Rigi Anzeiger

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Ein Kindergarten ohne Spielzeug – wozu?

Rotkreuz: Ist man als Erwachsener weniger suchtgefährdet, wenn man im Kindergarten keine Spielzeuge hatte? Diese Frage zu beantworten, ist nicht so einfach. Sicher ist aber, dass der «Spielzeugfreie Kindergarten» wichtige Kompetenzen der 5- und 6-Jährigen fördert und sie fürs Leben stärkt. Das zeigten sechswöchige Projektwochen mit sechs Rotkreuzer Kindergärten.

Kindergarten 1

Kindergarten 2

pd./red. Zirkusvorstellung im Kindergarten Wald­egg C: Einige Kinder baumeln kopfüber am Klettergerüst, zeigen Akrobatik, basteln Billette oder spielen Raubtier, Clown und Zirkusdirektor. «Manchmal haben wir fast den ganzen Zirkus voller Hündchen», erzählt ein Junge. Die restlichen Kinder sind im Publikum und applaudieren begeistert. Ein paar Tische, Stühle, Gestelle: Mehr brauchen sie nicht, um in ihr Spiel einzutauchen. Andrea Habermacher (45), Kindergarten-Lehrperson in Rotkreuz, überzeugt vom Projekt «Spielzeugfreier Kindergarten»: «Bei den Kindern soll dadurch Kreativität und Fantasie angeregt werden. Es geht um Selbstwirksamkeit: Von Grund auf etwas Neues kreieren und bei Schwierigkeiten eigene Lösungen finden. Der spielzeugfreie Kindergarten fördert Kompetenzen, die man im weiteren Leben braucht und die im schulischen Rahmen weniger geübt werden können.»

Braucht es Regeln?
In den ersten zwei Wochen waren die Kinder zufrieden mit Möbeln und ein paar Tüchern als Spielmaterial. Wenn sie weitere Dinge wie Karton, Papier oder Stifte brauchten, durften sie danach fragen. Ebenso wurden fast alle Regeln auf Null gesetzt, mit Ausnahme von «Wir tragen Sorge zu uns selber, zu den anderen Kindern und zu den Möbeln.» Wenn sich zeigte, dass weitere Abmachungen nötig waren, wurde dies mit den Kindern besprochen. Auf die Frage, welches System ihr besser gefalle, meint Andrea Habermacher: «Ich würde nicht das eine gegen das andere ausspielen. In diesem Projekt üben sich die Kinder im Sozialen und es stärkt ihren Selbstwert. Selbstreflexion und Reden über Gefühle haben einen grösseren Stellenwert. Sprachlich machen sie grosse Fortschritte, weil sie permanent am Verhandeln und Besprechen sind. Die herkömmliche Art Kindergarten hat genauso ihre wertvollen Seiten. Dort kann ich selber steuern und das üben, was jetzt eher zu kurz kommt: Aussprache, Feinmotorik oder Stiftführung.» Positives Feedback erhielt die Pädagogin unter anderem von den Eltern: «Sie nahmen das Ganze sehr positiv auf. Einige sagten mir, dass ihre Kinder wieder viel mehr zuhause erzählen. Viele sehen, dass die Kinder im Überfluss leben. Weniger ist oft mehr.»

Nichts ist nicht nichts
In der Schlussrunde erzählten die Kindergärtler, was sie alles erlebt haben. Ein Junge berichtete von seiner Entdeckung. Er nutzte die Schubladen mit den Rädern: «Man muss zwei Stühle hineinstellen, dann hat man einen Bus.» An Fantasie mangelte es nicht. Als sie gefragt wurden, was sie im spielzeugfreien Kindergarten vermissten, waren sie ratlos. In ihren Augen war alles da, was sie zum Spielen brauchten.

 

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