Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Die Tour de Suisse vor der Haustüre

Region: Zweimal führt die Tour de Suisse auf der zweiten Etappe am Sonntag, 14. Juni, von Root über Michaelskreuz. Der «Michel» wird dabei als Bergpreis 1. Kategorie gewertet. Die 3,5 Kilometer lange Steigung mit einer Höhendifferenz von gut 300 Metern fordert sowohl die Bergspezialisten im Feld wie auch die Anwärter auf den Gesamtsieg der diesjährigen Tour – für packende Rennstimmung ist gesorgt.

Freitag, 12. Juni: Fahrerpräsentation

Im Tour-de-Suisse-Village in Rotkreuz haben die Gemeinde Risch-Rotkreuz und rund 25 Dorfvereine die «Rischer Meile» eingerichtet. Hier startet die Tour mit der Fahrerpräsentation. Die Meile öffnet um 18 Uhr, die Teams und ihre Fahrer werden ab 20 Uhr den Fans vorgestellt. Wenn die Athleten schlafen gehen, können die Fans feiern. Die Meile schliesst erst um zwei Uhr morgens …

Samstag, 13. Juni: Cancellara in action

Die Tour beginnt um 15.20 Uhr mit einem Prolog-Einzelzeitfahren über 5.1 Kilometer von Rotkreuz Blegistrasse über Holzhäusernstrasse, Buonasstrasse, Chamerstrasse nach Rotkreuz Industriestrasse. Die Zeitfahrspezialisten werden mit einem Stundenmittel von 52 Kmh unterwegs sein. Topfavorit ist Fabian Cancellara. Eine Stunde vor den ersten Fahrern, ab 14.15 Uhr fährt die Werbekolonne über die Strecke.

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Sonntag, 14. Juni: Zweimal über den Michel

Die zweite Etappe als Rundstreckenparcours über Rotkreuz–Allenwinden–Morgarten–Küssnacht–Rotkreuz–Root–Meierskappel–Rotkreuz (je zweimal) gibt dem Gesamtklassement eine erste Kontur. Start ist in Rotkreuz um 13.50 Uhr (Werbekolonne jeweils eine Stunde früher). Die interessantesten Schauplätze und ungefähren Durchfahrszeiten im Rontal und Rigiland:

Ab ca. 14.55 & 16.15 Uhr Immensee/Küssnacht
Ab ca. 15.00 & 16.30 Uhr Risch/Buonas
Ab ca. 15.10 & 16.30 Uhr Zieldurchfahrt Rotkreuz
Ab ca. 16.40 & 17.10 Uhr Honau
Ab ca. 16.41 & 17.10 Uhr Root, Abzweigung Michaelskreuz
Ab ca. 16.50 & 17.25 Uhr Michaelskreuz
Ab ca. 17.00 & 17,30 Uhr Meierskappel
Ab ca. 17.05 & 17.40 Uhr Ziel Rotkreuz

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Er kennt den Berg aus eigener Radler-Erfahrung

Root: Interessierter und engagierter Zuschauer wird der Rooter Gemeindepräsident Heinz Schumacher sein. Er kennt den Berg aus eigener Radler-Erfahrung.

Heinz Schumacher, Gemeindepräsident von Root, fährt gerne mit dem Bike auf den Hausberg der Gemeinde. Bild zVg.

Heinz Schumacher, Gemeindepräsident von Root, fährt gerne mit dem Bike auf den Hausberg der Gemeinde. Bild zVg.

Rigi-Anzeiger: Heinz Schumacher, was bedeutet es für Root, am kommenden Sonntag gleich zweimal vom Tour-de-Suisse-Tross durchfahren zu werden?
Heinz Schumacher: Für uns bietet sich eine sehr gute Möglichkeit um zu zeigen, dass die Gemeinde Root wunderschöne Seiten zu bieten hat. Das Michaelskreuz ist unser Naherholungsgebiet und strahlt über die ganze Region hinaus. Ich freue mich sehr, wenn möglichst viele Rad- und Sportinteressierte die Fahrer auf dem Weg auf das Michaelskreuz anfeuern werden. Ich bin sicher, dass viele von Ihnen später wieder einmal nach Root und zum «Michel» kommen werden.

Mussten in der Gemeinde spezielle Vorkehren, eventuell mit finanziellen Konsequenzen, für diesen Anlass getroffen werden?
Nein, Auslagen in finanzieller Sicht hatten wir keine. Und für die Strassensperrung ist auch nicht die Gemeinde sondern der Kanton zuständig. Wir haben jedoch den Anlass in unserem InfoRoot publiziert und die Anwohner der Michaelskreuzstrasse wurden mit einem Flyer über die Tour und den Zeitplan informiert.

Das Michaelskreuz gehört zum Hausberg der Rooterinnen und Rooter – jetzt steht der «Michel» mit zwei Bergpreiswertungen im Mittelpunkt der radsport-interessierten Öffentlichkeit. Ist das mit Freude über die Werbewirkung oder mit Sorge wegen der Umweltbelastung verbunden?
In erster Linie natürlich die Freude. Dies immer, wenn ein weit über die Grenzen hinaus bekannter Anlass in unsere Gemeinde führt. Die Tour de Suisse ist auch Medial stark geprägt. Ich bin sicher, dass sich Root und das Michaelskreuz von der besten Seite zeigen werden. Für einige Rooter vor allem aber für die Anwohner entlang der Strasse oder auf dem Michaelskreuz wird das Rennen aber auch Unannehmlichkeiten mit sich bringen. Die Strasse wird für eine gewisse Zeit gesperrt und so wird das zu- und wegfahren von den Liegenschaften nicht oder nur schwer möglich sein. Ich danke aber jetzt schon allen für die Geduld und das Verständnis während des Rennens.

