Rigi Anzeiger
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Die Schule, in der alle Spass haben

Ein Plädoyer für Jungwacht und Blauring von Fabio Landerer, Scharleiter der Jubla Udligenswil

Was braucht es, damit ein paar Dutzend Kinder ein tolles Sommerlager erleben können? Zum Beispiel Jugendliche, die sich für sie ins Zeug legen. Solche wie Fabio Landerer, Scharleiter der Jubla Udligenswil.
Als ich im Sommer 2006 erstmals von der Jubla hörte, wusste ich noch nicht, dass mich dies derart beeinflussen würde. Ich besuchte die 3. Klasse, als zwei Leiter der Jubla Ued­lige Werbung für ihr jährliches Som­merlager machten. Ich war so begeistert, dass ich mich sofort anmeldete.
Ich bin nun seit neun Jahren in der Jubla Udligenswil und kann mir ein Leben ohne Jubla gar nicht mehr vorstellen.

Engagiert

Engagiert

Vor zwei Jahren wurde ich ins Lei­tungsteam aufgenommen. Als wenig später die Jubla einen Nachfolger des früheren Scharleiters suchte, wurde ich angefragt, ob ich mir vorstellen könnte, oberste Kontaktperson der Jubla zu werden. So wurde ich nach nicht einmal einem Jahr im Lei­tungsteam zum Scharleiter gewählt.
«Jungwacht Blauring» ist eine Le­bensschule. Jubla und Pfadi sind ge­rade heute wichtig, um Kinder und Jugendliche noch ein bisschen in die Natur zu locken. Und: Durch die Jubla werden Freundschaften geschaffen, die unbezahlbar sind.
Meine Scharleitungskollegin Carmen Trefny (17) meinte, als ich sie fragte, was ihr dazu in den Sinn komme: «In der Jubla lernst du, mit anderen Menschen auf engen Raum zusam­menzuleben, Kompromisse zu fin­den, zusammenzuarbeiten und aufei­nander Rücksicht zu nehmen.»
Von mir angesprochene Unterneh­mer sagen, man merke, ob jemand als Kind eine Jubla habe geniessen dür­fen – durch das Auftreten vor Menschen oder den Umgang mit ihnen. Sandra Cagnazzo (Kolei­terin der Kinderklinik Aarau und ehe­malige aktive Jublanerin) sagt, dass sie noch heute von ihrer Jubla­Zeit profitierte. Sie habe in der Jubla ge­lernt, strategisch zu denken und zu führen, eine Lebensschule.
Jubla­Leiter Jonas Petermann (19) meint: «Man lernt viele Dinge, die in der Schule weniger Thema sind: Um­gang mit der Natur, Verantwortung übernehmen, Organisation, Umgang mit Kindern und Eltern usw.» Sein Teamkollege Till Petermann (17) doppelt nach: «Die Jubla bringt mich in die Natur. Sie lehrt, sich zurechtzufinden und die Natur zu respektieren. Man braucht keinen Computer, um Spass zu haben, sondern nur ein paar Leute. Die Jubla ist eine Familie, die Zuflucht gibt und die Eigeninitiative fördert.»
Jubla ist jedoch nicht nur für die Lei­ter und Kinder eine gute Sache, son­dern führt regelmässig gemeinnützi­ge Aktionen durch. Auf Bundesebene gibt es etwa das Projekt jubla.infanta, eine Solidaritätsaktion zugunsten von philippinischen Kindern. Auf Schar­ebene anderseits ist die Feuerstelle am Waldrand oberhalb des Hasen­ bergs in Udligenswil ein Ergebnis des 72­-Stunden-­Projekts, an dem sich auch die Jubla Udligenswil beteiligte.
Jubla bildet Persönlichkeiten und als Leiterinnen und Leiter überneh­men Jugendliche schon in jungen Jahren grosse Verantwortung. Die Or­ganisation eines Sommerlagers etwa ist ein Grossprojekt. Jüngere und Ältere lernen hier voneinander und erleben, dass sie als Team Gros­ses schaffen.
Die Jubla beansprucht freilich Zeit, damit muss man leben. Doch bei mir steht die Jubla vor allem anderen, was meine Freunde häufig missver­stehen. Sie meinen, so viel Aufwand mache mich kaputt. Doch dieser riesige freiwillige Aufwand, den ein Leiter für die Jubla aufwendet, wird einem durch Freundschaft, fröhli­che Kinder und unvergessliche Er­lebnisse bezahlt. Der Moment, wenn ein Kind oder ein Erwachsener zu einem kommt und sagt: «Das war einfach super», oder: «Ich finde es toll, was ihr hier macht», oder sich einfach nur bedankt, bestätigt mich darin, dass ich diesen Aufwand gerne auf mich nehme.
Die Arbeit der Jubla, aber vor allem von deren Leiterinnnen und Leitern, verdient Respekt. Sie leisten einen riesigen Aufwand, und zwar freiwillig, was oft nicht wahrgenommen wird, sondern manchmal sogar schlecht­ geredet wird. Was wir machen, ist wichtig und vor allem auch etwas, das man erhalten sollte.