Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Einst umstritten und heute akzeptiert

Chinderhuus Weggis feiert sein 10jähriges Jubiläum

Kinder extern betreuen lassen? Das schien für etliche Weggiserinnen und Weggiser vorerst undenkbar. Mit Kampfgeist und Pioniertat wurde dann das regionale Chinderhuus Weggis eröffnet. Vergangenen Sonntag feierte das Haus und der gleichnamige Verein sein 10jähriges Jubiläum und offenbarte für die Zukunft ein neues Gebäude.

Chinderhuus5 Kopie

Scharenweise erschienen die Familien im Weggiser Pavillon zum Konzert «nid so schnell Wilhelm Tell» der beiden bekannten Musiker Linard Bardill und Bruno Brandenberger. Zu diesem hatte das 10jährige Chinderhuus Weggis geladen. «Sie machen das wunderbar. Ich habe schon viel von ihnen gehört», sagte im Vorfeld die Präsidentin des Trägervereins des Chinderhuus, Regula Michel. Sie hatte nicht Unrecht. «Ihr habt es verdient, dass heute schönes Wetter ist», meinte Gemeindepräsident Kaspar Widmer. Er erinnerte an jene Zeit, als die Idee eines Kinderhauses in Weggis nicht überall akzeptiert wurde. «Heute ist es ein fester Bestandteil von Weggis, Greppen und Vitznau. Es ist ein Haus, wo sich Kinder wohl fühlen,» fügte Widmer an. Zu den einstigen Initiantinnen des Chinderhuuses gehörte Susan Zurmühle, die bereits vor 30 Jahren als Pionierin der Kinderwerkstatt «s’Druckli» in Küssnacht galt. «Da war beispielsweise von Rabenmüttern die Rede, die ihre Kinder in die Obhut anderer Menschen gaben», erinnerte sie sich. Mit Bedauern nimmt sie zur Kenntnis, dass das Chinderhuus, das für sie eine Art Villa Kunterbunt darstellt, zu klein geworden ist. Geplant ist ein neues Gebäude. Eine Sanierung des 150jährigen Gebäudes kommt kaum mehr in Frage, ausser ein Liebhaber wendet dafür die nötigen Mittel auf. Der Blick ins Chinderhuus lässt manchen Besucher erstaunen. In verwinkelten und kleinen Räumen mit niedrigen Decken kümmern sich hier die Betreuerinnen um die Kinder. «Wir haben das Beste daraus gemacht», äusserte eine von ihnen.

Geflochten und geschminkt

Vom Pavillon bis zum Chinderhuus wurde das 10jährige-Jubiläum gefeiert. Nach dem Konzert, bei dem auch ein Kinderchor mitwirkte, lockte der Duft eines feinen Risottos. Ein paar Meter weiter entfernt durften Kinder im Sand nach Goldnuggets graben. Der achtjährige Joël Ettlin grub im Nu acht Stück aus. Beim Chinderhuus konnten sich die Kinder farbige Haarsträhnchen von der Spielgruppenleiterin Claudia Schai in ihr Haar einflechten lassen. Blaue wünschte sich die siebenjährige Mirjam Achermann aus Greppen. Susan Zurmühle schminkte am laufenden Band Schmetterlinge, Piraten-Augenbinden und andere Motive auf kindliche Gesichter. Derweil mancher Erwachsene sich Kaffee und Kuchen bei Sonnenschein gönnte.

Chinderhuus3
Linard Bardill hatte viele Autogrammwünsche auf T-Shirts zu erfüllen.

 

Chinderhuus6
Mirjam Achermann liess sich blaue Haarsträhnchen von Claudia Schai einflechten.

 

Chinderhuus4
Joël Ettlin auf der Suche nach Nuggets.

 

Chinderhuus1
Regula Michel freute sich über die grosse Besucherschar.