Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Die Wahlen aus einer anderen Sicht

Region: Neunzehn Personen aus dem Rontal und Rigiland kandidierten für den Nationalrat. Einer schaffte die Wiederwahl.

cek. 159 Personen kandidierten als Nationalräte für den Kanton Luzern. 19 von ihnen aus dem Rontal und Rigiland. Einige von ihnen sind aufgrund ihrer politischen Ämter oder ihrer bisherigen, geleisteten politischen Arbeit nicht unbekannt. So kandidierte für die Grünen Christina Reusser aus Ebikon. Sie fiel jedoch während der Wahlkampfzeit eher bescheiden neben dem wieder zu wählenden und zugleich als Ständeratskandidaten portierten Louis Schelbert auf. Ein weiterer prominenter Vertreter war der Adligenswiler Sozialvorsteher Pascal Ludin. Sowohl Reusser wie auch Ludin verzeichneten in ihren Wohngemeinden am meisten Stimmen. Sie hoben sich diesbezüglich auch von vielen der übrigen Kandidatinnen und Kandidaten im Rontal und Rigiland ab. Der wiedergewählte FDP-Nationalrat Peter Schilliger verzeichnete die meisten Stimmen aus Meggen. Seine Parteikollegin sowie Kantonsrätin und Gemeindeamtfrau aus Vitznau, Irene Keller, genauso. Sie schnitt zudem mit 3839 Stimmen am zweitbesten im Rontal und Rigiland ab. Rang 1 belegte der wiedergewählte Peter Schilliger mit 5927 Stimmen. Der dritte Platz kommt dem nicht wiedergewählten grünliberalen Roland Fischer, ebenfalls aus Udligenswil, zu. Die Stimmbeteiligung in den Luzerner Gemeinden des Rontals und Rigilandes lässt sich – im Vergleich zu den Kantons- und Regierungsratswahlen im Frühling – wahrlich sehen. Sie liegt teilweise sogar über jener des Kantons mit 50,9 Prozent.

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Wahlen sind hin und wieder vergleichbar mit Fussballmatches, auch wenn sie etwas stiller ausfallen. Da stehen Gleichgesinnte oder zumindest politisch Interessierte vor Bildschirmen, gucken auf Tablets und andere digitalen Geräte. Das wurde zumindest im Luzerner Regierungsgebäude getan. Bei weitem fanden sich vergangenen Sonntag weniger Personen als bei den Kantons- und Regierungsratswahlen hier ein. Am längsten harrte Franz Grüter, Präsident der SVP Luzern, – stets umringt von einem Grüppchen aus seinen Reihen – aus. Vorerst konnte er den Sitzgewinn seiner Partei kaum fassen. Zugleich galt für ihn die Devise, nicht übermütig zu werden. «Am Boden geblieben» gab er sich denn auch im Interview mit dem nicht wiedergewählten GLP-Nationalrat Roland Fischer beim Schweizer Fernsehen. Am Schluss verabschiedete sich Fischer mit einem Händedruck von Grüter und den Worten: «Machs guet!» Alt Regierungsrätin Yvonne Schärli – sie wurde schon seit längerem nicht mehr gesichtet und erschien wie in neuer Frische – interessierte sich für die SP-Ständeratskandidatin Prisca Birrer. Nach 16 Uhr war auch Peter Schilliger sicher, dass er wiedergewählt war. Er verfolgte zusammen mit anderen FDP-Kandidierenden in einem nahe gelegenen Hotel die Wahlresultate.
Um 18.20 Uhr wurde das Stimmengewirr im Regierungsgebäude von einem Applaus durchbrochen. Sie galten Louis Schelbert (Grüne), der seinen Sitz im Nationalrat bis zu jenem Zeitpunkt verloren sah. Dank Stimmen der Stadt Luzern gewann er die Wiederwahl.

Die zweite Runde
Zwischenzeitlich ist bekannt, dass es einen zweiten Wahlgang für die beiden Ständeratssitze geben wird. Bei diesem treten Prisca Birrer-Heimo (SP) und Yvette Estermann (SVP) nochmals an. Das stand bis vor Redaktionsschluss fest. Doch darf davon ausgegangen werden, dass die CVP erneut Konrad Graber und die FDP Damian Müller nominieren werden. Letzterer bekundete gegenüber dem Rigi Anzeiger, dass er weiterhin authentisch und engagiert den zweiten Wahlgang bestreiten wird und fügte an: «Es ist wichtig, dass im Ständerat alle Generationen vertreten sind. Ich packe an und setze um für einen starken Kanton Luzern und eine unabhängige Schweiz!» Zuversicht geben Müller die 54 992 Luzernerinnen und Luzerner, die ihm die Stimmen im ersten Wahlgang gaben.Text & Bilder Claudia Surek

Entspannt: Damian Müller und Peter Schilliger.

Entspannt: Damian Müller und Peter Schilliger.

Franz Grüter und Roland Fischer (r.) im Interview mit dem Schweizer Fernsehen.

Franz Grüter und Roland Fischer (r.) im Interview mit dem Schweizer Fernsehen.

Momentaufnahme von Peter Schilliger im Regierungsgebäude.

Momentaufnahme von Peter Schilliger im Regierungsgebäude.

Irene Keller vertieft in ihr Tablet.

Irene Keller vertieft in ihr Tablet.

Yvette Estermann im Gespräch mit Journalisten.

Yvette Estermann im Gespräch mit Journalisten.

Der ehemalige Ebikoner SVP-Präsident Markus Schumacher schaut Franz Grüter über die Schultern.

Der ehemalige Ebikoner SVP-Präsident Markus Schumacher schaut Franz Grüter über die Schultern.