Rigi Anzeiger
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Dieser Stammbaum kann sich sehen lassen

Megger Familienverband der «Hofer» traf sich im Gemeindehaus

Das Geschlecht der «Hofer» gehört zu den alteingesessenen Megger Bürgern und verfügt über einen umfassenden Stammbaum mit Ahnen- und Stammtafeln. Die Aufzeichnungen reichen von der Gegenwart bis ins 16. Jahrhundert zurück und umfassen jetzt 13 Generationen.

«Was machst du? Wo wohnst du? Wie geht es dir? Kannst du dich noch an dieses Ereignis erinnern?» Wie an einer Klassenzusammenkunft geht es auch beim Hofer-Treffen zu und her, wenn sich die grosse Verwandtschaft aus nah und fern zu ihrem Familienanlass trifft, der eine gewisse Tradition hat. Über 140 Familienmitglieder und ihre Angehörigen trafen sich im November 2012 im Megger Gemeindehaus, um bei einem Apéro und einem anschliessenden Mittagessen sich einerseits gegenseitig kennen zu lernen und anderseits sich mit der Familiengeschichte auseinander zu setzen.

Unter dem Titel «Stammbaum der Hofer von Meggen und Luzern» liegt ein interessantes Dokument vor, das eine grosse Menge bekannter Personendaten der Familien Hofer einfach und übersichtlich darstellt. 882 Personendatenblätter bildeten die Grundlage für diese Dokumentation, was mit den männlichen Erbfolgern, den Hofer-Töchtern und ihren Kindern zusammen einen Stammbaum mit 1233 Personen ergibt. Mit einer tabellarischen Darstellung gelang es, eine baumähnliche Struktur zu erreichen und den Stammbaum in 16 Teile zu gliedern. Die Unterteilung in einen Ahnenteil mit Ahnentafeln und in einen Stammbaumteil mit Stammtafeln ergab sich aus der Entwicklung des Hofergeschlechtes. Die älteste Persönlichkeit in der grossen Hofer-Familie ist der Ahnherr Johannes, geboren um 1560. Seine Nachkommen sind in den Ahnentafeln aufgelistet. Aus unbekannten Gründen sind alle diese alten Stämme irgendwann verödet, ausgenommen der Zweig des Stammvaters Niklaus Josef, geboren 1708. Er und alle seine Nachkommen sind in den sich daraus ergebenden Stammtafeln aufgelistet. Mit Hilfe von Registern können heutige Hofer-Nachkommen sich im Blätterwald des Stammbaum-Dokuments mit rund 190 Seiten zurechtfinden und ihre Wurzeln ausfindig machen. Eine spannende Sache, die Rückwärtsbeziehungen über Gross-, Ur- und Ururgrosseltern bis zum Stammvater zu verfolgen. So beschreibt der heutige Hofer-Stammbaum als Zeitdokument in seiner Form die Geschichte und Wurzeln dieses traditionsbewussten Megger Geschlechts und wirkt dem Vergessen entgegen.

Interessante Aufzeichnungen zum Stammbaum der Hofer stammen aus der Chronik von Nikolaus Hofer, geboren 1807, Pfarrer von Wynikon, vom ehemaligen Stadtkaplan zu St. Peter in Luzern, Jost Hofer mit dem Geburtsjahr 1881 und vom 2005 verstorbenen Megger Dorfarzt Alfred Fischer. Autor des heute vorliegenden Hofer-Stammbaums ist Joseph Hofer mit Jahrgang 1953. Ein zehnköpfiges Vorstandskomitee unter Leitung des ehemaligen Gemeinderats Gottfried Hofer hat den Verfasser des Stammbaums unterstützt.

Ein Stammbaum gibt immer eine statische Momentaufnahme wider. Mit jeder Geburt, mit jedem Tod und mit jeder Heirat verliert er etwas an Aktualität. Zudem ist ein Stammbaum eine ziemlich nüchterne Aufzeichnung von Daten von Vorfahren und unterlässt es, näher auf die Lebensumstände der aufgeführten Menschen einzugehen. Um den Stammbaum-Daten mehr Inhalt geben zu können, ist ein Dreier-Hofer-Team daran, Wissenswertes über die Ahnen in Erfahrung zu bringen und dann eine Familienchronik, eine Hofer-Chronik zu erstellen. Aufnahme finden in dieser geplanten Chronik wird sicher die Biografie des bekanntesten Hofer, des Dichters Fridolin Hofer, der von 1861 bis 1940 gelebt hat. Aber auch die verschiedenen Hofer-Stämme, die sich über Meggerhöfe, wie Oberbenzeholz, Rotmatt, Tannenboden oder vom Hobacher definieren, sollen aufgearbeitet werden. Auch Anekdoten und Erzählungen sollen Platz finden. Die Chronikgruppe hat also noch viel Knochenarbeit zu leisten. Das Hofer-Treffen vom vergangenen Jahr ist in einem Fotobuch «verewigt» worden und zeigt anhand vieler Bilder die verwandtschaftlichen Beziehungen unter den heute lebenden Hofer-Familien und -Stämmen.

Die Flucht des «Cetera-Wisu»
Die Hofer seien eine sehr eigenwillige Familie, hält der Berufsfischer Gottfried Hofer im Vorwort zum Stammbaum fest. Das belegt auch eine Geschichte vom «Cetera-Wisu», der wahrscheinlich Alois Hofer hiess.
Der «Cetera-Wisu» soll ein unsteter und wenig Vertrauen erweckender Geselle und in jüngeren Jahren Söldner gewesen sein. Aus dem Dienst soll er jedoch mehrmals mit einem grösseren Soldbetrag in der Tasche davon gelaufen und nach Hause zurückgekehrt sein. Hier wurde er dann von Landjägern aufgegriffen und wegen Fahnenflucht gefangen genommen. Als einmal zwei Landjäger gegen Abend auf die Angelfluh kamen, wo der «Cetera-Wisu» wohnte, um ihn zu verhaften, hatte er hundert Ausflüchte, um einer Gefangennahme zu entgehen. Unter Aufsicht eines Wachmanns durfte er bis zum nächsten Morgen in einer Kammer im Haus auf Angelfluh noch übernachten. Nachts verstopfte der Wisu am Feuersteingewehr seines Bewachers die Öffnung mit einem Holzsplitter, packte ein kleines Bündel und stieg zum Fenster hinaus. Als der Landjäger die Flucht bemerkte, lud er seine Flinte und wollte einen Warnschuss abgeben. Natürlich ohne Erfolg. Wisu hatte längst das Weite gesucht. Man erzählt, er sei von der Angelfluh bei noch halbem Nachtdunkel über den See nach Kehrsiten geschwommen. Ob man ihn später doch noch erwischt hat, weiss niemand.

Quellen: Joseph Hofer: Stammbaum der Hofer von Meggen und Luzern. Ausgabe vom 26. Mai 2002/ Hofer Chronik Gruppe: Vorschlag für die Chronik der Hofer-Familien von Meggen