Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Ebikon ohne Bushub – was dann?

Ebikon: Sowohl an der Orientierungsversammlung vom 17. Mai wie auch an einer öffentlichen Veranstaltung des VCS von vergangener Woche stand unter anderem eine Frage zur Optimierung des Gesamtverkehrs im Gebiet Luzern Ost im Fokus: Was geschieht, wenn in Ebikon der Bushub nicht realisiert wird?

So soll der Bushub beim Bahnhof Ebikon dereinst aussehen. Visualisierung zVg.

So soll der Bushub beim Bahnhof Ebikon dereinst aussehen. Visualisierung zVg.

cek. Eine Massnahme zur Optimierung des Gesamtverkehrs im Gebiet Luzern Ost (umfasst alle Rontaler Gemeinden) sieht die Verlängerung der Trolleybuslinie 1 bis zur Mall of Switzerland vor. Dazu kommen sogenannte RBusse zum Einsatz. Erschlossen wird die Verlängerung über eine Oberfahrleitung. Für diese Variante entschied sich die VBL, nachdem sie verschiedene andere alternative elektrische Antriebsarten auf eigenen und wenig frequentierten Linien geprüft hat. Auch Prototypen aus anderen Städten wie Genf sind in die Prüfung mit eingeflossen «Derzeit kann mit keiner alternativen elektrischen Antriebsart der Fahrbetrieb vom Maihof bis Ebikon via Mall of Switzerland und zurück mit dem Doppelgelenkbus sichergestellt werden. Die verfügbaren Batterieleistungen sind dafür wesentlich zu klein», informierten anlässlich der Orientierungsversammlung in Ebikon Andreas Zemp, Leiter Technik bei der VBL, und Roman Steffen vom Verkehrsverbund Luzern. Weiter erläuterten sie, dass grössere Batterien (EnergyPack im Trolleybus) aktuell nur für kurze fahrleitungslose Abschnitte genutzt werden können und ebenfalls nicht für die Trolleybusverlängerung geeignet seien. Dasselbe gelte für einen elektrischen Antrieb, der das punktuelle Nachladen an Haltestellen verlange und noch nicht in einem betriebserprobten Zustand sei. Genauso käme die Anwendung von verschiedenen Systemen auf einer Linie nicht in Frage, da ein zusätzlicher Umsteigevorgang notwendig würde. In einem Bericht der VBL werden ausführlich die alternativen elektrischen Antriebsvarianten, die geprüft wurden, aufgezeigt. Aus diesem geht hervor, dass auf der kantonal meistfrequentierten Linie keine Experimente möglich sind. Die Fahrgäste wollen pünktlich am Zielort ankommen. Deshalb ist die Zuverlässigkeit prioritär. Weiter müssen die öffentlichen und knappen Gelder in eine Technologie investiert werden, welche erprobt ist und Bestand hat. Der Trolleybus feiert in Luzern das 75 Jahr Jubiläum und hat sich bewährt. Auch die Kosten sind mit Erfahrungswerten planbar für die nächsten Jahre. Mit den Massnahmen auf den Linien 1, 22 und 23 sowie die Schaffung der neuen Linie 111 soll erreicht werden, dass rund 30 Prozent mit dem öffentlichen Verkehr anreist. Dazu gehört auch, dass beim Bahnhof in Ebikon ein neuer Bushub als sogenannter Umsteigeknoten von Bahn-Bus geschaffen wird.

Vibrationen an Häusern
Für die RBusse müssen die Busbuchten teilweise angepasst werden. Eine entsprechende Planauflage fand statt, wie von Gemeinderat Peter Schärli zu erfahren war. Die Fahrleitungen werden teilweise an Häusern befestigt. «Sie werden Vibrationen auslösen, die bemerkbar sind. Ist das nicht eine Beeinträchtigung für Hausbesitzer?», wollte ein Ebikoner wissen. Andreas Zemp von der VBL erklärte, dass die Befestigung an den Häusern mit Kunststoffsteilen erfolge, die die Vibrationen dämpfen werden. In der Stadt Luzern und Kriens seien damit gute Erfahrungen gemacht worden. «Was geschieht, wenn die Gemeinde Ebikon den Bushub ablehnt bzw. wenn er nicht realisiert wird?» Diese Fragen stellten unabhängig voneinander sowohl Personen an der Orientierungsversammlung und an der öffentlichen Veranstaltung des VCS, die ebenfalls die Optimierung des Gesamtverkehr Luzern Ost mit Gebietsmanagerin Nathalie Mil zum Inhalt hatte. «Wir gehen nicht davon aus, dass die Bevölkerung nein sagt, höchstens der Kantonsrat aufgrund von Sparmassnahmen», sagte Peter Schärli. Steffen bekundete, dass der Kanton bereits vom Vorbericht zustimmend Kenntnis nahm. «Die Verlängerung der Trolleybuslinie 1 wird auf jeden Fall realisiert», lautete die Antwort von Nathalie Mil. Sie berichtete an der öffentlichen Veranstaltung des VCS noch über weitere Details auch im Zusammenhang mit der Mall of Switzerland. Diese werden demnächst Inhalt eines weiteren Berichtes sein.

Kosten
Gemäss Mitteilung der Gemeinde Ebikon sind laut dem öV-Bericht 2014 bis 2017 für den Neubau des Bushub Ebikon 5,8 Millionen Franken vorgesehen. Diese Kosten trägt zum grössten Teil der Kanton Luzern. Ein Anteil übernimmt der Bund sowie die Gemeinde. Zusätzlich zu den Baukosten der Infrastruktur kommen noch rund vier Millionen für die Planung sowie für den Landerwerb hinzu. Somit belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 10 Millionen Franken.