasnachtsgesellschaft Würenlingen (Partnerzunft der Rotsee-Zunft) André Wenzinger, wollte Peter I. und Patrick Imboden in ihren Kenntnissen als ehemalige Jungwächter testen. Er rüstete sie mit ein paar Holzscheiten aus, um ein Feuerchen auf der Bühne zu entfachen. Beide schritten wie geheissen zur Tat. Da hielt so mancher den Atem an, denn es sah sehr echt aus. Doch Wenzinger stoppte sie und rüstete den Zunftmeister und Weibel mit Würenlinger Würsten und Tranksamen für ein späteres Picknick im Freien aus. Wirklich ein Feuer anderer Art entfachte die Guuggenmusig Gluggsi-Musik aus Ebikon. Sie setzten zum kakaphonischen Schlusspunkt der Feier an.