Rigi Anzeiger
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Die Verschuldung wird zunehmen

Küssnachter Voranschlag 2013

Küssnacht rechnet in der laufenden Rechnung 2013 mit einem Minus von rund 4 Millionen Franken. Auch die mittelfristig prognostiziert der Bezirksrat Aufwandüberschüsse. Dennoch wird kräftig investiert.

Säckelmeister Hansheini Fischli präsentierte am Mittwoch die Laufende Rechnung 2013. Diese sieht einen Aufwandüberschuss von 3 987 440 Franken vor. Einem Ertrag von 60 705 200 Franken steht ein Aufwand von 64 692 640 Franken gegenüber. Der Steuerfuss von 165 Einheiten soll trotz dieses Fehlbetrags unverändert bleiben. «Das Eigenkapital betrug per Ende 2011 47 168 472 Franken, womit das prognostizierte Defizit ohne weiteres aufgefangen werden kann. Es entspricht weiterhin der Strategie des Bezirksrates, den hohen Eigenkapitalbestand schrittweise wieder abzubauen», so Fischli.

Im Vergleich zum laufenden Jahr steigt der Gesamtaufwand um 991523 Franken oder 1,6%. Die Erträge sollen um 989 910 Franken wachsen, was ebenfalls einer Zunahme von 1,6% entspricht. Die Entwicklung der Aufwände und Erträge ist laut dem Säckelmeister also im Gleichgewicht.

Die geplanten Investitionen sind beachtlich. Die Investitionsrechnung 2013 sieht einen Ausgabenüberschuss von 23 278 500 Franken vor (2012: 14 993 250.–). Hansheini Fischli: «Gemäss dem Finanzplan 2012–2016 wird die Verschuldung ab 2014 deutlich zunehmen. Diese Schuldenentwicklung ist insbesondere auf folgende Faktoren zurückzuführen: Realisierung Südumfahrung, «WERK», Erweiterung Sunnehof, verschiedene Landerwerbe, welche bedeutende Investitionsmittel erfordern. Auch in der Prognose bis 2016 wird die Laufende Rechnung jeweils Aufwandüberschüsse aufweisen.» Die Prognose für die Laufende Rechnung der Jahre 2013–2016 sieht bei einem unveränderten Steuerfuss von 165 Einheiten folgende Aufwandüberschüsse vor:

2013: Fr. 3 987 440.–
2014: Fr. 4 745 980.–
2015: Fr. 5 395 388.–
2016: Fr. 4 715 831.–

Diese Aufwandüberschüsse sind auf der Aufwandseite geprägt durch die überproportional ansteigenden Abschreibungen und Passivzinsen sowie auf der Ertragsseite durch ein prognostiziertes Steuerwachstum von jährlich 5%. Obwohl die abgebildeten Aufwandüberschüsse vorläufig durch das Eigenkapital gedeckt sind, führt das hohe Investitionsvolumen in den nächsten Jahren zu einer starken Zunahme der Schulden, was sich auch in einem sehr tiefen Selbstfinanzierungsgrad (4,2%) ausdrückt.

 

Laufende Rechnung 2012

Der Quartalsabschluss per 30. September weist einen Aufwandüberschuss von 1 822 007 Franken aus. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 2 989 370.–. Die Verbesserungen gegenüber dem Budget sind primär auf folgende Gründe zurückzuführen: höhere Steuererträge in den Vorjahren sowie bei den juristischen Personen im laufenden Jahr, tiefere Abschreibungen aufgrund ausserordentlicher Abschreibungen im 2011, tieferer Zinsaufwand für Verpflichtungen gegenüber Spezialfinanzierungen wegen der Senkung des Zinssatzes von 4 auf 2,5%, keine Darlehenszinsen infolge genügender Liquidität, geringerer Besoldungsaufwand Lehrpersonen, Verschiebungen im baulichen Unterhalt.

 

Massnahmen erforderlich

Die Aufwandseite wird in den kommenden Jahren von deutlich ansteigenden Abschreibungen und Passivzinsen geprägt sein. Diese Zuwächse sind die Folge des hohen Investitionsvolumens, welches in den nächsten Jahren realisiert wird. Auf der Ertragsseite wird zwar weiterhin von wachsenden Steuereinnahmen ausgegangen. Das Wachstum bei den Steuererträgen wird sich aber voraussichtlich verlangsamen, da in den Vorjahren einzelne nicht wiederkehrende Steuerfälle und die Folgen der privilegierten Dividendenbesteuerung zu überproportionalen positiven Abweichungen bei den Bezirkssteuern führten. Der hohe Investitionsbedarf wird ab 2013 Fremdfinanzierungen erfordern, wodurch die Verschuldung in den nächsten Jahren stark zunehmen wird. Aufgrund des hohen Eigenkapitalbestandes können zwar Fehlbeträge in der Laufenden Rechnung auch für mehrere Jahre verkraftet werden. Trotzdem werden in den kommenden Jahren Massnahmen nötig sein, um der sich abzeichnenden Entwicklung der Bezirksfinanzen entgegenzuwirken.