Rigi Anzeiger
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Ebikon: Baustart mit Hoffnung und Wünschen

Drachenstein, Ebikoner Ortsbuch, Dierikoner Fahne und alte Pläne als Grundstein für die Mall of Switzerland

Mit Feuer und gfürchigen Drachen aus Blech, wirbligen Akrobaten und Reden voll von guten Wünschen und bangen Erwartungen markierten Bauherrschaft und Generalunternehmer den Baustart für die «Mall of Switzerland» beim Autobahnzubringer in Ebikon/Dierikon.

«Was lange währt wird endlich gut» – die alte Redensart zog sich wie ein roter Faden durch die Ansprachen im grossen Festzelt auf dem Baugrund beim Autobahnzubringer. Sie hat bei diesem Projekt natürlich ihre Berechtigung.

«Seriöse Entwicklungsarbeit»

An die lange Vorgeschichte der «Mall» erinnerten die Redner bei der Grundsteinlegung. Vor zwölf Jahren begann die «Story» mit der Idee eines «Begegnungszentrums im heutigen Life-Style». 2003 präsentierte Schindler das konkretisierte Projekt für die Verwertung der nicht mehr benötigten Baulandreserve ronabwärts der Fabrik. Die Eröffnung war für 2006 geplant. Das war schon bald nur noch ein frommer Wunsch. Dem Grossprojekt erwuchs Opposition, und erst die Zustimmung der Bürgerschaft zum Bebauungsplan für Ebisquare im Jahr 2006 gab den Weg frei für weitere Konkretisierungen. Nun allerdings erwies sich die Suche nach Investoren schwieriger als erwartet. Mit Halter stieg dann ein Unternehmen ein, das Erfahrung mit Entwicklung und Realisierung von Grossprojekten hat. Halter modifizierte Ebisquare zur Mall of Switzerland. Eine letzte Einsprache gegen dieses abgeänderte Projekt wurde Anfang 2014 abgeschrieben. Für Matthias Luecker Chairman und CEO der deutschen FEO-Gruppe, die als Bauherr auftritt, sind zehn, zwölf Jahre «kein übermässig langer Zeitraum für die Entwicklung eines so grossen Projekts». In der Schweiz, die er als investorenfreundliches Land pries, sei die Entwicklungsphase im Vergleich mit andern Standorten allerdings sehr gründlich und seriös vorangetrieben worden. Für die «Mall of Switzerland» sei das finanzielle Engagement des Staatsfonds von Abu Dhabi (Abu Dhabi Investement Authority) eine Auszeichnung, da dieser Fonds grössten Wert auf Nachhaltigkeit und langfristige Wertschöpfung lege.

«Freude und Sorge»

Für Investoren, Bauherrschaft, Generalunternehmer und Mieter war der Tag der Grundsteinlegung ein Freudentag. In den betroffenen Gemeinden Ebikon und Dierikon schaut man dem Baustart mit gemischten Gefühlen entgegen. Für Daniel Gasser, Gemeindepräsident von Ebikon, wird mit dem Baustart «ein Kapitel Ebikoner Geschichte» geschlossen. Das Projekt habe in der Gemeinde polarisiert wie kein anderes Vorhaben. Wichtig sei jetzt, dass man «den Verkehr in den Griff» bekomme, und dass sich das Dorfzentrum nicht entleere. Er hoffe, dass sich die Region zusammen mit der Gebietsmanagerin Luzern Ost zu einer attraktiven Region entwickle. Hans Burri, Gemeindepräsident von Dierikon erklärte, in seiner Gemeinde bereite das zu erwartende Verkehrsaufkommen Sorge. «Vom Kanton und der Bauherrschaft erwarten wir Massnahmen, wenn sich das Verkehrsproblem zuspitzen sollte», erklärte Burri. Mit dem Parkhaus, das über dem Autobahnzubringer gebaut wird, erhoffe man sich in Dierikon eine lärmdämpfende Wirkung, denn der Zubringer überziehe die Wohnquartiere «wie eine Trompete» mit einem Schallteppich. Der Entwicklungsschub, der mit der Mall of Switzerland zu erwarten sei, wirke sich auf die Region «hoffentlich positiv» aus, erklärte Hans Burri. Robert Küng, der kantonale Baudirektor und Regierungspräsident bezeichnete die Mall of Switzerland als «Schlüsselprojekt für den Kanton Luzern». Es sei ein gutes Zeichen für den Kanton, dass hier Projekte von solch «aussergewöhnlichen Dimensionen» realisiert werden, meinte er.

Versenkt: Regierungspräsident Robert Küng (links) und Bauherren-CEO Matthias Luecker liessen die Grundstein-Kiste im Baugrund verschwinden.

Versenkt: Regierungspräsident Robert Küng (links) und Bauherren-CEO Matthias Luecker liessen die Grundstein-Kiste im Baugrund verschwinden.

Mit gemischten Gefühlen: Die Gemeindepräsidenten Daniel Gasser, Ebikon, Hans Burri, Dierikon, und Regierungspräsident Robert Küng (von links) hoffen auf gutes Gelingen des Mega-Projekts.

Mit gemischten Gefühlen: Die Gemeindepräsidenten Daniel Gasser, Ebikon, Hans Burri, Dierikon, und Regierungspräsident Robert Küng (von links) hoffen auf gutes Gelingen des Mega-Projekts.

Zuversichtlicher Bauherr: Matthias Luecker, CEO der deutschen FREO-Gruppe lobte die Schweiz als investorenfreundliches Land.

Zuversichtlicher Bauherr: Matthias Luecker, CEO der deutschen FREO-Gruppe lobte die Schweiz als investorenfreundliches Land.