Rigi Anzeiger
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Die neue Lebensader pulsiert durch Root

Einweihung der K17 mit einem Strassenfest am Samstag, 30. August 2014

Endlich kann die neue K17 eröffnet werden, freut sich Heinz Schumacher, Gemeindepräsident von Root. Und Regierungsrat Robert Küng ist überzeugt, dass die Bevölkerung von Root und Gisikon jetzt sowohl von weniger Verkehr als auch von einer Strassengestaltung profitiert, welche für alle Verkehrsteilnehmenden sicherer geworden ist.

Mit der offiziellen Eröffnungsfeier am 30. August 2014 nimmt eine lange Planungs- und Realisierungsphase, ein erfolgreiches Ende. Darüber freuen sich vor allem auch die Gewerbebetriebe, die in den vergangenen zwei Jahren einiges an Umtrieben zu bewältigen hatten. Sie beteiligen sich am Rooter Strossefäscht mit besonderem Genuss. Und zahlreichen Überraschungen für die Bevölkerung. Das Festprogramm folgt in der nächsten Ausgabe vom 29. August.

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Weniger Verkehr – sicherere Strassengestaltung

«Sehr geehrte Damen und Herren,

Es kommt heutzutage nur ganz selten vor, dass eine Strasse aufgrund von weniger Verkehr umgebaut wird. Im Fall der Kantonsstrasse in Root und Gisikon war dies möglich, da der Verkehr seit der Eröffnung des Zubringers Rontal massiv zurückging. Während der Bauarbeiten wurde diese Entlastung aufgrund der eingeschränkten Befahrbarkeit noch nicht sichtbar. Mit dem Abschluss des Bauprojektes profitiert die Bevölkerung von Root und Gisikon jetzt sowohl von weniger Verkehr als auch von einer Strassengestaltung, welche für alle Verkehrsteilnehmenden sicherer geworden ist. Ich freue mich sehr, den erneuerten und umgestalteten Strassenabschnitt am 30.August gemeinsam mit Ihnen einzuweihen.

Wir dürfen zurückblicken auf eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden Root und Gisikon. Gemeinsam mit dem Kanton wurde lösungsorientiert und zielstrebig gearbeitet. Dafür bedanke ich mich herzlich. Ein grosses Dankeschön gehört auch allen Beteiligten, die sich für eine gelungene Projektrealisierung eingesetzt haben.

Auch Ihnen, geschätzte Leserinnen und Leser, danke ich für Ihre Geduld und für das entgegengebrachte Verständnis bei entstandenen Unannehmlichkeiten während der Bauzeit. Ich bin überzeugt, dass es sich gelohnt hat.»

 Robert Küng Regierungspräsident 2014 Vorsteher Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement

Robert Küng Regierungspräsident 2014 Vorsteher Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement

«Das Ortsbild wird stark aufgewertet»

Gemeindepräsident Heinz Schumacher

Heinz Schumacher, klein

Mit der Eröffnung der Kantonsstrasse Root findet ein wichtiges Projekt seinen Abschluss. Welche Gedanken gehen Ihnen dazu durch den Kopf?

Endlich kann die neue K17 eröffnet werden! Sie merken, ich bin voller Vorfreude. Es freut mich, dass die Bauarbeiten an der Kantonsstrasse nun zu Ende sind und der Strassenverkehr wieder ohne grosse Hindernisse durch das Rooter Dorf fliessen wird. Unser Gewerbe entlang der Strasse hatte in den letzten zwei Jahren keine einfache Zeit. Die Geschäfte konnten teilweise nur über Stock und Stein erreicht werden. Sie packen am Rooter Strosse Fäscht die Gelegenheit und zeigen, was die lokalen Betriebe alles zu bieten haben.

Es ist nicht jedem Gemeindepräsidenten vergönnt, eine derart wichtige Strasse zu eröffnen. Ein emotionaler Moment für Sie?

Ja sehr sogar. Ich freue mich auf den offiziellen Eröffnungsakt. Es war augenfällig, dass der Neubau der Strasse nötig war. Auf der alten Kantonsstrasse konnte nicht mehr für die Sicherheit der Fussgänger garantiert werden und eine Augenweide war sie auch nicht. Dass der Neubau der Strasse in meine Amtszeit fällt, ist für mich natürlich ein sehr schöner Moment.

