Rigi Anzeiger
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Enttäuschung bei Gemeinde und CKW

Nach dem Nein des Kantons zur Photovoltaikanlage in Inwil

20 Hektaren für eine Photovoltaikanlage auf dem Gebiet Schweissmatt in Inwil. Aus diesen CKW-Plänen wird wohl nichts. Der Kanton spricht sich gegen die notwendige Zonenplanänderung aus. Bei der CKW und der Gemeinde ist man enttäuscht.

Es wäre die grösste Solaranlage der Schweiz geworden. Die Freiflächenanlage hätte Strom aus erneuerbaren Energien für 2200 Haushalte geliefert und Forschungsarbeiten für das zukünftige intelligente Stromnetz (smart grid) ermöglicht. Das rund 20 Hektar grosse Stück Land im Gebiet Schweiss-matt gehört der CKW. Nun wird vorerst nichts aus dem Projekt. Das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement (BUWD) des Kantons Luzern spricht sich gegen die Zonenplanänderung für die von der CKW in der Gemeinde Inwil geplante Freiflächen-Photovoltaikanlage Schweissmatt aus. Das BUWD kommt in seinem Vorprüfungsbericht zum Schluss, dass die Anlage nicht den Vorgaben des kantonalen Richtplans 2009 entspricht und wenig übergeordnete öffentliche Interessen erkannt werden können. Für Photovoltaikanlagen soll das Potenzial auf bestehenden Bauten genutzt werden. So heisst es trocken in einer Medienmitteilung des Kantons.

In Inwil zeigt man sich ob des Berichts enttäuscht. Gemeinderat Fabian Peter: «Wir sind vom klaren Nein des Kantons überrascht. Wir hätten eher mit einem ‹Nein, aber› gerechnet.» Dass der Vorprüfungsbericht das geplante Projekt in dieser Deutlichkeit ablehne, erstaune.

Vorerst bleibt es bei der Fotomontage für das Gebiet «Schweissmatt».Bild zVg

Vorerst bleibt es bei der Fotomontage für das Gebiet «Schweissmatt».Bild zVg

Auch bei der CKW ist die Enttäuschung über den negativen Vorprüfungsentscheid gross: «Wir bedauern die ablehnende Haltung des Kantons Luzern gegenüber der geplanten Solar-Forschungsanlage in Inwil ausserordentlich», kommentiert Peter Suter, Leiter Neue Energien. CKW sehe in dem Projekt eine Chance für die Region, mit verhältnismässig günstig produziertem Solarstrom den mit zwei Prozent sehr tiefen Selbstversorgungsgrad des Kantons Luzern ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig zu erhöhen. «Mit dem einmaligen Solarkraftprojekt könnten wir die Energiewende proaktiv mitgestalten und wichtige Erkenntnisse für den künftigen Aus- und Umbau des Verteilnetzes gewinnen. Deshalb empfinden wir den Vorentscheid als verunsichernd und als Rückschlag für die Energiewende im Kanton Luzern.»

CKW will die Empfehlung und die entsprechenden Begründungen des BUWD nun im Detail prüfen und Gespräche mit der Standortgemeinde Inwil zum weiteren Vorgehen führen. Peter Suter: «CKW wird auf jeden Fall weiterhin ihre sieben geplanten Wind-, Wasser- und Solarkraft-Projekte im Kanton Luzern mit höchster Priorität vorantreiben.» Inwil ist eines davon.

Auch für die Gemeinde Inwil ist das Projekt noch nicht vom Tisch. Ob man das Verfahren allenfalls weiterziehen und das Projekt zu einer Volksabstimmung bringen will, ist für Fabian Peter noch völlig offen. «Wir wollen die Begründungen erst mal gemeinsam mit der Gesuchstellerin CKW analysieren und besprechen. Dann werden wir das weitere Vorgehen besprechen.» Vorerst sei lediglich der Fahrplan unterbrochen. Ein Plan B existiere in der Gemeinde aber nicht.