Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Eine heimliche Übernachtung war das Highlight

Immensees Gymnasiasten auf Tuchfühlung mit Simonetta Sommaruga

Als wäre sie eine von ihnen. Bundesrätin Simonetta Sommaruga zeigte sich beim Besuch ihrer einstigen Bildungsstätte in Immensee sehr offen. Nach einer Podiumsrunde nahm sich die Magistratin Zeit für direkte Fragen der Schülerinnen und Schüler.

Bundesrätin Simonetta Sommaruga erzählte sehr offen über ihre einstige Schulzeit in den 1970er Jahren im Gymnasium Immensee: «Damals gab es kein Internat für Mädchen. Man konnte nur tagesintern hierher kommen. Am Morgen spielte ich zuerst Klavier. Die grosse Herausforderung war, hier einmal zu übernachten, ohne dass es jemand merkte. Das war für mich das Highlight.» Sie offenbarte, auch geraucht und als 30jährige damit aufgehört zu haben. Spickzettel hat sie als Gymnasiastin ebenfalls geschrieben. Sie unterschied sich nicht von anderen Jugendlichen, ausser dass sie Musik sehr liebte, sämtliche Bücher von Hermann Hesse und einige von Franz Kafka las. Das konnten Anja Römisch, Virginia Köpfli, Raphael Dummermuth und Benjamin von Matt mit ihren Fragen der Bundesrätin entlocken.

Das Thema Migration und Asylpolitik bildete einen weiteren Teil der Podiumsrunde. Sie zeigte die Unterschiede zwischen Wahrnehmungen und möglichen Tatsachen auf. «Sind verstopfte Strassen und überfüllte öffentlichen Verkehrsmittel auf die Zuwanderung zurückzuführen? Sind die höheren Mieten eine Folge davon, dass wir mehr Ausländer in der Schweiz haben?» stellte sie als Fragen in den Raum. Sie zeigte auf, dass allgemein viel mehr gependelt werde und der Raumbedarf höher geworden sei. Von den Gymnasiastinnen und Gymnasiasten wollte Sommaruga dann selbst wissen, wie sie über Migration denken. «Ohne Verständnis und Toleranz geht es nicht», äusserte ein Angesprochener. Eine Schülerin meinte: «Wichtig ist, dass man nicht nur zusammen lebt, sondern auch zusammenarbeitet, sei es beruflich oder in Vereinen.» «Man sollte sich von den gefühlsgeladenen Emotionen der Politik nicht hinreissen lassen», betonte eine weitere Gymnasiastin. Eine andere teilte die Ansicht mit, dass die ältere Generation weniger migrationsgewohnt sei als die jüngere. Die Bundesrätin wollte von den jungen Menschen auch wissen, was sie von der Politik erwartet. Da fielen Worte wie «Dass sie handelt und nicht nur redet.»

Im Anschluss an die Fragerunde gab es für die rund hundert Gymnasiastinnen und Gymnasiasten Gelegenheit zur direkten Begegnung mit der Bundesrätin. Da war etwa zu erfahren, dass diese Sport überhaupt nicht mochte und im Anschluss an den Besuch in Immensee ein Gefängnis für Schwerverbrecher besuchen werde, steht doch im Berner Stöckli die Revision des Strafgesetzes an.

1 aufhänger Sommaruga
Bundesrätin Simonetta Sommaruga im Gespräch mit Schülerinnen des Gymnasiums Immensee.