Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Die junge Generation zieht weg

Bachelorarbeit zu Bevölkerungsentwicklung im Rontal liegt vor

Der Anteil der jungen Generation nimmt im Rontal kontinuierlich ab, jener der Ausländer zu und das Rontal ist prädestiniert für den Mittelstand. Eine vom Verein Chance Rontal in Auftrag gegebene Bachelorarbeit zeigt interessante Ergebnisse.

Der Verein Chance Rontal hatte im 2012 bei der Hochschule Luzern eine studentische Arbeit auf Stufe Bachelor in Auftrag gegeben. Ziel war es, aufzuzeigen, wie sich die Bevölkerungsstruktur durch die Entwicklung der Zuzüge von Zug/Zürich sowie durch die steigenden Lebenshaltungskosten im Rontal verändert und wie ein guter Bevölkerungsmix erhalten werden kann. Die Bachelorarbeit „Das Rontal im Wandel. Analyse für eine nachhaltige Bevölkerungsentwicklung“ zeigt interessante Ergebnisse. Der Anteil der jungen Generation nimmt demnach kontinuierlich ab. Für diese besitzen Zentren und Kernstädte einen hohen Attraktivitätswert. Bei den Senioren (65+) fällt auf, dass sich diese Altersgruppe bei einem aktuellen Anteil von 10 Prozent stets vergrössert. Der Ausländeranteil hat im Rontal mit wenigen Unterbrüchen ebenfalls stetig zugenommen und liegt aktuell bei 19,4 Prozent. Die Experten erachten das Rontal als weitgehend prädestiniert für den Mittelstand. Auch die zukünftige Hauptzielgruppe für Neuzuzüge soll der Mittelstand sein.

Die Arbeit zeigt auf, dass die Politik jedoch nur indirekt Einfluss auf die Steuerung der künftigen Bevölkerungsentwicklung nehmen kann. Dieser Einfluss beschränkt sich auf die Schaffung vorteilhafter Wohnstandort- und Wohnobjekteigenschaften. Eine aktive Migrationssteuerung ist praktisch ausgeschlossen. Einerseits ist der Wohnungsmarkt absolut liberal, andererseits sind die Umzugsgründe der Haushalte mehrheitlich privat motiviert und ergo politisch kaum beeinflussbar.

Aber: Die Gemeinden können die Bevölkerungsentwicklung mittels folgender Einflussfaktoren indirekt steuern: Mobilität, Raumplanung und Image.

Verkehrserschliessung und Image

Das Rontal ist stark belastet durch die Autobahn sowie die Hauptstrassen. Die Verkehrserschliessung bleibt die Achillesferse dieser Entwicklungsachse und entscheidet über den zukünftigen Erfolg. Die Verkehrskapazitäten können nicht mehr wesentlich erhöht werden, obwohl die Bevölkerungszahl und das Gewerbe kontinuierlich zunehmen. Das Rontal ist stark auf den motorisierten Individualverkehr ausgelegt, der Langsamverkehr wird derzeit benachteiligt. Auch dem öffentlichen Verkehr soll künftig eine hohe Priorität zugewiesen werden.

Die räumlichen Gegebenheiten prädestinieren das Rontal als Wohnregion für den Mittelstand. Es ist absehbar, dass die Anzahl Einpersonenhaushalte zunehmen wird. Dafür können innovative und nachhaltige Überbauungen konzipiert werden, betreute Alterswohnungen, gemischte Wohnformen und Altersresidenzen an gut erschlossenen Lagen.

Studien haben gezeigt, dass private Umzüge vorwiegend aufgrund einer Veränderung der Haushaltsform erfolgen. Und dafür ist das Image einer Gemeinde entscheidend, ob sie attraktiv genug ist für einen möglichen Zuzug. Der zweitwichtigste Umzugsgrund ist eine veränderte Arbeitsplatzsituation. Demzufolge sind die angebotenen Arbeitsplätze in der Region ebenfalls massgebend für die künftige Bevölkerungsstruktur.

Kinderfreundlichkeit und Investitionen in die Jugend- sowie Familienförderung zahlen sich langfristig ebenfalls aus.

«Die Studie bekräftigt, dass das Rontal die Voraussetzungen erfüllt, um nachhaltig als Wirtschafts- und Lebensraum prosperieren zu können. Im Hinblick auf das angestrebte Wachstum sollten die Gemeinden jedoch die aufgezeigten Herausforderungen in ihren Strategien berücksichtigen», so Patrick Bieri.

 

Die Altersstruktur der Rontal-Gemeinden (in %)
!!Bachelorarbeit