Rigi Anzeiger
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Einsprachen zum Oberfeld

Gestaltungsplan in Root löst Fragen aus

Zügige Gemeindeversammlung in Root. Zu Diskussionen Anlass gaben die Anzahl Geschosse, der Mehrverkehr wie auch der am Bach angrenzende Flankenbau des Gestaltungsplan Oberfeld. Erste Einsprachen laufen.

Franz Erni befürchtet, dass der durch die geplante Erschliessung entstehende Mehrverkehr auch Kinder, die gerne auf der Strasse spielen, gefährdet sind.

Franz Erni befürchtet, dass der durch die geplante Erschliessung entstehende Mehrverkehr auch Kinder, die gerne auf der Strasse spielen, gefährdet sind.

Im März 2013 wurden vier Architekturbüros zum Ideenwettbewerb für das Grundstück Nr. 1344 im Oberfeld in Root eingeladen. Dieses gehört zwei privaten Erbengemeinschaften sowie zu zwei Dritteln der Gemeinde. Im Mai vergangenen Jahres erhielt die Rooter Bevölkerung die Möglichkeit, das Siegerprojekt der GKS Architekten und Planer AG Luzern mit der Bezeichnung «An einem leisen Bach» zu besichtigen. «Rückmeldungen erhielten wir damals keine», sagt Gemeindeschreiber André Wespi. Das Projekt besteht aus einer Überbauung mit zehn Mehrfamilienhäusern und einem Flankenbau (insgesamt 97 Wohneinheiten) und bildet eine Fortsetzung der bereits bestehenden Häuser im Kalenbühl-Quartier. Der Gestaltungsplan liegt bis 26. Mai 2014 im Gemeindehaus zur Einsicht auf und wurde an der vergangenen Gemeindeversammlung in Root von Architekt Rolf Gmür vorgestellt mit zwei Erschliessungsvarianten: Die Weiterführung der bereits bestehenden Strasse am Kalenbühl und des Teilstückes oberhalb der letzten Häuserreihe, die entweder zu einer Art Spange zusammengeführt oder separat als sogenannte Stichstrasse mit einem Wendeplatz abgeschlossen werden sollen. Die Gebäude sind mittels vier Einstellhallen erschlossen. Ein Versammlungsteilnehmer wand ein, dass im ursprünglichen Wettbewerbsprogramm Einfamilienhäuser vorgesehen gewesen seien. Gemeindeammann James Sattler wies daraufhin, dass heute in der Schweiz aufgrund des neuen Raumplanungsgesetzes kaum mehr Einfamilienhäuser gebaut werden. Eine weitere Frage tauchte auch hinsichtlich des Flankenbaus auf, der – wie auch das zurzeit ausgesteckte Baugespann zeigt – nah am Ledibach zu stehen kommt.

Schwarz auf Weiss
Die Geschosshöhe, der Mehrverkehr und die Länge (84,5 Meter) des Flankenbaus sowie seine Nähe zum Bach bilden auch grösstenteils den Inhalt der ersten Einsprachen, die zum Gestaltungsplan bei der Gemeinde eingereicht wurden. Einer der Verfasser ist Franz Erni, Besitzer der Häuser am Kalenbühl 15a und 15b. Er sieht durch die Erschliessung auch Kinder gefährdet, die gerne auf der Strasse im Kalenbühl spielen. Er schlägt vor, das Quartier über die nordwestlich gelegene Zone für öffentliche Zwecke zu erschliessen. Erni kritisiert die Nähe des Baus zum Bach. Der Gestaltungsplan sieht einen Gewässerraum von 11 Metern vor. Das entspricht der neuen Eidgenössischen Gewässerschutzverordnung, wie den Unterlagen der Gemeinde entnommen werden kann. Eine Schwierigkeit liegt in der Geschosshöhe, denn der Gemeinderat wollte die 30000 Quadratmeter grosse Parzelle Nr. 1344, erstmals im Rahmen der Ortsplanungsrevision im 2001 einer W2-Zone zuordnen. Doch der Regierungsrat lehnte das damals mit der Begründung ab, dass Root noch genügend Bauland habe. «Es ist gut möglich, dass zu jenem Zeitpunkt die Rede von Einfamilienhäusern war», kommentierte André Wespi, der Einsicht in sämtliche Dokumente gab. Zehn Jahre später lag die regierungsrätliche Bewilligung zur Umzonung für das erwähnte Grundstück vor. In der Wettbewerbsausschreibung wurden die Wohnformen klar definiert, denn das Grundstück liegt in der W2 und W2-D-Wohnzone (D = dichtere Bauweise). Ferner war zu lesen: «Aufgrund der angrenzenden Bebauung ist eine Weiterführung der 3-geschossigen Bauweise sinnvoll und im Rahmen des Gestaltungsplanes zulässig.» «Wenn bei einem Haus in Hanglage das Untergeschoss zu einem Drittel im Boden ist, zählt das nicht als ganzes Geschoss», klärte André Wespi auf.

Der Gestaltungsplan Oberfeld; Der Flankenbau (Gelb umrahmt), die Erschliessung (hier in Spangenform ersichtlich) sowie die Geschosshöhe sind umstritten.

Der Gestaltungsplan Oberfeld; Der Flankenbau (Gelb umrahmt), die Erschliessung (hier in Spangenform ersichtlich) sowie die Geschosshöhe sind umstritten.

Macchi-Liegenschaft für neue Firma
An der Gemeindeversammlung wurde die Rechnung diskussionslos genehmigt. Sie schloss mit einem Aufwandüberschuss von 1,03 Millionen respektive um 460’000 Franken besser ab als budgetiert. Auch hiessen die Rooterinnen und Rooter den Sonderkredit von 825’000 Franken für die Sanierung der Perlenstrasse samt Bushaltestelle sowie die Erstellung einer Radverkehrsanlage im Bereich des neuen Verkehrsknotens Papierfabrik/Aldi gut. Zudem erhielten fünf Personen das Rooter Bürgerrecht. Im informativen Teil warb Heinz Schumacher für das 13’000 Quadratmeter grosse Grundstück am Oberfeld 15, auf dem zurzeit noch das Macchi-Gebäude steht: «Die Erschliessung und Lage sind für eine Firma hervorragend.» Wie inzwischen bekannt sind die gegen 200 Autos wie auch Ersatzteile verkauft worden. «Der Käufer hat jetzt Zeit, das Gebäude bis Ende Oktober zu räumen», äusserte Schumacher.