Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Die Liebe machte die «ghörige» Schwyzerin zur Ebikonerin

Menschen im Gespräch, diese Woche mit Solojodlerin und Jodellehrerin Iren Kiser.

Geboren als Heinzer wuchs Iren Kiser in Schwyz auf. Wo noch heute ihre Mutter und drei Geschwister wohnen. Die Liebe zog sie nach Ebikon. Zwei Töchter und ein Sohn vervollständigen die Familie der aktiven Familienfrau. Wobei dieser Begriff viel zu kurz greift. Zu vielseitig sind Interessen, Ausbildungen, Fähigkeiten und Arbeitslust der 52-Jährigen. Blenden wir zurück in den überschaubaren Flecken Schwyz. Schon als Erstklässlerin, fähig ihren Namen zu schreiben, entschied die auf Irene Maria Getaufte, künftig das letzte «e» von «Irene» wegzulassen. «Ich wurde ‹Iren› gerufen und wollte weder eine Irene noch eine Irène sein.»

Prägende Ausbildung
Mit leichterem Namensgepäck stand als nächstes Projekt die Aufnahme in die damalige Schwesternschule des Kinderspitals Luzern an. «Das war immer mein Berufswunsch,» Die 18-jährige Iren hatte Glück und durfte 1983 die Lehre als KWS-Schwester – Kinder-Wöchnerinnen-Säuglingsschwes­ter – beginnen. «Die drei Jahre waren prägend. Wir alle logierten im Personalhaus, da ging es manchmal lustig zu und her auf dem gemeinsamen Stockwerk » Nebst Ausbildung kam der Ausgang, auch in die Disco, aber nicht zu kurz. «Ich treffe mich noch heute mit drei Freundinnen von damals!» Jährlich anfangs Dezember backen sie zusammen «Chräpfli», Weihnachtsguetzli. Die Zeit von 9 bis 21 Uhr vergehe im Flug mit Auswallen, Ausstechen, Formen, Anstreichen und vor allem mit reden.

Solojodlerin und Jodellehrerin Iren Kiser in der Schwyzer Sonntagstracht. Bild zVg

Solojodlerin und Jodellehrerin Iren Kiser in der Schwyzer Sonntagstracht. Bild zVg

Familienfrau und Beruf
Nach der Geburt der ersten Tochter Manuela war es Iren Kiser ein Anliegen, weiter im Beruf zu bleiben. Das «Familiennetzwerk» ermöglichte ihr weiterhin mit 30 Prozent im Kispi zu arbeiten. Später, angefragt für 50 Prozent, «war mir das zu viel, das Familienleben zu wertvoll», sagt die Mutter und KWS-Schwester rückblickend. Im Spital habe sie dann in Schwyz auf der Wöchnerinnenstation jeweils den Nachtdienst von halb Acht bis halb Acht übernommen. «Es war eine Win Win-Situation: Ich blieb im Beruf, ‹s Schwyzer Grosi› erfreute sich an den Enkelinnen und nicht zuletzt Gotte und Götti an ihren Gottenkindern während ich arbeitete!» 1996, wechselte Iren Kiser als Erwachsenenbildnerin zum Schweizerischen Roten Kreuz SRK in Luzern. Sie baute das Rotkäppli-Angebot auf, wo Mütter in Notfällen die Hilfe einer Nurse anfordern können, hielt während 20 Jahren Kurse in Babysitting und Babymassage.

Beruflicher Scheideweg
Nach Aus- und Weiterbildungen in Massage, Fussreflexzonen-Behandlungen und Bachblütentherapien fragte sich die Fachfrau: wohin führt mein Weg? «Ich hatte einfach Lust und Energie nebst Kindern und Haushalt etwas zu tun!» Soll es in Richtung Naturheilkunde gehen oder besuche ich die Chorleiterausbildung des Zentralschweizerischen Jodelverbands? Sie entschied sich für die Musik und hat es seither nie bereut. Die einjährige Dirigentenausbildung schloss Iren Kiser 2001 mit dem Diplom ab. Viele Jahre Chöre leiten und Jodelunterricht geben befähigten sie schliesslich den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.

2017 gründete Iren Kiser ihre eigene Jodelschule in Ebikon.

Weiteres liest sich auf den Webseiten der Jodelschule www.jodle.ch und des Jodelduetts www.jodler-duett.ch. So sind nebst humorvollen Eigenschaften auch die Lieblingsgerichte gelistet: Kaiserschmarren und «verlorene Eier» in Tomatensauce auf einem «Ringel» in Butter gebratenem Brot. Das letztere Gericht sei von ihrer Mutter und werde von allen Kisers sehr geschätzt.

Jodeln «ghörig» erlernt
So kann Iren Kiser Jodeln, ihre Passion, ihr Hobby mit Herzblut zum Beruf machen – familiäre «Vorbelastung» inklusive. Vater Heinzer war Sänger im Jodelklub «Echo vom Mythen» Schwyz. Mit Jodeln begann Iren in Luzern im Frauenjodelchor. Es folgten neun Jahre Unterricht bei Franz Markus Stadelmann. Seit bald 20 Jahren singt sie mit ihrer Schwester Hedy Hodel im Duett. Viele wunderschöne Auftritte im In – und Ausland durften sie erleben. Als Jodelduett Kiser-Hodel produzierten sie zwei CDs. Auf der CD «Voll Sunneschyn» singt sie auch mit ihrer Tochter Manuela Amrein Kiser ein Duett: «Die Tradition geht weiter!» Als Dirigentin des Jodlerklub Rotsee Ebikon amtet Iren seit 2015. «Gsund und bi Stimm bliibe!», sind die beiden Wünsche der fröhlichen Powerfrau, engagierte Besitzerin der Jodel-Schule in Ebikon. Marlis Jungo

In der nächsten Folge am 6. April stellen wir zwei Vitznauer Bierbrauer vor. Vater Peter Meier und Sohn Dani gehören zu den Gründungsmitgliedern des seit 2017 bestehenden Vereins.