Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Eine Drogisten-Ära geht zu Ende

Meggen: Geschäft und Person sind eng miteinander verbunden: Dropa Drogerie und Hans Küttel. Bald nimmt diese markante Verbindung ein Ende. Am 1. Oktober übergibt der Dorf-Drogist Hans Küttel sein Geschäft an ein Nachfolger-Ehepaar. Wir haben Hans Küttel ein paar Fragen zu seinem Abschied aus seiner Drogerie gestellt.

Symbolische Schlüsselübergabe: Am 1. Oktober 2017 geht die Dropa-Drogerie in Meggen über an das Drogistenpaar Ramona und Lars Rogger. Bild jp

Symbolische Schlüsselübergabe: Am 1. Oktober 2017 geht die Dropa-Drogerie in Meggen über an das Drogistenpaar Ramona und Lars Rogger. Bild jp

Hans Küttel, Sie haben während mehr als 32 Jahren Ihre Drogerie mit Engagement und Erfolg geführt, zuerst während vier Jahren an der Luzernerstrasse 2, anschliessend im Dorfzentrum. Was hat Sie während all dieser Jahre als Geschäfts- und Fachmann fasziniert?
Grosse Freude machten mir der Umgang mit Menschen und die Vielseitigkeit des Drogistenberufs.

Welche Unternehmensphilosophie war für Sie wegleitend?
Für jeden Kunden und jede Kundin eine individuelle, gute Lösung zu finden, die einen echten Nutzen bringt. Mein Ziel dabei war, meine Stammkundschaft laufend erweitern zu können.

Welche Akzente haben Sie konkret in Ihrer Drogerie gesetzt?
Mir war wichtig, in meiner Drogerie ein grosses und breites Sortiment anbieten zu können. Denn so konnte ich gewährleisten, dass Kundinnen und Kunden die gewünschten und verlangten Produkte tatsächlich vorfanden. Dies verlangte von mir ein langfristiges und nachhaltiges Denken und Planen. Wert legte ich auch auf das Schaffen und Anbieten von Arbeitsplätzen im Dorf. 7 bis 9 Personen fanden in der Drogerie eine Anstellung.

Als Drogist hatten Sie vielen Kundinnen und Kunden aus Ihrem breiten Sortiment an Produkten aus den Bereichen Gesundheit, Schönheit und Sachpflege ganzheitlich und individuell Beratung anzubieten. Worauf muss man bei einem Beratungsgespräch achten?
Es gilt, die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden oder der Kundin genau abzuklären und dabei gut zuzuhören. Nach der Wunschermittlung folgt die Beratung mit Tipps und Hinweisen auf den Gebrauch oder die Anwendung des Artikels. Und das Ganze immer mit Begeisterung.

Sie hatten auch die Funktion eines Kammerjägers inne. Sie bekämpften Hausschädlinge. Was galt es bei diesen Sondereinsätzen zu beachten?
Ich habe die Schädlingsbekämpfung während der Wanderjahre im Welschland erlernt. Es braucht eine gute Beobachtungsgabe, das richtige Wirkungsmittel am richtigen Ort und eine entsprechende Schutzkleidung. Natürlich keine Allergie gegen Wespen. Und Schwindelfreiheit bei einem Einsatz auf einer hohen Leiter.

Sie haben sich auch für die Jugendlichen eingesetzt und insgesamt 24 Lernende zu Drogistinnen oder Drogisten ausgebildet.
Es machte mir Freude, Jugendliche durch die Berufslehre zu begleiten und zu führen. Alle 24 Lernenden schlossen die anspruchsvolle Ausbildung mit dem Fähigkeitszeugnis erfolgreich ab. Vor zwei Jahren erreichte eine Kandidatin mit einer 5.8 sogar die Jahresbestnote.

Zudem haben Sie als Berufsschullehrer, als Fachlehrer für Chemie, Physik und Anatomie Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen an angehende Drogistinnen und Drogisten weitergegeben.
Hier hatte ich eine weitere Möglichkeit, mich mit Auszubildenden auseinanderzusetzen. Als Lehrer erhielt ich einen anderen Blickwinkel auf den Ausbildungsgang der jungen Leute. Es liessen sich Theorie und Praxis verbinden – und das kam mir auch als Lehrmeister im Fachgeschäft zugut.

Hans Küttel war und ist im Megger Dorfleben und -geschehen integriert. In verschiedenen Vereinen haben Sie sich engagiert.
Ich war viele Jahre Sänger im Cantus-Chor, Mitglied in der Natur- und Umweltschutzkommission der Gemeinde, im Gewerbe- und Meggen Tourismus-Verein, Präsident des Weihnachtsmarktes und der IG Zentrum Meggen, 25 Jahre in der Feuerwehr und Initiant des Kinderfischens. Aktiv bin ich noch im Hobbykochclub, im Theaterverein (TGM) und im Ski- und Sportclub (seit 26 Jahren Skitourenleiter). Das Engagement im Dorfleben gab und gibt mir viel.

Am 1. Oktober übergeben Sie Ihre Dropa Drogerie Küttel an junge Leute, an Ramona und Lars Rogger. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?
Vor rund acht Jahren kam Lars Rogger auf mich zu und fragte konkret, ob ich die Drogerie verkaufen würde. Das war mir aber zu früh. Als er später ein zweites Mal fragte, dachte ich mir, warum eigentlich nicht. Lieber etwas zu früh, dafür eine optimale Lösung. Und so wurden wir uns einig auf eine Geschäftsübergabe auf den 1. Oktober 2017.

Und wie sehen Sie Ihre Perspektiven? Wohin geht der Weg?
Von anfangs Oktober bis zum Jahresende ziehe ich meine Überzeit ein (lacht!) und werde in diesen Wochen meinen Hobbys frönen, dem Bergsteigen und Radfahren. Und erstmals werde ich ohne Verpflichtungen den Megger Weihnachtsmarkt besuchen.
An Stellenangeboten fehlt es mir nicht. Ich werde weiterhin für Kunden den Garten- und Gebäudeunterhalt erledigen und im Sommer als Kammerjäger fungieren.
Einen lang ersehnten Traum werde ich im kommenden Jahr umsetzen, nämlich die Durchquerung Kanadas mit meiner Partnerin von Halifax nach Vancouver. Und für 2019 habe ich vor, mit dem Rad nach Athen und zurück zu fahren.