Rigi Anzeiger
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Ein raffiniert eingefädelter Mord

Eibeler Volksbühne zeigt Uraufführung einer Krimikomödie

«Manuel» heisst die Krimikomödie, die die Eibeler Volksbühne unter der Regie von Herbert Weber im Zentrum Möösli umsetzt. Eine Begegnung mit Elementen aus der guten alten Krimischublade à la Agatha Christie werden wach. Die Inszenierung ist raffiniert und mit Witz gespickt

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«Schatz» Martin Schatz (Roman Fabits) und die gereizte Evelynne Giger (Janine Zemp).

 

Miss Marple und Hercule Poirot lassen in «Manuel» grüssen. Die Adaption einer Krimigeschichte von Agathe Christie trifft insbesondere auf die Ausgangslage zu: Da treffen sich ein paar Personen im Hotel Seefriede, das von Jean Feigenwinter (Robert Züger) geführt wird. Seine einzige Angestellte Franziska Lieberherr (Carmen Wolf) appelliert, dass man sie nicht «Fränzi» nennt. Bevölkert wird das Hotel zu einem grossen Teil von weiblichen Gästen: Evelynne Giger (Janine Zemp), ist auf Nikotinentzug und gibt sich äusserst gereizt. Dem Whisky sehr zugetan ist Agi Müller (Judith Sutter). Die junge Cordula Meister (Corinne Kneubühler) hat nur Augen für ihr iPhone. Denise Kugler (Marianne Hauser) versucht den Tod einer sehr nahestehenden Person zu vergessen. Eben aus dem Knast wegen guter Führung entlassen und im Hotel gelandet ist auch Bettina Zimmermann (Sybille Meierhans). Dann tauchen noch Hans Martin Schatz (Roman Fabits), der sich selbst als «Schatz» gegenüber der weiblichen Gesellschaft ausgibt, und Vermögensverwalter Manuel Hagen (Andreas Seiler) auf. Manuel Hagen wird umgebracht. Die Frage nach der Täterin oder dem Täter, beschäftigt nicht nur die übrigen Hotelgäste, sondern auch den Zuschauer, so sehr nimmt ihn das Stück gefangen.

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Entsetzt beugen sich Gästeschar und Hotelangestellte über den am Boden liegenden Manuel Hagen.

 

Explosive Auflösung
Im Verlaufe der Krimikomödie werden die Hintergründe, Schicksale und Verbindungen der einzelnen Personen offenbar. Überraschungen am laufenden Band kommen zutage. Spannend und zugleich anspruchsvoll macht in «Manuel» die Einblendung der Verhöre mit technischer Finesse, die das Volkstheater Inwil auszeichnet. Dabei machen die möglichen TäterInnen ihre Aussagen gegenüber einem fiktiven Kommissar. Wer dieser ist, lüftet sich im dritten Akt. Einen Schwenker erhält die Komödie, als die oder der für den Mord Verantwortliche geoutet wird. Das geschieht auf explosive Art. Natürlich tragen die Darsteller und der Regisseur Herbert Weber eine grosse Prise zum hervorragenden Gelingen bei. Dabei brillieren vereinzelte ganz besonders, wie beispielsweise Janine Zemp, die ihre Rolle exzellent spielt. Unverschnörkelte Dialoge entlocken dem Zuschauer ausserdem immer wieder Lacher. Gefahr läuft man, Feinheiten zu übersehen oder falsch zu interpretieren. So fällt beispielsweise von der Wand plötzlich etwas herunter. Nur ein aufmerksamer Beobachter erkennt, dass es ein Kalenderblatt ist. Fazit: Das Volkstheater Inwil wagte sich an ein noch nie aufgeführtes, herausforderndes Stück heran und meistert dieses mit Bravour. Krimiliebhaber kann der Besuch einer der Vorstellungen, die am Samstag, 6. April, um 14 und 20.15 Uhr, sowie am Freitag, 12. April, Samstag, 13. April, Mittwoch, 17. April, Freitag, 19. April, und Samstag, 20. April jeweils ab 20.15 Uhr stattfinden, empfohlen werden.

Infos und Reservationen: www.evb-inwil.ch