Rigi Anzeiger
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Eine Schule in Indien trägt seinen Namen

Meggen: Der Meggener Thaddeus Getzmann hat vor zehn Jahren in Indien eine Schule gegründet, die seinen Namen trägt. Am Anfang gingen dort 30 Kinder zur Schule, heute rund 240 und schon bald sollen es 450 sein. Getzmann arbeitet mit der Stiftung Usthi zusammen.

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red. «Vor vierzig Jahren war ich zum ersten Mal in Kalkutta», erzählt Thadde Getzmann, der in Ebikon ein Möbelhaus betreibt, «da sind mir neben der Schönheit, die dieses Land zu bieten hat, vor allem die grosse Armut und die traurige Perspektivenlosigkeit der Kinder aufgefallen. Es waren vor allem die heischenden und bettelnden Kinder, die mir nicht mehr aus dem Kopf gingen. Später lernte ich den Gründer der Usthi-Stiftung, den Swissair-Piloten Kurt Bürki kennen. Wir haben uns schnell zusammen gefunden, denn wir verfolgten beide das gleiche Ziel», erklärt Getzmann.

Schulen und Bildung als Garant für eine bessere Zukunft
«Bildung ist ein Garant für späteren Erfolg im Leben. Was man erlernt hat, kann einem niemand wegnehmen. Auch wenn alle Stricke reissen, mit einer guten Bildung und Ausbildung kann man immer wieder neu anfangen», betont Getzmann. Indien kennt auf der einen Seite eine grosse und weit verbreitete Armut, auf der anderen Seite aber auch bestens ausgebildete Fachkräfte und auch hochmoderne Luxus-Metropolen wie beispielsweise die Retorten-Stadt Gurgaon, wo pro Kopf der 900’000 wohlhabenden Einwohner mehr Luxuskarossen herumkurven als in der Schweiz. In Gurgaon gibt es mittlerweile viele gute Privatschulen und auch mehrere Universitäten. Getzmann sagt dazu: «Das ist gut und recht für Menschen, die schon weit oben angelangt sind. Mir geht es darum, jenen zu helfen, die bislang keine Chance hatten, in ihrem ganzen Leben nur je eine Treppenstufe nach oben zu kommen. Mit einem einzigen Franken kann ein Kind einen Tag lang essen und zur Schule gehen. Das Land unternimmt grosse Anstrengungen, um die Armut zu mildern. Aber es reicht nicht aus. Freiwillige Unterstützung und Hilfe ist nach wie vor notwendig.

Eine Schule die seinen Namen trägt
Vor genau zehn Jahren ging Getzmann grösster Wunsch in Erfüllung. In Bhastara konnte er persönlich die Thaddeus Schule – rund 60 Kilometer von Kolkata (früher Kalkutta) gelegen – eröffnen. «Ich werde diesen Tag ein Leben lang nicht vergessen», freut sich Getzmann noch heute. «Damit war der Grundstein gelegt. Wir konnten damals zwar nur 30 Schüler und Schülerinnen aufnehmen. Aber mit einer guten Bildung können aus 30 Kindern 30 glückliche Familien werden.» Im vergangenen November ging Getzmann wieder «seine» Schule besuchen und wurde von über 200 freudestrahlenden Schülerinnen und Schülern begrüsst. Sie skandierten seinen Namen und feierten ihn wie einen Popstar oder eher wie einen guten Geist. «Diese Freude zu erleben, verbunden mit der Gewissheit, dass diese Kinder eine gute Zukunft haben werden, motiviert mich, mein Engagement weiter zu führen. Wir planen eine Aufstockung des Schulhauses, um 450 Kindern einen Schulplatz bieten zu können. Weiter planen wir eine Art Gewerbeschule, wo Schulabgänger eine handwerkliche Lehre machen können. Unser Fernziel ist, so viele Schülerinnen und Schüler wie möglich, von der Grundschule bis zur Berufsausbildung begleiten zu können.»

Mehr auf www.usthi.ch
oder direkt bei Thadde Getzmann: 079 610 03 15 • thadde.getzmann@bluewin.ch