Rigi Anzeiger
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Ein Wasserstoffauto mitten auf dem Dorfplatz

Meggen: Ohne grosses Aufsehen fuhr vor ein paar Tagen ein SUV-Fahrzeug vor das Gebäude der Gemeindeverwaltung. Dabei handelte es sich um eines der ersten serienmässig produzierten Autos, die mit Wasserstoff angetrieben werden.

Olivier Bucheli, Urs Brücker und Michael Spirig (v.l.) mit dem Wasserstoff-Auto ix35 Fuel Cell von Hyundai vor der Megger Gemeindeverwaltung.

Olivier Bucheli, Urs Brücker und Michael Spirig (v.l.) mit dem Wasserstoff-Auto ix35 Fuel Cell von Hyundai vor der Megger Gemeindeverwaltung.

Natürlich darf im Normalfall kein Auto auf den Dorfplatz von Meggen fahren, denn schliesslich herrscht hier striktes Fahrverbot. Die Präsentation dieses Fahrzeuges an prominenter Lage in Meggen hatte jedoch seinen Grund, denn diese Gemeinde wurde bewusst ausgewählt, weil sie zu den energieeffizientesten gehört und das Energiestadtlabel Gold anstrebt. Geschehen ist die Vorführung dieses Autos zudem im Rahmen des European Sofc & Soe Forum, das diese Woche in und rund um das KKL stattfand. Organisatoren dieses Forums, das eine bedeutende internationale Rolle bei Themen rund um die Energiewende einnimmt, sind seit fünf Jahren der Noch-Gemeinderat Olivier Bucheli aus Adligenswil (diese Gemeinde hat kürzlich das Energiestadtlabel erneut erhalten) und der Schwyzer Kantonsrat Dr. Michael Spirig. Eigentlicher Sitz des Forums ist ausserdem in Adligenswil.

600 Kilometer mit einer Tankfüllung
Hyundai und Toyota sind zurzeit die einzigen zwei Hersteller, die mit den ersten serienmässig produzierten Wasserstoff- bzw. Brennstoffzellen-Fahrzeugen auf dem Markt sind. «Ab 2017 werden weitere Marken hinzukommen», verriet Dr. Michael Spirig. Recherchen zufolge wurde das erste Wasserstoff-Fahrzeug von Hyundai in der Schweiz im November 2015 gekauft und zwar genau ein ix35 Fuel Cell. Die neuere Modellvariante stand auch auf dem Megger Dorfplatz. «Wer einmal in diesem Fahrzeug gesessen hat, wird es kaufen wollen», schwärmte Dr. Michael Spirig. Frau und Mann muss es ihm glauben, denn das Auto dürfte die bisherigen Elektrofahrzeuge alleine schon wegen seiner Reichweite übertreffen. Eine Tankfüllung von sechs Kilo Wasserstoff reicht für 600 Kilometer. Das Tanken alleine dauert nur drei Minuten. Von unangenehmen Gerüchen keine Spur. «Die Sicherheitsstandards bei den Wasserstoffahrzeugen sind sogar höher als bei Gas-, Diesel- und Benzinautos», verrät Dr. Michael Spirig. Ökologisch gesehen eine wirklich saubere Sache, denn auch Grundwasserprobleme und Luftverschmutzung fallen gänzlich weg. Die einzige Spur, die das mit Brennstoffzellen angetriebene Auto hinterlässt, ist eine aus sterilem Wasser.

Aus Gülle Wasserstoff gewinnen
Ein kleines «Aber» hat die Geschichte rund um die Wasserstoff-Fahrzeuge. Für sie gibt es zurzeit hierzulande nur Tankstellen in Dübendorf, Frauenfeld und Brugg (geeignet für Busse). «Die Autos werden deshalb aktuell eher als Flotten an Firmen verkauft», offenbarte Dr. Michael Spirig. Meggens Gemeindepräsident Urs Brücker, der das Auto auf Anhieb super fand, hatte sofort eine Anregung parat: «Das wäre ein regionales Wertschöpfungsthema. Aus der Gülle könnte Wasserstoff gewonnen werden». Im Gespräch mit Spirig, Brücker und Olivier Bucheli kristallisierte sich dann bald heraus, dass mit den Wasserstoff-Fahrzeugen manches C02-Problem und Gülle-Problem, mit dem die Landwirte zurzeit konfrontiert sind, behoben werden könnte. Bleibt nur noch die Zeitfrage offen. Text & Bild cek.