Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Die Mutter der Vitznau-Rigi-Bahn – Teil 3: Bio-Diesel ersetzt Dampf

Die Schweiz ist das Land der Zahnradbahnen. Nirgendwo auf der Welt gibt es auf so kleiner Fläche so viele Eisenbahnen, die mittels einer Zahnstange in die Höhe steigen. Doch kaum bekannt ist hierzulande, dass bereits zwei Jahre vor der Eröffnung der Vitznau-Rigi-Bahn, am Mount Washington in New Hampshire eine Zahnradbahn ihren Betrieb aufnahm. Sie fährt bis heute. Der Bahnjournalist Lorenz Degen war vor Ort und berichtet von der ersten Zahnradbahn der Welt – dies in einer fünfteiligen Serie.

Noch stehen zwei Dampflokomotiven im Dienst: Die Nr. 9, «Waumbek», wird abwechslungsweise mit Nr. 2, «Ammonoosuc», angeheizt.

Noch stehen zwei Dampflokomotiven im Dienst: Die Nr. 9, «Waumbek», wird abwechslungsweise mit Nr. 2, «Ammonoosuc», angeheizt.

Das jüngste Pferd im Stall: Die Diesellokomotive M6 wurde in der betriebseigenen Werkstatt gebaut und 2016 in Dienst gestellt.

Das jüngste Pferd im Stall: Die Diesellokomotive M6 wurde in der betriebseigenen Werkstatt gebaut und 2016 in Dienst gestellt.

Spuren der Rigibahnen am Bildschirm der Billettkasse.

Spuren der Rigibahnen am Bildschirm der Billettkasse.

Die Mount Washington Cog Railway liegt rund drei Autostunden nördlich von Boston in den so genannten «White Mountains», einem prächtigen, sehr waldreichen Nationalpark. Die markanten Berggipfel sind nach amerikanischen Gründungsvätern benannt, weshalb die Gipfelreihe «Presidential Range» genannt wird. Die Zahnradbahn fährt auf der eigentümlichen Spurbreite von 1,422 Metern, die heute von keiner anderen Bahn verwendet wird, einstmals aber im Nordosten der USA weit verbreitet gewesen war.

Gäste wollen Dampf
Heutiger Eigentümer der Bahn (sie befand sich seit ihrer Gründung in Privatbesitz zweier Familien) ist Wayne Presby. Unter seiner Führung wurde die Bahn in den letzten Jahren grundlegend modernisiert. Bis 2008 herrschte reiner Dampfbetrieb, seitdem wurden in der eigenen Werkstätte sechs Diesellokomotiven gebaut, die mit Bio-Diesel betrieben werden. Noch stehen zwei Dampflokomotiven in Betrieb, die Nummer 2 «Ammonoosuc», Baujahr 1875, und die Nummer 9 «Waumbek», Baujahr 1908, etliche andere sind im oder neben dem Depot abgestellt. Unter Dampf ist während der Hochsaison eine von beiden, die auch als Reservemaschine dient. Fuhren vor zehn Jahren noch ausschliesslich Dampfzüge, gibt es mittlerweile nur noch einen Dampfzug auf den Gipfel, der um 8.30 Uhr von der Talstation abfährt. Wayne Presby kündigt aber an, ab Sommer 2018 einen weiteren Dampfzug in den Fahrplan aufzunehmen: «Unsere Gäste verlangen einfach nach Dampf!»

Wer ist die Steilste?
Die Strecke überwindet 1094 Höhenmeter, wofür ein Zug von der Talstation Marshfield Station bis zum Gipfel etwas mehr als eine Stunde benötigt. Der steilste Abschnitt befindet sich mit 37,41 Prozent Steigung bei der so genannten «Jacob’s Ladder» («Jakobs Leiter,» in Anlehnung an den Traum der biblischen Figur Jakob). Nach der Pilatusbahn ist die Mount Washington Cog Railway die zweitsteilste Passagier-Zahnradbahn der Welt. Die Hin- und Rückfahrt dauert etwas mehr als drei Stunden und kostet 72 US-Dollar im Diesel-Zug oder 78 US-Dollar im Dampfzug. Jede Fahrt ist für bestimmte Einsteigezeiten ausgestellt. Ein Sitzplatz ist garantiert. Länger als die vorgesehene Stunde auf dem Berg zu verweilen, ist jedoch mit gebuchter Rückfahrt nicht möglich (für Wanderer gibt es Einzelbillette). Ein aussichtsreicher Wanderweg führt in rund drei Stunden vom Gipfel zurück zur Talstation. Eine gediegene Übernachtungsmöglichkeit besteht im Hotel Bretton Woods, welches sich in unmittelbarer Nähe befindet. Das historische Haus diente als Tagungsort für das gleichnamige Notenbank-Abkommen von 1944.

Text & Bilder Lorenz Degen, Mitglied Bahnjournalisten Schweiz

 

Lesen Sie in der nächsten Ausgabe: Teil 4: Immer mehr Gäste wollen zum Gipfel

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Während der Ercheinungswochen dieser Serie verlosen wir jede Woche zwei Tageskarten für die Rigi Bahnen.

E-Mail mit Name und Adresse und dem Betreff «Rigi Bahn» an: wettbewerbe@rigianzeiger.ch
Viel Glück!

Zwei Tickets gehen an Eugen Schwyn aus Root.
Herzliche Gratulation!

 

Teil 1: Die Zahnradbahn wird erfunden

Teil 2: Die Schweiz befördert Touristen

Teil 3: Bio-Diesel ersetzt Dampf

 

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