Rigi Anzeiger
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Die Frauen ziehen die Fäden

Die Fasnachtsgruppe «Apero» belebt die Küssnachter Fasnacht

Im 2000 taten sich ein paar Erwachsene, die sich gerne zum Apéro trafen, zusammen. Während eines Apéros hatten sie die Idee eine Fasnachtsgruppe zu bilden – klar mit dem Namen «Apero». Ein Jahr später belebten sie erstmals die Küssnachter Fasnacht. Seither fallen sie mit ihren kreativen, bunten und stets aussergewöhnlichen Auftritten auf.

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Mit selbst angefertigten Musikinstrumenten sorgte die Fasnachtsgruppe «Apero» im vergangenen Jahr für Aufmerksamkeit.

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Ein Teil der Fasnachtsgruppe mit den Gründerinnen (kniend v.l.) Irene Durrer, Lisa Horat und Felicitas Sidler traf sich diese Woche zum Apéro.

 

Die eigentlichen Gründerinnen der Fasnachtsgruppe «Apero» sind Lisa Horat, Irene Durrer und Felicitas Sidler – drei eingefleischte Fasnächtlerinnen. Von Beginn weg war für sie klar, sie wollten nicht einfach nur am Umzug mitspazieren, sondern die Zuschauer miteinbeziehen sei es durch Musik, Tanz, Witze, Gespräche, Waren verteilen usw.. Zusammen mit befreundeten Männern und Frauen, mit denen sie sich regelmässig zum Apéro trafen, traten sie erstmals an der Küssnachter Fasnacht 2001 als Indianer auf. Die Kinder – damals waren es 31 – nahmen sie mit. Schon ein Jahr später sorgten sie als Hühner für Gesprächsstoff. Sie schütteten Federn aus Bettdecken, die eigentümlicherweise ihren Weg bis in die Küssnachter Kirche fanden. Spektakulär waren die riesengrossen Hüte mit einem Durchmesser von 1.25 Metern, die sie als Cowboys 2007 und 2008 trugen und den Line Dance zelebrierten. Anlässlich ihres 10-Jahr-Jubiläums kreierte und nähte jede Familie einen «Plätz» aus Stoffen, die sie für ihre vergangenen Sujets verwendeten und fügten sie zu einer Fahne zusammen. In den vorangegangenen zwei Jahren – das dürfte bei vielen noch in bester Erinnerung sein – sorgten diese Fasnachtsgruppe als fite «Aperowalker» und musizierende «Apero-Brothers» mit selbst gefertigten Instrumenten für Furore. Bescheidenerweise erwähnen die drei Gründerfrauen nur nebenbei, dass sie schon an einigen Prämierungen mit ihren Sujets Preise gewannen.

Fasnachtsbeginn im Sommer

«Im Sommer beginnen wir für die nächste Fasnacht zu planen, entscheiden uns für ein Sujet und im August bestellen wir das Material», erzählte Felicitas Sidler und fügte an: «Vor Weihnachten haben wir alles fertig, müssen nur noch kleine Details fertigstellen und ausschmücken.» Bei der Herstellung von Masken, Kostümen und Utensilien reissen alle an einem Strick. Hin und wieder treffen sich die Familien gemeinsam zum Basteln. «Den Wagenbau überlassen wir vornehmlich den Männern», erzählten die drei Frauen, die im wahrsten Sinne des Wortes die Fäden bei der Fasnachtsgruppe «Apero» ziehen. Der Wagen mit installierten Boxen für die Musik spielt bei der Gruppe eine zentrale Rolle. Wenn nötig, studieren die Frauen, Männer und Kinder auch noch eine Choreografie ein. Apropos Kinder: Das jüngste unter ihnen ist vierjährig. Diese Woche traf sich die Fasnachtsgruppe, die zurzeit 22 Erwachsene und 13 Kinder zählt, zum Apéro – just vor ihrem ersten Auftritt am Schmutzigen Donnerstag. Dann wird sie ihr neues Sujet den Zuschauern präsentieren. «Es ist ein feierliches, für das wir sehr viel Stoff brauchten», verriet Felicitas Sidler. Mehr liess sich von ihr nicht entlocken.