Rigi Anzeiger
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Ein neues Dorfzentrum bis 2022

Buchrain: Das Entwicklungskonzept zum Dorfzentrum und das Budget bildeten die Hauptthemen an der Orientierungsversammlung in Buchrain. Nicht alle Ortsparteien empfahlen die Annahme des Voranschlags.

Das Budget für das kommende Jahr und das Entwicklungskonzept zum Dorfzentrum waren die Hauptthemen an der Orientierungsversammlung. «Der Gemeinderat würde liebend gerne schwarze Zahlen vorweisen», begann Buchrains Finanzvorsteher Patrick Bieri. Ausführlich erklärte er, weshalb dem nicht so ist, respektive Buchrain im kommenden Jahr erneut mit einem Defizit von 1,5 Millionen rechnen muss (siehe Rigi Anzeiger vom 31. Oktober 2014). Dieses fällt jedoch geringer aus (286 500 Franken), wenn Buchrains Stimmbürgerinnen und -bürger am 30. November ein Ja zur Steuererhöhung von 1,9 auf 2,1 Einheiten in die Urne legen. «Wenn wir weiter machen wie bisher, liegt der Patient Finanzen bald auf der Intensivstation. Die Zitrone ist wahrlich ausgepresst», stellte Klara Vogel, Präsidentin der Ortspartei SP fest. Die SP empfiehlt das Budget 2015 zur Annahme, «ohne Begeisterung selbstverständlich und in der Erwartung, dass sich die Finanzlage mit der vorgesehenen Steuererhöhung zumindest mittelfristig entspannt. Auch wir zahlen nicht gerne mehr Steuern! Aber – um bei der medizinischen Bildsprache zu bleiben – noch schlimmer ist das Kollabieren der Gemeindefinanzen. Kein Arzt gibt gerne schlechten Bescheid – auch der Gemeinderat kann sich angenehmere Aufgaben vorstellen, als eine Steuererhöhung zu verkünden.».
Walter Graf von der CVP meinte: «Die finanzielle Situation in Buchrain lähmt. Die Steuererhöhung ist notwendig. Sorgen wir am 30. November dafür, dass der Gemeinderat wieder Handlungsspielraum erhält.» Durch eine Verhinderung der Steuererhöhung würde das Eigenkapital aus dem verkauften Tafelsilber (Landverkäufe) weiter wie Schnee an der Sonne schmelzen. «Mit einem klaren Ja sagen wir auch Ja zu einer gesunden und nachhaltigen Entwicklung unserer Gemeinde für die kommenden Generationen.» Eine Ablehnung aus politisch wahltaktischen Gründen sei realitäts- und sachfremd und zeuge von wenig Weitsicht.
Die FDP behielt sich vor, an ihrer Parteiversammlung, die am Montagabend stattfand, über Buchrains Finanzen zu befinden. Deren Präsident Peter Rüfenacht erläuterte tags darauf: «Die FDP hat an ihrer Parteiversammlung die Nein-Parole zum Voranschlag 2015 und der damit verbundenen Steuererhöhung auf 2.1 Einheiten beschlossen. Die anwesenden Personen diskutierten im Vorfeld intensiv die Ausgangslage. Der Entscheid ist relativ knapp gefallen. Eine detaillierte Mitteilung wird folgen.»
Ebenfalls am 30. November wird in Buchrain über die Übertragung der stillen Reserven vom Alterszentrum Tschann an die Einwohnergemeinde Buchrain abgestimmt. Patrick Bieri dazu: «Das ist eine rein buchhalterischer Vorgang.».

Visualisierung des neuen Dorfplatzes von Buchrain mit den beiden Neubauten (links) sowie dem Anbau (weiss) beim Gasthaus Adler (rechts).

Visualisierung des neuen Dorfplatzes von Buchrain mit den beiden Neubauten (links) sowie dem Anbau (weiss) beim Gasthaus Adler (rechts).

Neuer Dorfplatz
Bald nach der Eröffnung des Rontal-Zubringers beschäftigte sich der Buchrainer Gemeinderat mit der Entwicklung des Dorfzentrums. In diesem Jahr fand der sehr breit ausgerichtete Prozess mit Workshops und Sitzungen einen ersten Abschluss und Gemeinderat Heinz Amstad sowie Raumplaner Hansueli Remund stellten an der Orientierungsversammlung das Konzept vor. Letzterer erklärte: «Buchrain hat drei Elemente: den historischen, alten Dorfkern, den öffentlichen Nutzungsbereich mit Verwaltung und Schule sowie die eher neuen Gebäude des Tschann. Diese drei Elemente gilt es zu verbinden.» Dazu sind verschiedene Massnahmen und die Integrierung eines Dorfplatzes als vierter Bereich geplant. Das Einkaufszentrum Tschann beispielsweise, das Remund als eher introvertiertes und nach innen gerichtetes Gebäude sieht, sowie das erweiterte Alterszentrum (Projekt Aetas) und das Eglihaus an der Unterdorfstrasse sollen zum Zentrumsbereich hin geöffnet werden. Bei ersterem könnte das mit einem Café geschehen. Das Konzept sieht ferner im alten Dorfkern eine Umgestaltung des Strassenraums entlang der Hauptstrasse vor. Dabei nimmt das Gasthaus Adler eine zentrale Rolle ein. Der Anbau soll abgerissen und durch einen Neubau mit Wohnungen ersetzt werden. Das Dachgeschoss des historischen Gebäudes wird zu einem Saal-/Veranstaltungsraum umgebaut. Im Bereich der Schulhäuser sollen die Pavillons ersetzt werden. Das könnte durch Um- und Anbauten der bestehenden Schulhäuser Dorf I und II geschehen.

Bezüglich des Gemeindeshauses stehen verschiedene Varianten zur Auswahl: von Umstrukturierung über Umnutzung bis Abriss und Erstellung eines Neubaus. Die Verbindung zwischen altem Dorfkern und Schule/Verwaltung soll mittels zwei Neubauten entstehen. Eine neue Strassenraum- und Platzgestaltung mit grünen Inseln, Sitzgelegenheiten, Brunnen, Spielbereich usw. soll bei den beiden Neubauten sowie auf dem Platzbereich vor dem Gasthaus Adler entstehen. Das könnte dann Buchrains neuer Dorfplatz auch für Veranstaltungen werden.

Realisierung bis 2022
Das Gesamtprojekt mit Plänen und Vorschlägen ist bis 30. November 2014 im Aufenthaltsraum des Alterszentrum Tschann ausgestellt und kann zwischen 9 bis 18 Uhr besichtigt oder unter www.buchrain.ch (Rubrik Politik) eingesehen werden. «Das gesamte Projekt werden wir anschliessend mit Kommissionen bearbeiten und begleiten», erläuterte Gemeinderat Heinz Amstad. Am 8. März 2015 haben die Buchrainerinnen und Buchrainer über einen Projektierungskredit zu befinden. Als Endziel für die Realisierung des Dorfzentrums hat der Gemeinderat das Jahr 2022 fest gelegt.