Rigi Anzeiger

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Die Zeichen für Bushub und Linienverlängerung stehen gut

Ebikon: Voraussichtlich am 29./30. Januar 2018 wird der Kantonsrat über die beiden Sonderkredite von 14,5 Millionen bzw. knapp 11,9 Millionen Franken für die Verlängerung der Trolleybus-Linie 1 nach Ebikon und den Bushub in Ebikon befinden. Die meisten Parteien sind den Projekten positiv gesinnt. Ausnahme bildet die SVP, die sich dagegen aussprechen wird.

cek. Die SVP Luzern hat bereits im Dezember 2017 eine Rückweisung der Botschaft B 99, die die beiden Projekte beinhaltet, gefordert. Als Gründe nennt sie die veraltete Technik der Verkabelung durch die Fahrleitungen, die fehlende Akzeptanz bei der Bevölkerung und den fehlenden Wettbewerb. Sie ist der Ansicht, dass das heutige Angebot ausreicht und kurzfristig kein dringender Ausbaubedarf besteht. «Die B 99 ist aus Sicht der SVP nicht rechtskonform. Die beiden Geschäfte sind nicht trennbar und müssen daher bei einem Kreditvolumen von über 25 Millionen Franken durch den Souverän bestimmt werden», lässt ausserdem Daniel Keller, SVP-Kantonsrat in einer Mitteilung verlauten. Das sieht die FDP des Kantons Luzern anders. «Die Botschaft B 99 ist keineswegs eine Einheit, sondern besteht aus zwei Teilen, einerseits der Trolleybusverlängerung, andererseits dem Bus­hub beim Bahnhof Ebikon, welcher Zug, S-Bahn, 6 Buslinien etc. verbindet. Die beiden Beträge von 14,5 und 11,875 Millionen Franken sind daher nicht als Gesamtes zu betrachten, womit auch kein Grund für ein obligatorisches Referendum besteht», teilt FDP-Kantonsrat Herbert Widmer mit. Die Liberalen des Kantons Luzern haben sich sehr intensiv mit dem Projekt befasst, die verschiedenen Möglichkeiten analysiert und die Gegen-Argumente der SVP studiert und sind zum Schluss gekommen: «Wie die vergangenen Wochen deutlich gezeigt haben, ist das Angebot vor allen von und zur Mall heute keineswegs ausreichend. Ein Abwarten während 4 bis 5 Jahren, bis die neuen batteriebetriebenen Entwicklungen einsatzreif sind, brächte keine Lösung, sondern mehr Verkehrschaos. Vor allem ist zu berücksichtigen, dass es sich um eine Verlängerung der Linie 1 (Kriens – Mall) handelt. Ein Verzicht auf die Verkabelung würde ein zeitraubendes Umsteigen im Maihof Luzern erfordern. Der kürzlich in den Medien vorgestellte Bus mit Batterieantrieb steht vor der Erprobung, ist wohl noch länger nicht als Doppelgelenkbus geplant und wäre damit in seiner Kapazität ungenügend. In Genf fährt ein drahtunabhängiger, batteriebetriebener Bus seit dem 4. Dezember 2017, die Städte Zürich und St. Gallen haben ein ähnliches Projekt aufs Eis gelegt. Die Bevölkerung hat das Projekt mit Ausnahmen akzeptiert. Der Wettbewerb erfolgt anlässlich der regelmässig durchgeführten Ausschreibungen und nicht innerhalb einer als Ganzes zu behandelnden Linie.»

