Rigi Anzeiger
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Einstige Wasch- und Brennhütte als Kunstraum etabliert

25 Jahre Benzeholz Meggen

2014 feiert das Benzeholz Raum für zeitgenössische Kunst Meggen das 25-Jahr-Jubiläum. Die Kunstinstitution «Benzeholz», früher auch Gemeindegalerie genannt, wird seit 1989 in einer ehemaligen Wasch- und Brennhütte direkt am See von der Gemeinde Meggen betrieben und blickt auf eine rege Ausstellungstätigkeit mit rund 150 Ausstellungen zurück.

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Anna Margrit Annen, Ohne Titel, Acryl auf Baumwolle, 200 x 180 cm

 

Das Benzeholz wird seit 1989 als Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst mit dem Fokus auf die Zentralschweiz betrieben. Das aktuelle Jahresprogramm steht denn auch ganz im Zeichen des 25-jährigen Jubiläums. «Mit dem Ausstellungsprogramm 2014 werfen wir zugleich einen Blick zurück und in die Zukunft. Den Auftakt dazu bietet die Künstlerin Anna Margrit Annen, die bereits zweimal im Benzeholz ausgestellt hat und so stellvertretend für viele andere Kunstschaffende Geschichte schreibt.» So Annamira Jochim, Kuratorin, über das Konzept zum Jubiläumsjahr.

Im Anschluss an die Eröffnungsausstellung findet zusammen mit dem Schloss Meggenhorn die Präsentation von Highlights der gemeindeeigenen Sammlung statt. Annamira Jochim: «Im Gegensatz zu den Ausstellungen, die kommen und wieder gehen, die im Moment ganz aktuell und publikumswirksam sind, zeichnet die Sammlung mit den in ihr zusammengeführten Kunstwerken Geschichte. Die geplante Jubiläumspublikation wird dem Flüchtigen ein Gesicht geben und die Konstanz des Ausstellungsbetriebes sowie des kulturellen Engagements der Gemeinde Meggen darlegen.»

Annina Nora Burkhalter und Allina Amayi Wittmer halten Sommerresidenz im Benzeholz und verwandeln den Kunstraum in einen kulinarischen Ort – ein Grotto am See. Bei den beiden Kunstschaffenden, die als Kunstgesellinnen A&A zu Fuss, mit Gefährt oder Boot durch die Landschaft ziehen, spielt die Verbindung von Leben und Kunst eine zentrale Rolle, weshalb diese Position auch als zukunftsweisende Praxis verstanden werden kann. Nach einer Ausstellung, welche die Landschaft und den Ort des Benzeholzes thematisiert, bildet die Parallelausstellung von Christian Herter und Diana Seeholzer den Abschluss des Jahres.

«si proche, si loin»

Die monografische Ausstellung «si proche, si loin» zeigt die Vielfalt im Schaffen der Luzerner Künstlerin Anna Margrit Annen. Das Dynamische der neuesten Werke ist eng mit zahlreichen Reisen und Studienaufenthalten der Künstlerin verbunden, die sie 2013 unter anderem nach Paris und Berlin unternommen hat. Das Medium des Reisenden ist die Zeichnung, da sich Stift und Papier überallhin leicht mitnehmen lassen. Die unterwegs entstandenen Filzstiftzeichnungen lassen den Weg und die Orte erahnen, ohne diese jedoch explizit zu benennen. Der einfache Strich suggeriert die Wiedergabe eines Weges, verläuft jenseits einer Heftseite weiter und zieht seine Bahnen über das Papier sowie scheinbar darüber hinaus. In ihrem Luzerner Atelier angekommen, fügen sich die einzelnen Stücke zu einem neuen Ganzen zusammen.

Mit diesem Schritt findet eine Wende in der Arbeit der Künstlerin statt, die schliesslich im Gegenzug zum handlichen Format der Zeichnung auch in grossformatigen Malereien Eingang findet. Mit Verbindungen, Zahlen und Knotenpunkten sucht die Künstlerin nach Ordnungen in ihren malerischen Systemen, macht aber zugleich auch deutlich, dass es kein fassbares Ordnungssystem gibt, sondern dieses einem immer wieder entgleitet.

Auch ihre Videos – im Benzeholz wird eine Gruppe zu sehen sein – dienen Anna Margrit Annen in erster Linie zum Erforschen ihrer Umgebung. Zum einen nimmt sie Bilder mit ihrer Videokamera durchs Fenster auf, zum anderen verdichtet sie exemplarische Situationen wie etwa das Würfeln. Das immer wiederkehrende Moment der Verdichtung und das Andeuten eines Weges zeigen sich in den Werken von Anna Margrit Annen auf je unterschiedliche Weise.

 

Anna Margrit Annen. 15. März – 13. April 2014
Freitag, 14. März, 18.30 Uhr, Vernissage
Sonntag, 30. März, 17.00 Uhr: Stimmorchester improvisiert in der Ausstellung