Rigi Anzeiger
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Die Schildkröte ist so warm wie die Erde

Küssnachter SchülerInnen experimentierten mit Wärmebildkamera

Spass am Experimentieren mit einer Wärmebildkamera hatte die Klasse S3a der Bezirksschule Küssnacht, die sich am Projekt Energiebox der Albert Köchlin Stiftung beteiligte. Zwar bestand die Hauptaufgabe Messungen an verschiedenen Gebäuden vorzunehmen. Doch testeten die SchülerInnen noch viel mehr.

Das Projekt Energiebox bestand in erster Linie darin, Schülerinnen und Schüler der Oberstufe für das Thema Wärme und Energie zu sensibilisieren. So wurden 22 Schülerinnen und Schüler der Klasse S3a vom Thermographie-Experten Franz Ulrich in die Arbeit mit Wärmebildern eingeführt. «Das Programm war gedrängt und es musste einiges Wissen erarbeitet werden, um die Funktionsweise der Wärmebildkamera, den Aufbau von Gebäuden oder etwa die Einflüsse von Aussentemperatur und Aufnahmezeitpunkt zu verstehen. Die SchülerInnen waren sehr motiviert und haben engagiert gearbeitet. Da will ich ihnen wirklich ein Kränzchen winden», resümierte Ulrich. Lehrer Pirmin Widmer machte bereits im Vorfeld auf das Projekt aufmerksam, in der Hoffnung, dass sich viele Liegenschaftsbesitzer melden würden, die ihre Häuser für eine Wärmebildaufnahme zur Verfügung stellen. Sein Aufruf war mit Erfolg gekrönt. «Es meldeten sich sehr viele. Wir mussten uns dann auf 8 Liegenschaften beschränken», äusserte er.

Nikki Baumann wies auf die Wärme im oberen Bereich der Fenster eines 150jährigen Hauses hin.

Keine definitiven Analysen

«Das Projekt war einem strikten Zeitplan unterworfen und auf die Wetterbedingungen und richtigen Aufnahmezeitpunkt konnte keine Rücksicht genommen werden», erläuterte Franz Ulrich. So denn konnten die SchülerInnen und Schüler die Aufnahmen mit einer Wärmebildkamera nur während eines Tages machen und kurz darauf in der sogenannten Energiebox präsentieren. «Wir haben bis nachts nach 10 Uhr daran gearbeitet», erzählte Pirmin Widmer. Eine Müdigkeit bei den SchülerInnen war nicht spürbar, als sie den überraschend zahlreichen interessierten Besucherinnen und Besucher in der Energiebox ihre Aufnahmen erklärten. Nikki Baumann präsentierte beispielsweise Bilder eines zirka 150 Jahre alten Hauses, das 2002/2003 renoviert wurde. Bei diesem stellte sie fest, dass die Fenster im oberen Bereich mehr Wärme anzeigten. «Da die warme Luft nach oben steigt, zeigt es hier mehr Wärme an», meinte Nikki Baumann. Gut möglich, dass die Wärme nach draussen drang. Doch sowohl Pirmin Widmer wie auch Franz Ulrich betonten, dass die Wärmebilder nur eine beschränkte Aussagekraft haben, gerade weil es während den Aufnahmen zu warm war. Um effektive Resultate zu erzielen, müssten weitere Analysen durch einen Experten erfolgen. Mit einem Spezialisten will sich Kirchengutsverwalter Leo Ruper die Aufnahmen auf jeden Fall expliziter betrachten. «Als wir von der Messung erfuhren, nahmen wir sofort Kontakt mit Pirmin Widmer auf. Wir wollten, dass das Monséjour etwas genauer angeschaut wird», offenbarte er. Interessiert zeigte sich auch Schulhausleiter Reto Purtschert an den Arbeiten der SchülerInnen. «Ich finde dieses Projekt spannend und bin beeindruckt, was sie alles herausgefunden haben», erläuterte er. «Das war auch lässig mit einer Wärmebildkamera Aufnahmen zu machen», betonte Taliessa Matzinger, die Purtschert die Bilder eines Wohnhauses erklärte. Dann verriet sie, dass sie zusammen mit ihrer Gruppe eine Schildkröte fotografiert hat. «Wir hätten sehr gerne dieses Bild gezeigt. Da aber die Schildkröte keinen Wärmeunterschied zeigte, war nichts sichtbar. Sie hatte dieselbe Temperatur wie die Erde», erzählte Taliessa Matzinger.

 

Heisses Smartphone

Nicolas Baumgartner und Luca Dönni haben nebst einem Gebäude alles Mögliche mit der Wärmebildkamera aufgenommen. Wohl das frappanteste Erlebnis machten sie mit ihren zwei verschiedenen Smartphones nach einem zehnminütigen Game. «Meines war bedeutend heisser als das andere», verriet Dönni. Er will jetzt sein Smartphone durch ein Neues ersetzen.