Voraussichtlich Ende Januar entscheidet der Kantonsrat, ob die Verlängerung der Trolleybus-Linie 1 und der Bushub in Ebikon realisiert werden.  Foto: Eveline Beerkircher, vbl

Voraussichtlich Ende Januar entscheidet der Kantonsrat, ob die Verlängerung der Trolleybus-Linie 1 und der Bushub in Ebikon realisiert werden.
Foto: Eveline Beerkircher, vbl

Bushub ist ein bewährtes System
Da die CVP-Fraktion erst am 24. Januar ihre Sitzung abhalten und die erwähnte Botschaft behandeln wird, teilte aus ihren Reihen Kantonsrat Stefan Roth seine persönliche Haltung mit: «Das Rontal ist ein bedeutender Entwicklungsschwerpunkt im Kanton Luzern. Um dem Wachstum im Rontal begegnen zu können, braucht es zeitnah mehr ÖV-Kapazitäten. Der Trolleybus ist noch immer das einzige flächendeckend erprobte und auch das ökonomischste System. Warten ist keine Option für das Rontal! Die Fahrgäste profitieren von der durchgehend verlängerten Linie 1 ohne Umstieg. Mit dem geplanten Bushub werden Umsteigebedingungen attraktiv und berücksichtigt neben dem ÖV auch die Knotenpunkte aller anderen Verkehrsmittel.» Die Grünliberalen befürworten ebenfalls die Trolleybus-Verlängerung und den Bushub in Ebikon. Deren Präsident Roland Fischer fügt an: «Bei der Anbindung der Mall of Switzerland würden wir zwar gerne einer neueren Technologie wie beispielsweise dem Einsatz von Wasserstoff-Bussen oder Elektro-Bussen den Vorzug geben. Diese Technologien sind mittlerweile weit fortgeschritten und stehen zur Anwendung bereit. Im Sinne einer pragmatischen und rasch realisierbaren Lösung befürworten wir jedoch die Verlängerung der bestehenden Trolleybus-Linie. Das Konzept des Bushubs an den Bahnhöfen ist ein bewährtes System, das zum Beispiel im Kanton Zug gut funktioniert und in der ganzen Agglomeration Luzern konsequent umgesetzt wird. Damit kann der öV deutlich attraktiver gemacht werden.»

ÖV-Ausbau ist unabdingbar
Die SP-Fraktion begrüsst beide Bauprojekte, denn sie findet, dass sie den öffentlichen Verkehr im Rontal attraktiver mache. Doch komme die Verlängerung der Buslinie 1 zur Mall of Switzerland klar zu spät. SP-Kantonsrat Marcel Budmiger weiter: «Die aktuellen Verkehrsprobleme waren absehbar, leider wurde aber einmal mehr am falschen Ort gespart. Mit der Initiative ‚Vorwärts mit dem öffentlichen Verkehr‘ der Luzerner Allianz für Lebensqualität erhält der öV wieder mehr Planungssicherheit, trotz der kantonalen Finanzierungslücken.» Zum Bushub Ebikon meint die SP, dass sie das Umsteigen auf die S-Bahn erleichtere. Während Pendler-Spitzenzeiten seien jedoch weiterhin Direktkurse in die Stadt Luzern wohl notwendig, zumal die S-Bahn noch nicht im Viertelstundentakt fahre. Die Grünen des Kantons Luzern sind nach wie vor überzeugt, dass die Mall of Switzerland den Rontaler Gemeinden mehr Schaden als Nutzen bringe. «Zurzeit aber ist die Mall ein Fakt und die Rontaler Gemeinden wachsen. Das bringt ein grösseres Mobilitätsbedürfnis mit sich, welches mit dem öffentlichen Verkehr bewältigt werden muss. Ein Ausbau des öV-Angebotes, wie er nun in der Botschaft vorgeschlagen wird, ist unabdingbar», teilt Grüne-Kantonsrat Urban Frye mit. Von den Grünen begrüsst wird die Entwicklung von batteriebetriebenen Verkehrsbussen. Doch da nicht bekannt sei, wann diese für Bedürfnisse wie den öV-Ausbau in den Rontaler Gemeinden, vorhanden sein wird, befürwortet sie die Verlängerung der Linie 1 mit dem klassischen Trolleybus. Dem Einsatz von Dieselbussen als Übergangslösung kann sie nichts abgewinnen. «Dann müssten die öV-Benützer ein weiteres Mal im Maihof auf den Trolleybus umsteigen», sagt Urban Frye.

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