Rigi Anzeiger
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Dingsbums

Haben Sie auch ein «Gädschet»? Bestimmt. Denn Gadget bezeichnet kleine technische Wunderdinge, ohne die der Alltag nicht mehr möglich zu sein scheint.

Kolly_kleinEin technisches Werkzeug oder Gerät mit bisher so nicht bekannter Funktionalität und oder besonderem Design, umschreibt Wikipedia das «Gädschet», das demzufolge klein und handlich ist, weil zum Mitführen konzipiert. Und vor allem mit einem grossen Spassfaktor ausgestattet. So ein kleiner, raffinierter technischer Gegenstand, ein neckischer Grenzgänger zwischen sinnvoller Funktionalität und Verspieltheit. iPhone, Kamera, Tablet – alle sind sie «Gadgets». Tagtäglich oder nächtlich im Gebrauch, aus dem Leben nicht mehr wegzudenken. So etwas wie die goldenen Kälber unserer Zeit.
Als moderner Mensch besitze ich selbstverständlich auch solche «Dingsbums» und empfinde sie manchmal durchaus als praktisch. Das Mobiltelefon hat was sehr Gewinnendes, das gebe ich heute gerne zu, auch wenn ich mich anfänglich ziemlich dagegen wehrte. Permanent verfügbar sein zu müssen, schien mir damals nicht als erstrebenswertes Ziel. Ist es auch heute noch nicht. Im Gegenteil. Wenn ich mir bisweilen eine Handyauszeit gönne, fühlt sich das schon fast wie vier Wochen Urlaub auf der abgeschiedenen Insel an. Frei, kein Stress, keine Überwachung, keine Kontrolle.
Doch daraus wird vorläufig nichts. Ich besitze nämlich ein neues «Gädschet». Mein Hausmechaniker hat mir so ein Dingsbums geschenkt, das meine Schritte zählt, meine Herzfrequenz misst, meinen Pulsschlag festhält, die zurückgelegten Kilometer auflistet, die geleisteten Höhenmeter und die verbrauchten Kalorien. Auch meine Schlafgewohnheiten werden in blauen Grafiken festgehalten. Tiefschlafphasen und leichte Schlafperioden werden gnadenlos in mein Bewusstsein gerückt. Was, ich hatte nur acht Minuten bis zum Einschlafen? Das kleine Ding weiss alles. Ich kann es bequem in der Hosentasche verstecken oder auch cool am Handgelenk tragen. Damit vermag ich besonders bei jenen Herren der Schöpfung Eindruck zu schinden, die einen Hang für technischen Schnickschnack haben. Und das sind nicht wenige, was wohl auf das Jägergen zurückzuführen ist. Da wird die Information, dass ich mich nun im vom App überwachten Schritt-Duell mit meinem Hausmechaniker befinde, mit glänzigen Äuglein registriert. Und ich weiss jetzt also, quasi wissenschaftlich untermauert, wie bewegungsreich meine Tage verlaufen, wann ich von meinem Gesundheitssoll meilenweit entfernt bin und ich dringend ein paar Sportstunden absolvieren sollte. Irgendwie hab ich das auch ohne dieses Dingsbums gewusst. Linda Kolly

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