Sind Sie zufrieden mit dem Ergebnis?

Ja, ich bin der Ansicht, dass wir das Optimum herausgeholt haben. Es gibt natürlich den einen oder anderen nicht erfüllten Wunsch. Finanzierbarkeit oder die bestehenden Häuser, welche die Strassenbreite vorgeben, sorgten für bestimmte Vorgaben. Ich kann mit Stolz festhalten, dass unser Ortsbild stark aufgebessert wird und wir für einen guten Preis eine schöne und zweckmässige Strasse gebaut haben.

Worin besteht Ihrer Meinung nach die grösste Qualität in der neuen Strasse?

Ganz klar in der Sicherheit für Fussgänger und Velofahrer. Die neuen Trottoirs können wieder als solche erkannt werden. Sie sind durchgehend zwei Meter breit, und die neuen Fussgängerstreifen haben Mittelinseln, welche das Überqueren sicherer machen. Die Mittelstreifen auf einigen Streckenabschnitten ermöglichen zudem einen besseren Verkehrsfluss durchs Dorf. Dann lockern die beiden Kreisel Schulstrasse und Rössli die rund 1880 Meter lange Verkehrsachse auf.

Wird Root künftig keine Staus mehr haben?

Ein staufreies Root wäre auch mein Traum. Wir wissen aber, dass sich der Verkehr auf unseren Strassen in den nächsten Jahren noch steigern wird angesichts der bevorstehenden Bautätigkeiten in unserer Gemeinde. Hinzu kommt, dass wir von einem flüssigen Verkehr auf der Autobahn Richtung Zug und Luzern abhängen. Sobald es auf der Autobahn stockt, wird die Rooter Kantonsstrasse als Ausweichroute gewählt. Eine weitere verkehrstechnische Herausforderung ist zudem die Mall of Switzerland in Ebikon. Hier sind wir Rontaler Gemeinden gefordert und müssen vorausdenkende Lösungen für einen besseren Verkehrsfluss auf dem Rontalzubringer suchen.

Die Verkehrsbelastung war während der Bauzeit besonders hoch, die Staus gehörten zu Stosszeiten zum normalen Bild. Haben Sie sich manchmal auch darüber geärgert?

Ja natürlich! Vor allem dann, wenn ich einen Termin in Root hatte und für die rund zwei Kilometer Strecke ab der Autobahnausfahrt Gisikon-Root über eine Stunde benötigte. So kam es auch ein paar Mal vor, dass ich den Heimweg über das Michaelskreuz wählte. Als Trost für die längere Fahrzeit konnte ich so meine Nerven schonen und die wunderbare Fernsicht vom Michaelskreuz aus geniessen.

Haben sich verärgerte Bürgerinnen und Bürger an den Gemeindepräsidenten gewendet?

Ja, es gab schon einige Telefone und Bürgerkontakte. Vielfach bin ich im Dorf aber auch auf den Baufortschritt angesprochen worden. Die Rooterinnen und Rooter waren sehr verständnisvoll und sahen ein, dass der Neubau längst fällig war und etwas Gutes entsteht.

Wie gehen Sie mit solchen Vorwürfen um?

Als Gemeindepräsident habe ich für die Anliegen der Bürger ein offenes Ohr. Wenn wir im Gemeinderat Möglichkeiten für Anpassungen sahen, konnten diese meistens umgesetzt werden. Die Vorwürfe zielten in der Regel nicht direkt auf Personen im Gemeinderat oder in der Verwaltung sondern sie sind ein Mittel, um etwas Frust über den Baulärm loswerden.

Wenn Sie nun zurückblicken: Wie haben Sie den Projektablauf erlebt?

Beim Start des Projektes war ich noch in der Verkehrskommission tätig und konnte da schon die Wünsche und Anforderungen an die neue Kantonsstrasse einbringen. Nach dem Baustart war ich manchmal etwas ungeduldig und meinte, dass es schneller vorwärts gehen könnte. Jedoch mussten zu Beginn die sogenannten Hotspots Bahnhof und der Kreisel Schulstrasse erstellt werden, was zeitintensiv war. Zudem fand ich es spannend, von Woche zu Woche die Veränderungen entlang des Dorfes zu beobachten.

Ist aus Ihrer Sicht alles wunschgemäss verlaufen?

