Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

«Digitaler Wandel ist Tatsache!»

Buchrain: Im Rahmen einer Mittagsveranstaltung – initiiert durch den Gemeinderat von Buchrain und durchgeführt für Vertretungen von Unternehmen, Gewerbebetrieben, Verwaltungen und Parteien – stand das folgende Thema im Mittelpunkt «Fit für die Digitalisierung – oder geht es auch ohne?»

Prof. Dr. René Hüsler: Das papierlose Büro ist oft noch ein Mythos. Bild jp

Prof. Dr. René Hüsler: Das papierlose Büro ist oft noch ein Mythos. Bild jp

jp. «Dem Buchrainer Gemeinderat ist es ein wichtiges Anliegen, mit den einheimischen Unternehmen, Gewerbebetrieben und den Ortsparteien in Kontakt zu sein», erklärte die Gemeindepräsidentin, Käthy Ruckli. «Wir wollen einerseits diesen Partnern etwas bieten, anderseits aber auch die Möglichkeit geben, in direkten Gesprächen Anliegen vorbringen zu können. Deshalb hat der Gemeinderat Geschäftsinhaber und Führungskräfte zu diesem Mittagsanlass mit dem Thema ‹Digitalisierung› eingeladen.»

Praxiseinblick in die Digitalisierung
In einem kurzen Statement zeigte Gemeindeschreiber Philipp Schärli auf, wie die Digitalisierung die Gemeinden, Verwaltungen, Behörden und Schulen verändert. E-Government Schweiz ist die Organisation von Bund, Kantonen und Gemeinden für die Ausbreitung elektronischer Behördenleistungen. Ein realisiertes Projekt ist beispielsweise das E-Voting im Kanton Luzern für Auslandschweizer. Im E-Government Luzern sind drei zentrale Konzepte umgesetzt, nämlich die Internetsteuererklärung, eBAGE+, ein Programm vom eBaugesuchsformular bis zur allfälligen elektronischen Beschwerdeeinreichung beim Kantons- und Bundesgericht und GEVER, eine Geschäftsverwaltung mit digitaler Langzeitarchivierung. Anschaulich illustrierte Schärli, wie heute die Schülerinnen und Schüler im Schulzimmer mit Laptop und Tablets arbeiten.

Fit für die Digitalisierung?
Nach der Vorspeise, aber vor dem Hauptgang aus der Küche des Alterszentrums Tschann, folgte das Referat von Professor Dr. René Hüsler, Hochschule Luzern – Informatik. Einleitend hielt er fest: «Über die umfassende Digitalisierung und ihre Folgen für Wirtschaft wie für Private wurde schon viel geschrieben. In einem Punkt sind sich alle Autoren einig: Sie kommt, und sie lässt sich nicht mehr aufhalten. Doch über die Auswirkungen auf die Strukturen der Unternehmen herrscht keine Einigkeit.» Die Digitalisierung definierte er allgemein als Veränderungen von Prozessen, Objekten und Ereignissen bei zunehmender Nutzung digitaler Geräte und Technologien mit den Zielen, Vereinfachungen und Optimierungen bezüglich Ressourcen und Effizienz zu erreichen. Mit ein paar Bildern und Grafiken zeigte er den unaufhaltsamen technischen Fortschritt vom ersten Röhrencomputer bis zum heutigen Smartphone auf. Mit weiteren Beispielen illustrierte er den Einzug der Digitalisierung ins Berufsleben, in die Welt des Reisens, ins Transportwesen mit Drohnen oder in die Entwicklung neuer Autos. Nach einem kurzen Einblick in die Bereiche der künstlichen Intelligenz und der Robotik stellte sich für alle Zuhörenden die Fragen: Bin ich fit für die digitale Revolution? Wie kann ich meine Organisation anpassen, um die Vorteile der digitalen Technologien zu nutzen und den Geschäftswert zu steigern? Zusammenfassend hielt der Referent fest: «Digitaler Wandel ist Tatsache! Gewohntes verschwindet. Neues entsteht. Ein gewisser Zwang zum Mitmachen besteht. Es gilt, das Potenzial zu nutzen.»

Wo und wie Unterstützung holen?
Eine zentrale Frage in der Diskussionsrunde war, wie sich ein Unternehmen, ein Gewerbebetrieb auf den Weg der digitalen Transformation machen kann. Wie kann Wachstumspotenzial, Effizienzsteigerung mittels IT-Technologien generiert werden? Wo erhalte ich Unterstützung in diesem komplexen Bereich? Dr. Hüsler machte klar, dass vor einem Einstieg in den digitalen Wandel einige grundlegende Fragen in einem Betrieb geklärt sein müssten. Dazu könne man auf Dienstleistungen der Hochschule Luzern zugreifen.