Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Die Neutöner der Ländlermusik

Region: Schweizer Volksmusik ist schon längst nicht mehr «Hudigäägeler». Auch «Ländler» ist kein Schimpfwort mehr. Ein Standardwerk aus der Küche der Hochschule Luzern Musik zeigt Wurzeln und Entwicklungsstränge der Neuen Schweizer Volksmusik.

Die Hannelimusig, hier am Heirassa-Festival in Weggis, gehört zu den wichtigsten Gruppen der Neuen Volksmusik in der Schweiz.

Die Hannelimusig, hier am Heirassa-Festival in Weggis, gehört zu den wichtigsten Gruppen der Neuen Volksmusik in der Schweiz.

Wer hätte das gedacht. Es ist noch nicht so lange her und vielleicht noch heute da und dort in vermeintlich urbanen Kulturszenen verbreitete und verfestigte Meinung: Schweizer Volksmusik ist «pfui», Ländler eben oder (noch schlimmer) «Hudigäägeler». Das ist vorbei. Es gibt die «Neue Volksmusik». Sie ist in (fast) aller Ohren. Forscher der Hochschule Luzern Musik haben die neue Gattung mit alten Wurzeln untersucht.

Buch mit Hörbeispielen
Natürlich muss man Volksmusik «lose», nicht «läse». Hören kann man Beispiele der Neuen Volksmusik auch. Dem Buch liegt eine CD mit 19 ausgewählten Titeln bei. Wer aber Freude hat an den frohen, frischen Klängen der jungen Musikgruppen, die sich in der Tradition der Volksmusik bewegen, und wer dann auch noch gerne wüsste, woher das Tonmaterial und Instrumentarium kommt, kann mit Gewinn in einem neuen Standardwerk zur «Neuen Volksmusik» lesen, wie sich das Wurzelgeflecht dieser neuen Töne in einer alten Musiktradition eingenistet und entwickelt hat.

Akademische Spurensuche
Ein einfaches Lesebuch ist es allerdings nicht, was die Musikpädagogen Dieter Ringli und Johannes Rühl als Ergebnis eines Forschungsprojekts der Hochschule Luzern Musik mit «Die Neue Volksmusik – Siebzehn Porträts und eine Spurensuche in der Schweiz» vorlegen. Die Autoren spüren den Wurzeln der «Neuen Volksmusik» mit fast akribischer Besessenheit nach. Das Bemühen um Forschungsgelder ist spürbar. Das Buch wirkt über weite Strecken akademisch und nicht unbedingt leserfreundlich.

Buch für fortgeschrittene Insider
So ist es wohl auch gemeint. Der Erkenntnisgewinn für einfache, aber interessierte Freunde der Volksmusik liegt in der Darlegung zur Entwicklung in der Instrumentierung der «Ländler»-Gruppen. Den höchsten Gewinn, finde ich, kann man aus den siebzehn Portraits von Musikantinnen und Musikanten der «Neuen Volksmusik» ziehen. Die Interviews sind zwar unjournalistisch langfädig, aber gerade darum lesenswert – wenn man sich die Mühe nimmt, auf lange, redundante Texte einzusteigen. Text & Bild Hanns Fuchs

Dieter Ringli, Johannes Rühl. Die Neue Volksmusik – Siebzehn Porträts und eine Spurensuche in der Schweiz. Mit Musik-CD. 38 Franken. Chronos-Verlag 2015. ISBN 978-0340-1310-9

Dieter Ringli, Johannes Rühl.
Die Neue Volksmusik – Siebzehn Porträts und eine Spurensuche in der Schweiz.
Mit Musik-CD.
38 Franken.
Chronos-Verlag 2015.
ISBN 978-0340-1310-9