Nein, nicht ganz. Der strenge Winter 2012/2013 hat den Zeitplan etwas durchgeschüttelt und das Bauende um einige Monate nach hinten verschoben. Wir hatten grosses Glück und wurden von Unfällen während der Bauzeit verschont.

Worin lagen die grössten Herausforderungen für die Gemeinde?

Bauherr ist der Kanton Luzern und unser Gemeindeammann James Sattler war der Projektbegleiter der Gemeinde Root. Von allen war er sicher am meisten gefordert. Er hat die Sorgen und Wünsche der Bevölkerung laufend mit Herrn Max Keller von der kantonalen Dienststelle Verkehr und Infrastruktur vif besprochen und gemeinsam mit ihm nach Lösungen gesucht.

Welche Reaktionen aus der Bevölkerung haben Sie vernommen? Gefällt die neue Strasse?

Unsere K17 kommt bei der Bevölkerung sehr gut an. Die Feedbacks sind positiv. Als erstes werden meistens die zwei neuen Kreisel und der Mittelstreifen erwähnt. Was auch sehr positiv auffällt, ist, dass viele Grundeigentümer entlang der Strasse die Chance für eine Neugestaltung der Vorplätze genutzt und damit der Strasse mehr Raum gegeben haben. Ich darf zufrieden feststellen, dass das Ergebnis gefällt.

Hat die neue Strasse das Zeug, zur Flaniermeile zu werden?

Eine Flaniermeile ist für mich schon mehr eine verkehrsfreie Strasse. Unser Dorf ist entlang der Strasse auf fast zwei Kilometern in die Länge gezogen. Das macht das Flanieren in Root schon eher schwierig. Mit der neuen Strasse sind wir nun gut für die Zukunft gerüstet und können das Wachstum unserer Gemeinde auch verkehrstechnisch gut meistern. Ich bin überzeugt, dass auch unser innovatives Gewerbe davon profitieren wird.

Wird man den Gemeindepräsidenten also künftig durch das Dorf spazierend antreffen können?

Man wird mich wie bisher weiterhin im Dorf antreffen. Vor allem natürlich an den Wochenenden. Ob dies spazierend, auf dem Bike oder mit dem Auto sein wird, lasse ich hier noch offen.

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«Erst jetzt entlastet der Rontalzubringer das Dorf»

Kantonsingenieur Rolf Bättig, Projektleiter

Rolf Bättig

Mit der Eröffnung der Kantonsstrasse Root findet ein wichtiges Projekt seinen Abschluss. Welche Gedanken gehen Ihnen dazu durch den Kopf?

Es freut mich sehr, dass das Projekt erfolgreich und ohne Unfälle mit Verletzten abgeschlossen werden kann. Dies speziell, da wir im letzten Jahr im Juni sehr grosses Glück hatten. Genau an dem Morgen, als die gesamte Bauunternehmung eine Sicherheitsinstruktion besuchte, landete ein Auto in der Baugrube. Da niemand auf der Baustelle arbeitete, wurde glücklicherweise niemand ernsthaft verletzt.

Sind Sie zufrieden mit dem Ergebnis?

Ja, ich bin zufrieden. Auch Anstösser der Kantonsstrasse haben die Chance genutzt und im Rahmen des Bauprojektes die Zufahrten «verschönert». Root zeigt sich entlang der Strasse optisch verändert und das im positiven Sinn. Zudem ist dieser Strassenabschnitt nun für alle Verkehrsteilnehmenden sicherer geworden.

Verspürt man bei so einer Eröffnung als Kantonsingenieur auch Stolz?

Stolz ist das falsche Wort. Aber ich bin jedes Mal dankbar, wenn ein Projekt ohne grössere Zwischenfälle abgeschlossen werden kann. Bei der Eröffnung bietet sich allen Beteiligten die Möglichkeit gemeinsam zurückzublicken.

Was gefällt Ihnen am neuen Strassenkonzept besonders?

Durch die beiden neuen Mini-Kreisel bei der Schulstrasse und beim Rössli konnten wichtige Einmündungen sicherer gemacht werden. Auch der neue Buswendeplatz beim Bahnhof Gisikon-Root finde ich sehr gelungen. Er ermöglicht den Fahrgästen ein Umsteigen im Trockenen. Zudem sind die Bereiche der verschiedenen Verkehrsteilnehmenden auf und entlang der neuen Strasse klar geregelt und gut erkennbar.

