Rigi Anzeiger
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Die Seele des Dorfes kehrt zurück

Root: Ein erfreuliches Ereignis feierte die Gemeinde vergangenen Donnerstag mit dem Spatenstich zur Sanierung und Restaurierung des altehrwürdigen «Rössli». Dieses wird gegen Ende 2018 wieder der Mittelpunkt im Dorf Root darstellen.

cek. «Wir sind sehr froh und erleichtert, dass wir heute den Spatenstich vollziehen können», freute sich Chri­s­tian Geser von der Stiftung Abendrot, die Besitzerin des «Rössli» ist. Freude zeigte auch Roots Gemeindepräsident Heinz Schumacher, denn das «Rössli» hat den gesamten Gemeinderat seit Jahren beschäftigt. «In den vergangenen 25 Jahren war nicht viel Gutes mit diesem Gebäude in Verbindung gebracht worden. Es wurde auch als Schandfleck bezeichnet», äusserte Schumacher. Er rekapitulierte die Geschichte des «Rössli», das sich einst zu einem kulturellen Mittelpunkt von Root entwickelt hatte. Schumacher weiter: «In der Gemeindestrategie ist festgehalten, dass Root ein schönes Dorf erhält. Ein wichtiger Entwicklungsperimeter dazu ist das ‹Rössli›.»

Gute Qualität
«Am 22. November 2016 hat die Rooter Bevölkerung mit ihrer Zustimmung für einen A-fonds-perdu-Beitrag gezeigt, dass ihr das Restaurant wichtig ist. Jetzt bin ich gespannt, wie das Gastronomiekonzept aussehen wird», sagte Heinz Schumacher noch. Über das Gastronomiekonzept verrieten die künftigen Pächter Samuel Vörs und Primo Delea nichts. Letzterer gab jedoch bekannt, dass Wert auf gute Qualität, frische Produkte und ausgebildete Mitarbeiter gelegt werde. Die beiden Gastronomen dürfen ausserdem bei der Gestaltung des Gartens beispielsweise mitwirken. So würden Nutzpflanzen berücksichtigt, die auch in der Küche verwendet werden könnten. Vörös offenbarte ausserdem: «Ende 2018 wollen wir das Restaurant eröffnen».

Ein Haus mit Geschichten
«266 Jahre liegen zwischen dem ersten Gebäude und dem heutigem Spatenstich zurück», erzählte Hansjörg Emmenegger des Luzerner Architekturbüros Lengacher Emmenegger Partner AG und fuhr fort: «Solche Gebäude erzählen Geschichten und werden es weiterhin tun. Deshalb finde ich es schön, dass dieses erhalten wird. Das gibt dem Dorf das Herz zurück.» Als Seele des Dorfes Root bezeichnete schon der Filmschaffende Erich Langjahr das «Rössli». Er hält übrigens zusammen mit Silvia Haselbeck die ganze Bauszenerie des Rössli fest. Ein Trailer von ihnen ist unter www.rössli-root.ch bereits zu sehen.

In Erinnerungen schwelgen
Am Tag des Spatenstiches bot sich zum letzten Mal die Gelegenheit einige der Räume im altehrwürdigen «Rössli» zu besichtigen. Niemand schien sich an dem zu stören, was zu sehen war. Die Freude über das zukünftige «Rössli» überwiegte und Erinnerungen wurden ausgetauscht. So wusste ein «Rössli»-Kenner zu erzählen, dass «Überhocken» damals gang und gäbe war. Tauchte die Polizei auf und verteilte Bussen, legten solidarisch die Gäste den Betrag zusammen. Der Busszettel wanderte dann im Kasten der Pendeluhr. Wo diese Bussenzettel wohl geblieben sind? Im Gewölbe des Kellers, in dem früher Wein gelagert wurde, erwachte bei einigen die Idee, dass dieser Raum für Apéroanlässe geradezu passend sei. Wer weiss, vielleicht nehmen das die künftigen Gastronomen als Anregung auf.