Rigi Anzeiger
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Einen Garten pflegen, kein Museum hüten

Buchrain: Am Sonntag, 20. November, errichtete Bischof Felix Gmür in der Pfarrkirche feierlich den Pastoralraum Rontal. Die Pfarreien Buchrain-Perlen, Ebikon und Root (mit den Gemeinden Dierikon, Gisikon, Honau und Root) rücken damit näher zusammen und vertiefen die Zusammenarbeit.

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pd. «Eine Kirche, die den Menschen dient», lautet der Leitsatz des gemeinsamen Konzepts der drei Rontaler Pfarreien. Die katholische Kirche im Rontal will initiativ und basisnah sein und dabei auch die ökumenische Zusammenarbeit suchen. Beat Jung, leitender Priester im Pastoralraum, unterstrich diese offene Grundhaltung am Sonntag mit einem Zitat von Papst Johannes XXIII: «Wir sind nicht auf der Erde, um ein Museum zu hüten, sondern um einen Garten zu pflegen, der von blühendem Leben strotzt und für eine schönere Zukunft bestimmt ist.» Daniel Unternährer, Pastoralraumleiter und Gemeindeleiter der Pfarrei Ebikon, erwähnte bei seiner Begrüssung die Chancen des Pastoralraums: «Die Pfarreien ergänzen und unterstützen sich gegenseitig. Regional interessante Dienste können für den ganzen Pastoralraum angeboten werden. Jede Pfarrei kann ihr Charisma leben und die eigene Stärke in den Pastoralraum einbringen – gleichzeitig wird das Glaubensleben vor Ort gepflegt und gefördert.»

Zusammenarbeit auf vielen Ebenen
Die vertiefte Zusammenarbeit kam bereits im Gottesdienst zum Ausdruck. Mitarbeitende aus allen Pfarreien trugen zu dessen Feierlichkeit bei. Die drei Kirchenchöre aus den Pfarreien hatten sich zu einer eindrücklichen musikalischen Stimme vereint und verschiedene instrumentale Formationen hatten ihren Auftritt in der Kirche oder am auf den Gottesdienst folgenden Fest. Auch aus kulinarischer Sicht leistete jedes Pfarreigebiet einen lokalen Beitrag. Ein besonderer Käse wurde zum Apéro serviert: Der Pastoralraumkäse war im Juli von den Gemeindeleitern Felix Bütler, Lukas Briellmann, Daniel Unternährer und Robert Knüsel (Gemeindeleitung Buchrain bis September) gemeinsam mit den Mitgliedern der Projektgruppe (Pfarrei- und Kirchenräte) aus allen Pfarreien und Kirchgemeinden hergestellt worden. Er sollte symbolisch das «Reifen» zeigen, welches für das Pastoralraumprojekt notwendig war und die Pfarreien auch in Zukunft begleiten wird.

Menschen menschlicher machen
Bevor Bischof Felix Gmür den Pastoralraum offiziell errichtete, blickte er mit seiner Predigt in eine mögliche Zukunft des Pastoralraums. Jesus sei König genannt worden und mächtig gewesen, sagte Bischof Felix Gmür, aber mächtig in der Art eines kleinen Kindes. «Die Macht, die Jesus ausübt, ist eine Macht, die entwaffnend den Menschen dient, indem sie die Menschen Mensch werden lässt.» Für den Pastoralraum Rontal wünscht sich Bischof Felix genau diese positive Art von Macht. «Wir wollen im Rontal eine Kirche, die dient und die Menschen menschlicher macht.» Er forderte die Anwesenden auf, noch «heute» zu beginnen, einander zu dienen, menschlich zu sein, zusammen zu arbeiten und damit den ersten Schritt in die Zukunft zu tun.

Was ist ein Pastoralraum?
Ende 2006 setzte Bischof Kurt Koch den Pastoralen Entwicklungsplan in Kraft und sah damit die Bildung von Pastoralräumen vor. Ein Pastoralraum ist kein Kirchengebäude, sondern eine Seelsorgeeinheit, die aus mehreren Pfarreien besteht, in denen die Mitarbeitenden nach einem gemeinsamen Konzept arbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Das Grundanliegen des Pastoralen Entwicklungsplans ist die Entwicklung einer Pastoral, die den Menschen unserer Zeit entgegen kommt. Von den im Bistum Basel vorgesehenen 103 Pastoralräumen sind bis heute 47 errichtet.