Wie ist dieses Projekt im kantonalen Strassenbau in seiner Bedeutung einzuordnen?

Die Strassenerneuerung in Root ist eine flankierende Massnahme des Autobahnzubringers Rontal. Nach dem Verkehrsrückgang wurde die Kantonsstrasse auf einer Strecke von fast zwei Kilometern erneuert und umgestaltet. Die Trottoirs wurden auf zwei Meter verbreitert und auch die Infrastrukturen für den öffentlichen Verkehr wurden verbessert. Erst mit Abschluss dieses Projektes entlastet der Autobahnzubringer Rontal die Gemeinde Root wirklich.

Welches waren die grössten Herausforderungen, die hier zu bewältigen waren?

Wie bei den meisten Strassenprojekten musste hier unter Verkehr gebaut werden. Das führt einerseits zu Verkehrsbehinderungen und andererseits birgt es auch Gefahren für die Bauarbeiter.

Welche Aufgaben gehörten bei diesem Projekt in Ihren Aufgabenbereich?

Der Kanton Luzern ist in diesem Projekt Bauherr und die Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (vif) hatte die Projekt- und Oberbauleitung inne. Meine Aufgabe war es, das Projekt gegenüber den Politikern zu vertreten. Zudem war ich bei den Vergaben der Aufträge involviert und habe das Projekt regelmässig besichtigt.

Wie haben Sie den Ablauf des Projektes erlebt, ist alles nach Plan verlaufen?

Wir konnten den Zeitplan und die Kostenvorgabe einhalten. Schwieriger war es, vorauszusehen, was unter der Strasse zum Vorschein kam. Die Arbeiten an den Werkleitungen waren in der Folge etwas aufwändiger als geplant. Aber auch das konnten wir innerhalb der vorgesehenen Zeit fertig stellen.

Die Bauarbeiten führten öfters zu Verkehrsproblemen. Sind bei Ihnen diesbezüglich viele Reklamationen eingetroffen?

Wir haben einige Reklamationen erhalten. Viele Rückmeldungen gingen direkt zum Projektleiter oder dem Bauleiter und Bauführer vor Ort.

Ärgern Sie sich auch manchmal über solche Vorwürfe?

Natürlich verstehe ich, dass niemand gerne im Stau steht. Wir bemühen uns stets, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten. Aber es ist auch immer ein Abwägen zwischen Kosten und Zeit. Die oberste Maxime ist aber immer die Sicherheit.

Wie viel Toleranz spüren Sie grundsätzlich gegenüber solchen Projekten?

Wir versuchen durch gute Signalisation und Kommunikation die Toleranz zu stärken. Die Anwohnerinnen und Anwohner wurden in Schreiben über die bevorstehenden Arbeiten informiert und wussten, an wen sie sich bei Problemen wenden konnten.

Wie lautet Ihre Prognose: Wird Root künftig staufrei sein?

Eine solche Prognose wage ich nicht. Aber die Strasse kann das tägliche Verkehrsaufkommen besser bewältigen. Davon ausgeschlossen sind jedoch Ausnahmesituationen bei Unfällen zum Beispiel auf der Nationalstrasse.

Facts & Figures zum Projekt

Zeitliche Dauer der Planungsphase:
Öffentliche Planauflage: März 2010
Projektbewilligung im Kantonsrat: Juni 2011

Ausarbeitung des Ausführungsprojektes:
und Erwerb von Grund und Rechten: 2011
Ausschreibung Baumeisterarbeiten: Januar 2012
Baubeginn: August 2012
Einbau Deckbelag Fahrbahn: Mai 2014

Finanzierung:
Gesamtkosten: 12 Millionen Franken
Bund: 2,78 Millionen Franken
Kanton: 9 Millionen Franken
Gemeinde: 0,22 Millionen Franken

Anzahl beteiligter Mitarbeiter (Planung, Bau etc.):
Planung: 2–9 Mitarbeitende
Bau vor Ort: 14–25 Mitarbeitende

Verbrauchte Materialien:
Belag: 12’100 Tonnen
Beton: 5000 m³
Lieferung Kies: 15’000 m³

Arbeitsstunden Bauunternehmung: 69’300 h
Abtransport Aushubmaterial: 26’700 m³
Abschlüsse: 7200 m
Kanalisation/Strassenentwässerung: 3150 m