Rigi Anzeiger
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Ebikons Bahnhöfli-Wirt wird gefeiert

Er durfte dem Restaurant-Kritiker Bumann sogar Würste liefern

Restaurant-Kritiker Bumann ein Buhmann? Nicht für den Ebikoner Wirt Roger Vogel. Bumann hat ihm als Fachmann positive Impulse vermittelt, als TV-Kritiker für willkommene Publizität gesorgt und als Berufskollege hausgemachte Würste abgekauft. Was kann man von einem gefürchteten Gastrokritiker mehr erwarten?

Montagabend vor dem Bahnhöfli in Ebikon: Ein Festzelt zieht sich über die Strasse. Drinnen voll besetze Bänke vor den Tischen und der Grossleinwand. Auch der Wintergarten und die Gaststuben sind gut besetzt. Und auch hier stehen Fernseher. Das Programm des Abends: Restauranttester Daniel Bumann nimmt das Wirtepaar Roger und Martina in die Mangel. In gewohnter Manier. Mal freundlich verständnisvoll. Mal brutal. Das vergleichsweise jung verheiratete Paar wird öffentlich blossgestellt: 80’000 Franken Schulden und immer nur lachen, statt endlich einiges besser machen. Aber Ende gut, alles gut. Bumann ist schliesslich begeistert von der Einsicht der beiden. Und noch mehr vom tatkräftigen Einsatz ihrer treuen Stammgäste, die die Fassade des ungepflegt wirkenden Restaurants neu gestrichen haben. Viele von ihnen sind der Einladung des geschäftstüchtigen Wirtepaares gefolgt. Und verfolgen die TV-Premiere, wie das Wirtepaar die Ausstrahlung auf ihrem Plakat bezeichnen, in einem der Gasträume. Lauschen, staunen, schmunzeln, kichern, lachen, klatschen… Und mitten unter ihnen der unbestrittene Hauptdarsteller der Sendung: Roger Vogel. Der singende Wirt mit dem ganz breiten Rücken.

Bumann hat viel gebracht

«Sensationell», findet er den Beitrag über sich und seinen Betrieb. Seine Frau Martina, von Bumann einst zum tränenreichen Fluchtversuch getrieben, lässt es bei einem knappen «gut» bewenden. Sie hat sich die Sendung unter Ausschluss der Öffentlichkeit angesehen, traut sich aber anschliessend immerhin wieder unter die Gäste. Und bekommt dafür die Reaktion der über hundert Gäste auf Bumanns Schlusssatz zu hören: «Um die Zukunft des Bahnhöfli in Ebikon muss ich mir keine Sorgen machen!». Die Gäste zollen dem Urteil lautstarken Beifall.

Und Roger Vogel sieht es genauso: «Ich bin mit dem Geschäftsverlauf sehr zufrieden», versichert er. Und zu einem grossen Teil verdanke er diesen Umstand dem Restauranttester Bumann. «Er hat Impulse und Ideen eingebracht. Am meisten bewirkt haben die Überarbeitung der Speisekarte, die Dekorationen und die neuen Anstriche», zählt er auf. Und vermerkt mit Stolz, dass er dem TV-Starkoch seine hausgemachten Würste in dessen Restaurant im Engadin liefern durfte. Dank der mit den Dreharbeiten verbundenen Popularität würden nun auch die Säle öfters gemietet. Anders als andere Gastwirte bereut er seine Mitwirkung an der Sendung nicht. «Ich würde es wieder machen», sagt er.

Bahnhoefli in Ebikon
Der Bahnhöfli-Wirt Roger Vogel – ganz im Hintergrund – verfolgt inmitten seiner Gäste die Sendung über ihn selbst.

Bahnhoefli in Ebikon
Clever: mit diesem Plakat sorgten Roger und Martina Vogel für volles Haus.