Rigi Anzeiger
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Ein Demenzgarten und ein Tunnel

Küssnacht: Am Abstimmungssonntag bekundeten die Küssnachter klar und deutlich ihren Willen. Mit 69% Ja-Stimmen befürworteten sie die Planung eines zweiten Umfahrungstunnels. Gar 84 % betrug der Ja-Stimmenanteil für den Landerwerb für den Demenzgarten Sunnehof.

Red. Das grosse Umfahrungsprojekt von Küssnacht kann wieder Fahrt aufnehmen. Die Bevölkerung stimmte am Sonntag an der Urne dem Planungskredit für den Abschnitt 2 der Südumfahrung mit 2892 Ja- zu 1296 Nein-Stimmen deutlich zu. Die Initianten von «Südumfahrung Plus» fordert einen zweiten Abschnitt der Südumfahrung, vom Portal Räbmatt bis zum Portal Breitfeld, der vollständig im Tunnel verläuft. Ein Anliegen, dass 69 % der Abstimmenden unterstützen. Sie argumentierten, dass diese Variante ungefähr gleich viel kosten werde, wie das 2012 abgelehnte Projekt. Der Bezirksrat teilte diese Meinung nicht, fand auch den Zeitpunkt für das Begehren nicht ideal und empfahl den Planungskredit in der Höhe von 630’000 Franken abzulehnen. Die Initianten zeigen sich ob der deutlichen Annahme erfreut. Der Bezirksrat will nun sofort mit den Planungsarbeiten starten (siehe Nachgefragt).

Die Stimmbeteiligung lag bei 52,83%

Der Bezirksrat hatte am Sonntag dennoch Grund zur Freude. Der von ihm zur Annahme empfohlene Antrag für den Landerwerb für den Demenzgarten beim Alterszentrum Sunnehof in Immensee stiess auf offene Ohren. Hier legten 3579 Küssnachterinnen und Küssnachter ein Ja in die Urne, 669 lehnten ab. Das entspricht einem Ja-Stimmen-Anteil von 84 Prozent. Das Landstück umfasst 3826 Quadratmeter. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwas mehr als eine Million Franken. Bei beiden Abstimmungen betrug die Stimmbeteiligung rund 53%.

 

«Obs ohne Steuererhöhung geht, wird sich weisen»

Nachgefragt bei Carol Mayor, Bezirksrätin

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Die Küssnachter Stimmbevölkerung stimmt mit 69% Ja-Anteil dem Planungskredit für den zweiten Umfahrungstunnel zu. Hat Sie die deutliche Annahme der Pluralinitiative «Südumfahrung Plus» überrascht?
Ich hatte mir diesbezüglich im Vorfeld gar keine Gedanken gemacht. Die Bevölkerung hat deutlich entschieden, und das ist wichtig.

Damit sei der Auftrag an den Bezirk klar, sagen die Initianten. Was heisst das für den Bezirksrat nun konkret?
Der Bezirk wird sofort mit den Planungsarbeiten beginnen, die erste Arbeitssitzung findet Ende Juni statt. Die Ingenieurarbeiten wurden bereits im Frühling (unter Vorbehalt der Annahme des Planungskredits durch den Souverän) in einem öffentlichen Verfahren vergeben.

Wie sieht der Terminplan aus?
Ziel ist, innert Jahresfrist Klarheit über das Vorprojekt sowie über den Kostenteiler zu haben. Im Anschluss werden die Stimmberechtigten über den Baukredit entscheiden.

Was wird der Abschnitt 2 der Südumfahrung denn dereinst kosten? Ist die Zahl von über 200 Mio. noch ausreichend?
Es ist nun Aufgabe der Planer, die Gesamtkosten für eine vollständige Untertunnelung des Abschnitts 2 der Südumfahrung zu eruieren. Es macht wenig Sinn, heute schon über konkrete Zahlen zu sprechen.

Wird das ohne Steuererhöhung finanzierbar sein?
Das wird sich herausstellen, sobald die Gesamtkosten sowie der Kostenteiler zwischen Kanton und Bezirk bekannt sind.

Wann werden die Autos durch den Tunnel fahren?
Durch den Tunnel des Abschnitts 1 der Südumfahrung Ebnet-Räbmatt (Ortskernumfahrung) sollten die ersten Autos im Jahr 2019 fahren, der Spatenstich steht unmittelbar bevor. Ob und wann Autos durch einen Tunnel im Abschnitt 2 (Räbmatt-Breitfeld) fahren werden, steht noch in den Sternen.