Rigi Anzeiger
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Die Samichlausen-Gesellschaft ist für alle da

Ebikon: Klänge von Trychlen und kurze, knallige Laute von Geisslen erschallten während ein paar Minuten am vergangenen Sonntagnachmittag. Diese Töne, ungewohnt mitten im Jahr durften für einmal sein – zu Ehren der Samichlausen-Gesellschaft, die den «Äbiker Seerosepriis» überreicht erhielt.

cek. Gross war die Schar von Ebikonerinnen und Ebikonern, die an der Verleihung des «Äbiker Seerosepriis» in der Aula des Schulhauses Wydenhof erschien. Im Mittelpunkt stand die Samichlausen-Gesellschaft, deren Wirken seit 60 Jahren gewürdigt wurde. Dies tat Gemeinderat Hans Peter Bienz mit einer Laudatio und gab in Stichworten wieder, weshalb die Samichlausen-Gesellschaft für den «Äbiker Seerosepriis» auserwählt wurde: «Sie zeichnet sich durch Ausdauer, Treue und Beharrlichkeit aus, wahrt ein christliches Brauchtum und erhält dieses auch. Die Gesellschaft besteht aus Persönlichkeiten mit Tiefgang und richtet sich an die ganze Bevölkerung. Es werden auch Familien mit Migrationshintergrund besucht. Die Besuche des Samichlaus finanzieren die Gesellschafter selber, die Familien müssen nichts bezahlen.» Auch erwähnte Bienz den Samichlausauszug, den die Samichlausen-Gesellschaft zur Freude von Klein und Gross jedes Jahr organisisert.

«Wir sind glücklich und fühlen uns sehr stolz diese Ehrung zu erhalten. Das spornt uns weiter und zusätzlich an, die Freude am Samichlaus-Brauchtum aufrecht zu erhalten», sagte Chlausenvater Freddy Duss, als er den «Äbiker Seerosepriis» in Form eines Glastellers in den Händen hielt. Dann fuhr er fort: «Unsere Gründer und Vorfahren würden sich bestimmt auch so riesig freuen. Wir schicken ihnen allen ein Danke!» Duss daraufhin über das Chlausengehen, das die Samichlausen-Gesellschaft pflegt: «Egal woher die Menschen kommen, egal welche Sprache sie sprechen, egal ob arm oder reich, egal ob krank oder gesund, egal ob alt oder jung, wir wollen jedes Jahr viele Menschen in unserer Gemeinde Ebikon treffen oder besuchen. Mit jeweils liebevollen und aufbauenden Worte, mit guten Ratschlägen oder Lebensweisheiten, mit herzlichen und schönen Gesprächen vor allem mit den Kindern, aber auch mit den Erwachsenen, wollen wir die doch düstere Spätherbstzeit zum Glanze bringen. Wir wollen zusammen ‚sHärzli ufruume‘ und einen besinnlichen und liebevollen Moment zusammen geniessen.»

Der Samichlaus und die Kelten
Über den Samichlaus wusste Chlausenrat und Trychlemeister Andreas Stübi an der «Seerosepriis»-Übergabe zu erzählen: «Aus Überlieferungen geht hervor, dass Kelten schon 500 bis 600 Jahre vor Christus Eisen schmiedeten und dabei auch glockenähnliche Dinge entstanden. Mit deren Klang wurden vor allem in der Nacht böse Geister vertrieben oder Zeremonien von Druiden eingeläutet. Unter den Kelten war das Druidentum weit verbreitet. Einer der Druiden war ein Sami aus der Klause (umgangssprachlich Sami Chlaus). Deutliche Hinweise auf Gemeinsamkeiten sind also schon 2500 Jahre alt. Das sind alles heidnische Gegebenheiten, bis dann um 300 nach Christus Nikolaus von Myra als christlicher Exponent ins Spiel kam. Er wird später als heiliger St. Nikolaus und berühmter Helfer von Menschen in der Not bekannt und verehrt. Es kann angenommen werden, dass danach die Vereinigung von heidnischen Bräuchen und christlichem Gedankengut erheblicher Anstrengungen bedurfte, bis 1956 eine neue Epoche anbrach.»
Die Chlausenjodler gaben der feierlichen «Äbiker Seerosepriis-Verleihung» noch einen besonderen Touch, denn ihre Lieder widmeten sich auch dem Samichlaus und begeisterten allesamt.

Die Samichlausen-Gesellschaft, Trychlern und Geisslechlöpfern,  Chlausenvater Freddy Duss und Gemeinderat Hans Peter Bienz (halten die Urkunde) sowie den Mitgliedern der Auswahlkommission des «Äbiker Seerosepriis» vorne links und  Chlausenmutter Marylène Renggli (rechts mit Glasteller). Bilder cek

Die Samichlausen-Gesellschaft, Trychlern und Geisslechlöpfern, Chlausenvater Freddy Duss und Gemeinderat Hans Peter Bienz (halten die Urkunde) sowie den Mitgliedern der Auswahlkommission des «Äbiker Seerosepriis» vorne links und Chlausenmutter Marylène Renggli (rechts mit Glasteller). Bilder cek

Glücklicher Chlausenvater Freddy Duss während seiner Dankesrede.

Glücklicher Chlausenvater Freddy Duss während seiner Dankesrede.

Andreas Stübi erzählte über die Trychlen und den Samichlaus der Kelten.

Andreas Stübi erzählte über die Trychlen und den Samichlaus der Kelten.

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