Rigi Anzeiger
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«E Ludo, e Lade, es Kafi im Dorf»

Mit dem «treff•6038» ging in Gisikon ein Traum in Erfüllung: Wie heisst es doch… wenn einer alleine träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, ist es der Anfang einer neuen Wirklichkeit. In Gisikon träumten viele lange davon. Und am letzten Samstag hat die neue Wirklichkeit begonnen. Die Gemeinde hat jetzt den «treff•6038» mit Ludothek, Café und Lädeli. Das Dorf und die Region sollen damit lebendiger werden.

vrt. Obwohl Gisikon eine attraktive Wohngemeinde ist, fehlte bislang ein Dorftreffpunkt. Das ist jetzt Vergangenheit. Am letzten Samstag konnte der «treff•6038» eröffnet werden – der Name in Anlehnung an die Postleitzahl von Gisikon. Auf einer Fläche von 235 Quadratmetern wurden eine moderne Ludothek mit Spielzimmer, ein hübsches Café und ein kleines Lädeli realisiert. Eine einzigartige und spannende Kombination.

«Die Idee zu diesem Treffpunkt stammt ursprünglich vom Gemeinderat», sagte an der Eröffnungsfeier Ruedi Maurer, bis Ende August Gemeindepräsident und jetzt Präsident der Genossenschaft «treff•6038». «Der Wunsch eines eigenen Dorfladens in Gisikon besteht schon lange.»

Auf dem Weg zur Verwirklichung gründete man erst den Verein «treff•6038», welcher im vergangenen August in eine Genossenschaft umgewandelt wurde. Anteilscheine gab und gibt es für Fr. 603.80 zu zeichnen.

Nebst einem Gemeindebeitrag von 100000 Franken und grosszügigen Sponsoren, hat der Eigentümer der Überbauung Weitblick massgeblich zur Realisierung beigetragen. «Ohne ihn gäbe es diesen Treffpunkt nicht», sagt Gemeindeschreiber Beat Amrein, der sich als Projektleiter für den Treff stark machte und nun stolz ist, dass damit auch mehrere Teilzeitstellen geschaffen wurden. 16 Frauen engagieren sich in der Ludothek, im Café oder Lädeli.

 

Attraktive Angebote

In der Ludothek, an deren Betriebskosten die Nachbargemeinden Honau, Root und Dierikon finanziell mittragen, gibt es über 500 Spiele für Jung und Alt, für grosse und kleine Kinder. Da finden sich elektronische Spiele und Konsolen genauso wie Rollen-, Familien- und Lernspiele, Playmobil, Lego, Puzzle… alles, was das Spielerherz begehrt. Das moderne EDV-Programm ermöglicht es, das Sortiment online anzusehen und Spiele zu reservieren. Nebst den Co-Leiterinnen Andrea Stirnimann aus Gisikon und Claudia Stirnimann aus Root sind weitere neun Mitarbeiterinnen in der Ausleihe tätig.

Im Spielzimmer, das der Ludothek angegliedert ist, dürfen sich die Kinder verweilen, währenddem die Erwachsenen gleich nebenan das Café besuchen. In modernen, hellen Räumen – mit Blick auf den neuen Kreisel und in die Weite – wird Wert auf eine persönliche und freundliche Bedienung gelegt. Es gibt kleine Snacks und köstliche Kuchen und immer freitags ein Mittagessen – gesund, günstig, regional und saisonal. Innerhalb des Cafés befindet sich auch das Lädeli mit Frischprodukten, mit Broten, Milch und Joghurt aus der Region. Aber auch Geschenke, Dekorationen und Blumen werden angeboten und das Sortiment wird auf Wunsch gerne erweitert. Hauptverantwortlich für Lädeli und Café sind Margrit Eiholzer und Jeanette Wernli.

 

Nicht nur für Gisiker

Die Eröffnung wurde zusammen mit der Kreisel-Einweihung gefeiert. Weit über 200 Personen nahmen am währschaften Buure-Zmorge im Zentrum Mühlehof teil. Der eigentliche Eröffnungsakt fand dann direkt vor dem «treff•6038» statt, mit einem eigenen Song – komponiert und gesungen von Barbara und Patrik Bachmann mit dem Refrain: «Mer hend e Ludo, e Lade, es Kafi im Dorf.» Musikalisch begleitete die Feier auch die Musikgesellschaft Root – ihr Marsch im Gleichschritt um den Kreisel wird wohl einmalig bleiben.

Gemeindeleiter Lukas Briellmann nahm die Einsegnung vor und Sabine Burkart, Vereinspräsidentin der Schweizer Ludotheken, betonte in ihren Begrüssungsworten die Wichtigkeit des Spielens. Sie gab ihrer Freude darüber Ausdruck, dass zu den fast 400 Ludotheken in der Schweiz nun eine weitere dazu gekommen ist und dies erst noch auf Initiative einer Gemeinde. In Anspielung auf die Örtlichkeit meinte sie, habe Gisikon damit viel Weitblick bewiesen.

Mit dem grossen Besucheraufmarsch bekundeten die Gisiker ihre Freude über den neuen Treffpunkt. Dieser ist aber nicht nur für «Einheimische» gedacht. Das zeigten die zahlreichen Behördenvertreter aus den umliegenden Rontalgemeinden. Oder wie Ruedi Maurer sagte: «Der ‹treff•6038› soll ein Magnet sein und auch Leute aus der Region anziehen.»