Rigi Anzeiger
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Die KVA Ibach im Lichtermeer

Ibach/Emmenbrücke: Finalissima in der KVA Ibach: Mit Funken und Flammen, mit Bums und Knall wurde die Kehrichtverbrennungsanlage Ibach am Freitag, 9. Januar 2015 in den Ruhestand gefeuert.

Fast zu schön für einen Abschied: Ein gewaltiger Lichtervorhang sprüht über die Fassaden der in den Ruhestand versetzten KVA Ibach.

Fast zu schön für einen Abschied: Ein gewaltiger Lichtervorhang sprüht über die Fassaden der in den Ruhestand versetzten KVA Ibach.

jp. Die Szenerie stimmte. Die massiven Gebäude der KVA Ibach ragten ohne Licht in den schwarzen Nachthimmel. Mitarbeitende, Partner und Gäste meist in dunkler Kleidung. Fast wie an einer Beerdigung. Doch einige Pyromaniker in roten Gewändern, viele Gläser und Flaschen und Stehtischchen liessen einen anderen Anlass vermuten. Die ehrwürdige KVA wurde mit einem stimmungsvollen Abendanlass in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Rund 250 Eingeladene erlebten vor der grauen Kulisse der KVA einen Apéro, verbunden mit einem spektakulären Feuerwerk. Um 18.30 Uhr begrüsste Martin Zumstein, Vorsitzender der Geschäftsleitung REAL, die Gästeschar mit einem Hinweis auf die wichtige Bedeutung des Feuers. Feuer bedeutet Licht, Wärme, Dynamik, Energie. Und diese Eigenschaften waren in der Kehrichtverbrennungsanlage Ibach während mehr als 40 Jahren tragende Elemente. Mit dem letzten Feuer aus der KVA gings weiter. Martin Zumstein entzündete mit einer Fackel die Zündschnur für den Start des Feuerwerks. Choreografiert mit Musik schossen taktgenau Flammen in die Höhe, Vulkane sprühten, Sonnen drehten sich, ganze Lichtervorhänge zeigten sich, Raketen zischten in den Nachthimmel. Ein perfektes Schauspiel!

Nach einer symbolischen Übergabe des Feuers durch Martin Zumstein an den Chef der Renergia, Ruedi Kummer, dislozierten alle Eigeladenen zu einem Nachtessen in die Viscose Eventbar in Emmenbrücke. Hier brachte der Auftritt von Sergio Sardella, Secondo aus Emmenbronx, zum aktuellen Thema «Güsel» viele Lacher in den Festsaal.

 

Nachgefragt bei Adrian Schuler, Projektingenieur und Kommunikation, Renergia

adrian schuler renergia

Am Montag, 5. Januar 2015, wurde in der neuen Kehrichtverbrennungsanlage Renergia in Perlen das erste Feuer entfacht – durch wen?
Das erste Feuer wurde durch Verwaltungsratspräsident Dr. Franz Xaver Muheim, Verwaltungsrat Martin Zumstein und Jürg Meyer entfacht, also durch die Initianten des Renergia-Projekts.

Wie verlief diese Premiere und wer nahm daran teil?
Alle Mitarbeitenden wurden an diese Premiere eingeladen. Insbesondere für die Projektleitung der Renergia und die Lieferfirma des Verbrennungssystems (Hitachi Zosen Inova AG, ehemals Von Roll Inova aus Zürich) war dieser Moment doch speziell, da die Früchte der intensiven Planungs- und Montagearbeiten erstmals ersichtlich wurden.

Wie viel Abfall wurde seither in der neuen Anlage verbrannt?
Im Moment – im sogenannten Ausblas-Betrieb – wird noch sehr wenig Abfall verbrannt. Die Kessel werden täglich zweimal auf Leistung gebracht. Der entstehende Dampf wird für eine Innenreinigung des Kessels anschliessend ausgeblasen. Im Vollbetrieb wird jede der beiden Verbrennungslinien rund 12.5 Tonnen Kehricht pro Stunde verwerten.

Aus welchen Gemeinden stammt der Abfall?
Seit dem 5. Januar 2015 gelangt der Abfall von REAL (Luzern und Agglomeration) und des GKRE (Entlebuch) zu Renergia. Ebenfalls gelangen viele regional anfallende Abfälle der Entsorgungsbetriebe zu Renergia. Im Verlaufe des Jahres kommen laufend die Abfälle der weiteren Zentralschweizer Abfallverbände hinzu, bis Anfangs 2016 alle Abfallverbände bei Renergia anliefern.

Läuft der Betrieb rund oder mussten noch Optimierungen vorgenommen werden?
Über alles betrachtet ist der Start gut verlaufen. Im Moment bedienen die Lieferanten die Öfen und Komponenten. Unsere Mitarbeitenden durchlaufen intensive Schulungstage und übernehmen Schritt für Schritt Arbeiten und Funktionen. Gerade diese erste Betriebsphase wird da und dort sicher noch Optimierungsmöglichkeiten aufzeigen, was aber durchaus normal ist bei einer so komplexen Anlage.

Was geschieht als nächstes in der Renergia?
Die zweite Ofenlinie wird am 19.1.15 zum ersten Mal gezündet. In Kalenderwoche 16 startet der Probebetrieb. In den darauffolgenden rund drei Monaten wird jede Komponente der Anlage auf deren Funktion und Leistung geprüft. Im Juni 2015 wird – sofern alles klappt – die gesamte Anlage durch die Renergia Zentralschweiz AG abgenommen.

Wann wird das Fernwärme-Netz angeschlossen?
Der erste Ast in Richtung des Dorfes Root soll für die Heizperiode 2015-2016 betriebsbereit sein.