Rigi Anzeiger
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Ebikoner als höchster Luzerner Gewerbler

Zehn Fragen an Gaudenz Zemp, dem neuen Direktor des Gewerbeverbandes Luzern

Der Gewerbeverband Luzern (KGL) hat einen neuen Direktor. Der in Ebikon aufgewachsene Gaudenz Zemp setzte sich gegen 50 Bewerber durch. Er tritt sein Amt am 1. August 2014 an. Der Rigi Anzeiger traf ihn zum Gespräch.

1 aufhänger Foto  Gaudenz Zemp

Rigi Anzeiger: Als Mitglied der Geschäftsleitung der Hochschule Luzern und Verantwortlicher für das Marketing und die Kommunikation hatten Sie einen interessanten und gut bezahlten Job. Was hat Sie bewogen für den Posten des neuen Direktors beim KGL zu kandidieren?

Gaudenz Zemp: Ich habe mich tatsächlich an der Hochschule Luzern sehr wohl gefühlt. Es waren sieben sehr intensive und erfolgreiche Jahre. Ich bin nun 51 Jahre alt und gehe davon aus, dass ich bis zum Pensionierungsalter von 65 Jahren arbeiten werde. Das sind also doch noch einmal 14 Jahre. Zudem stehen im Moment wieder zwei grosse Projekte unter meiner Leitung vor dem Abschluss. Für mich kam der Moment, an dem ich mich gefragt habe, wie ich mich beruflich nochmals verändern kann. Dann sah ich die ausgeschriebene Stelle des Gewerbeverbands und die hat mich sofort angesprochen.
Was hat Sie bei der neuen Stelle primär angesprochen?

Als Direktor des Gewerbeverbands kann ich mein berufliches Spektrum nochmals erweitern. Es ist eine noch umfassendere Aufgabe mit Direktionsfunktion. Ich denke da an die Gestaltungsmöglichkeiten in Wirtschafts-, Bildungs- und Sozialfragen sowie die Aufgabe, den Verband im politischen Umfeld zu positionieren. Man ist ein Unterstützer der KMU und es gibt viel Bezug zu den Bereichen, aus welchen ich ursprünglich her komme: Marketing und Kommunikation.  Kurzum: Man kann hier viel bewegen für eine gute Sache – die KMU.

Hatten Sie schon vorher mit dem Gewerbeverband Kontakt?

Nein, nur indirekt. Dann wenn wir zum Beispiel beide zu einer Vernehmlassung eingeladen wurden.

Wie beurteilen Sie ganz spontan Ihren zukünftigen Arbeitgeber?

Da ist einerseits der Verband als Organisation. Er ist sicherlich im Kanton eine der wichtigsten Kräfte mit einer langen Tradition. Und dann andererseits die Menschen darin. Bisher hatte ich vor allem Kontakt mit dem Zentralvorstand. Ich habe diesen als sehr offen und professionell erlebt. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit ihm.
Als Direktor des KGL kommen Sie vielfach mit der Politik in Kontakt. Ist es deshalb wichtig einer Partei anzugehören?

Ich denke liberal und bürgerlich, ohne einer Partei anzugehören. Ich glaube nicht, dass dies nötig ist. Vielleicht – wenigstens zu Beginn – ist es sogar ein Vorteil sozusagen neutral zu sein. Vermutlich wird man so etwas weniger schubladisiert.

Wenn man gewisse Ansichten der Gewerbevertreter im Kantonsrat kennt, hat man den Eindruck, dass diese nicht immer die Interessen des Gewerbes vertreten. Was sagen Sie dazu?

Ich weiss, dass es in den vergangenen Monaten zwischen gewissen Gewerbevertretern im Kantonsrat und der Direktion des Gewerbeverbandes Spannungen gegeben hat. Ich möchte mich dazu aber im Moment nicht äussern. Erstens ist es noch zu früh und zweitens kenne ich die konkreten Sachverhalte zu wenig.

Sieht man Gaudenz Zemp einmal im Kantonsrat?
Ich denke, dass ich bis auf weiteres voll mit der Direktionsfunktion ausgelastet bin. Im Kantonsrat wird man mich deshalb höchstens ab und zu auf der Tribüne sehen. Mittelfristig möchte ich aber eine Mitgliedschaft nicht ausschliessen.

Haben Sie sich schon Gedanken über den neuen Job gemacht resp. haben Sie bereits gewisse Schwerpunkte im Kopf, welche Sie vorrangig bearbeiten wollen?

Ich werde als Direktor im Auftrag des Zentralvorstandes unterwegs sein. Er gibt die Strategie vor. Meine Aufgabe wird es dann sein, diese umzusetzen. Als nächstes werde ich also mit dem Zentralvorstand die aktuellen Prioritäten besprechen. Dies erfolgt aber erst im August. Zurzeit bin ich noch an der Hochschule Luzern. Das Herauslösen aus dieser Position bis Ende Juli ist eine anspruchsvolle und zeitintensive Aufgabe.

Der GKL ist sehr heterogen zusammengesetzt. Wie wollen Sie die verschiedenen Interessen unter einen „Gewerbe“-Hut bringen?

Das Motto lautet wohl: „Gemeinsam ist man stärker“. Die Alternative zu einem grossen, starken Verband wären kleinere, schwächere Gebilde. Das kann vermutlich nicht der Weg sein. Es gilt den gemeinsamen Nenner zu definieren und auf dieser Basis die Ziele zu verfolgen. Dass man in Detailfragen immer wieder Differenzen hat, ist selbstverständlich. Das ist im Interesse des Ganzen zu akzeptieren.

Was machen sie als erstes am 1. August – ist ja eigentlich Feiertag…?

Mein Vertrag beim Gewerbeverband beginnt tatsächlich am 1. August – was ja ein schönes Datum ist. Effektiver Arbeitsbeginn ist aber natürlich am Montag 4. August. Was ich am 1. August mache? Meine Frau und ich sind sehr tierliebend. Wie jedes Jahr werden wir versuchen, unseren Vierbeinern einen möglichst knall- und raketenfreien Nationalfeiertag zu ermöglichen.
Interview Ruedi Schumacher