Sie fahren selber Rad – sind Sie oft auf der Michelskreuzerstrasse unterwegs?
Ja, die Fahrten auf das Michaelskreuz gehören zu meinen Lieblingstouren. An den kälteren Tagen fahre ich jeweils über die Strasse auf den «Michel». Im Sommer oder an warmen Tagen geht es dann durch den Wald und teilweise sogar über Stock und Stein. Sie sehen, auch in dieser Hinsicht bietet das Michaelskreuz sehr viel.

Wir beurteilen Sie diesen Berg aus sportlicher Sicht, wo sind für die Fahrer die schwierigsten, anspruchsvollsten Abschnitte?
Da die Radprofis sicher in einer besseren sportlichen Verfassung sind als ich, wird Ihnen die Fahrt über das Michaelskreuz einfacher gehen als mir. Als Schlüsselstellen sehe ich den Einstieg beim Rooter Bahnhof oder dann der Schlussaufstieg nach dem Marchstein. Ich glaube aber, dass es entlang der ganzen Strecke zu spannenden Duellen kommen wird.

Schauen Sie sich das Rennen am Berg an, und wenn ja wo?
Ganz klar ja, wenn die Tour de Suisse schon nach Root führt, lasse ich mir dies nicht entgehen. Den Startschuss darf ich zusammen mit meinem Gemeinderatskollegen Pitsch Ineichen in Rotkreuz mitverfolgen. Danach werden wir aber zum höchsten Punkt der Etappe fahren, um die Fahrer bei der Durchfahrt beim Michaelskreuz anzufeuern.

Wenn Sie die Radsportszene verfolgen – wer im Fahrerfeld gehört für Sie am Michel zu den Favoriten?
Für mich gibt es noch keinen absoluten Favoriten. Ich freue mich aber, wenn die Innerschweizer im Tross die Michaelskreuz-Etappe erfolgreich gestalten können. Auch wünsche ich allen Fahrern viel Erfolg und eine unfallfreie sowie unvergessliche Fahrt durch unsere schöne Gemeinde. Interview Hanns Fuchs

 

Asphaltblasen

Radsportfreunde aus dem flachen Norden Deutschlands erzählen gerne, dass die steilste Bergstrecke ihres Trainingsparcours die Garageneinfahrt sei. Fittere Kolleginnen und Kollegen pflegen kurze Steigungen salopp als Asphaltblasen anzukündigen. Das ist mit 44 Höhenmetern auf 5,1 Kilometer wohl auch die Steigung im Prologzeitfahren. Der «Berg» besteht aus der Autobahnüberführung der Buonaserstrasse bei Risch-Oberrüti.

 

Wände

Normalerweise steht einem eine Wand im 90-Grad-Winkel senkrecht im Weg. Kletternde Bergsteiger sehen darin eine reizvolle Herausforderung. Dem mehr oder weniger ambitionierten Radsportler stellt sich die Wand als abrupte Steigung in den Weg. Zum Beispiel, wenn er von der Kantonsstrasse in Root die Abzweigung nach Michaelskreuz nimmt. Die «grosse Mühle» hochdrücken oder runterschalten, das ist hier die Frage. Ich habe mich aus leidvoller Erfahrung fürs Runterschalten entschieden. Es zieht sich ja dann doch noch gute drei Kilometer bergauf.

 

Michel

Das ist das Schöne am Freitzeitradeln – wir dürfen, was den Profis versagt ist. Zum Beispiel nach der Auffahrt zum Michel dort oben vom Rad steigen, ins Gasthaus gehen, ein kaltes Getränk und vielleicht sogar ein Plättli geniessen. Es lohnt sich. Der Michel ist einer der schönsten, spannendsten Orte weit und breit, der mit dem Rad in unserer Gegend zu erfahren ist. Du blickst weit hinaus ins flache Land, und handkehrum hinein in die Innerschweizer Bergwelt mit dem See zu Füssen.

 

Highspeed

Ein lieber und erfahrener Radlerfreund, auch nicht mehr der Jüngste, erzählte ganz beglückt von seinem letzten Grosserlebnis: 70 Kmh auf der Fahrt vom Pass ins Tal, neuer persönlicher Rekord. Hut ab. Ich kann das nicht. Bei mir sind Abfahrten mit einem 50er oberstes Limit. Drüber wird’s mir ungeheuer – zwei dünne Räder, hinten und vorne eine Felgenbremse mit dünnem Kabel zum Bremshebel… lieber nicht dran denken, was wäre, wenn. Am Sonntag werden sich die Profis vom Michel hinunter nach Meierskappel stürzen, als gäbe es kein Morgen mehr. Auf der langen Geraden werden die Cracks mit dem Radrahmen verschmelzen und wohl die ausserorts erlaubten 80 kmh ritzen. Daumen drücken!