Rigi Anzeiger
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Er lebt seine Liebe zur Musik

Menschen im Gespräch, mit Manuel Imhof, Dirigent, Musikschulleiter und Posaunist aus Root.

Mit der ersten Liebe zu einem Musikinstrument ist es nichts geworden. Einen Kontrabass hatte sich der Primarschüler aus dem urnerischen Seedorf gewünscht. Entdeckt hat er ihn auf einem Instrumentenparcours. «Es fasziniert mich noch heute, wie man beispielsweise den Ton einer knarzigen Türe imitieren kann», sagt Manuel Imhof. Seiner Mutter behagte die Wahl ihres Sohnes nicht ganz. Das Transportproblem gab den Ausschlag und den Schwenker zur Posaune. Er blieb ihr während der Ausbildung im Konservatorium Luzern und bis heute treu. Aktuell leitet der 32-Jährige die Musikschule Neuenkirch, unterrichtet dort Schüler in Posaune und dirigiert die Brass Band Harmonie Neuenkirch.

Manuel Imhof ist beim Dirigieren in seinem Element. Bild Marlis Jungo

Manuel Imhof ist beim Dirigieren in seinem Element. Bild Marlis Jungo

Musiker mit Leib und Seele
Manuel Imhof wohnt aber noch immer im Rontal, wo er nach der Trennung der Eltern in Ebikon die Oberstufe besuchte. In Luzern schloss er an der Wirtschaftsmittelschule mit dem Handelsdiplom ab. Doch die Musik und dort eine Karriere stand immer im Fokus des jungen Urners. «Ich habe stets die Musikschule besucht, war im Militär bei den Musikern», bestätigt er seine Vorliebe. Für ihn sei Musik ein Teil der Kultur, ein Brückenschlag um Kontakt herzustellen. Seinen Lehrer am Konservatorium in Luzern und Chefdirigent des 21st Orchesters, Ludwig Wicki, bezeichnet er als sein grosses Vorbild.

Motivierend lehren
Und dieses innere Feuer sprüht im Gespräch mit Manuel Imhof. Wer selber ein Instrument spielt, in einem Chor mitsingt, weiss von was er spricht, wie es sich anfühlt. Loben steht beim Musiklehrer an erster Stelle. Wichtig sei, die aktuelle Leistung in den Vordergrund zu stellen. «Wenn ich den Schüler nicht ‹spüre›, keinen Zugang finde, kann ich ihn nicht unterrichten», sagt er. Aber auch, dass es Kinder schätzen, für eine halbe Stunde die Aufmerksamkeit einer erwachsenen Person zu haben. Als Dirigent ärgert ihn, wenn sich jemand keine Mühe gibt. «Es muss etwas gehen», so sein Anspruch beim Antritt der Stelle. Und «Es hat sich etwas getan», sein Fazit nach mindestens einem Jahr im Amt. Wobei er durchaus unterscheidet, ob nun der Musikverein die Stärkeklasse wechseln möchte oder ob sich eine Brass Band auf einen Wettbewerb vorbereitet. Denn Dorfvereine haben andere Aufgaben. Hier werden Leute mitgetragen, die dem Verein dienen, an allen Dorfkonzerten wie am Weissen Sonntag, bei Geburtstagsständchen, an Festen und oder beim Jahreskonzert mitziehen. Als «angefressen» bezeichnet Imhof hingegen die Musiker in den Brass Bands. Sie seien mit grossem Engagement und ebensolcher Übungsbereitschaft bei den Vorbereitungen dabei. Im November findet in Montreux ein weiteres Kräftemessen der Besten statt.

Nicht ganz ohne Kontrabass
Die erste Instrumentenliebe flackerte aber beim Jungmusiker nochmals auf. Aus einer Fasnachtsidee entstanden in Ebikon die «Hundsrüggen-Örgeler». Ueli Mattmann organisierte den Kontrabass für Manuel Imhof. Nach einer Stunde beim Musiklehrer und üben bis er Blasen an den Fingern hatte begleitete er die beiden Schwyzerörgeler am Kontrabass. Den grössten Auftritt am Luzerner Kantonalen Schwingfest werde er nie vergessen. Deren Besuche zählt er – nun schon längst ohne Instrument – zu seinen Hobbys.
Dazu kommt Wandern im Sommer: «Da muss ich mit Hilfe meiner Frau zu meinem Glück gezwungen werden!» Als treuer Fan seit Kindsbeinen wird winters kaum ein Eishockey-Match von Ambri-Piotta verpasst. Was für seine Frau Ramona, eine Rheintalerin, als bekennende Anhängerin von Davos jeweils nicht ganz einfach ist. Denn die ganze Familie Imhof steht hinter Ambri. «Allerdings gibt ihr der Tabellenstand meist Rückhalt», sagt Ehemann Manuel und schmunzelt dabei. Aktiven Sport betreibt er in der Lehrer-Fussballmannschaft Hildisrieden. Immer darauf achtend sich nicht zu verletzen. Damit das Wandern zusammen mit seiner Frau und das damit einhergehende Wohlgefühl nicht gefährdet wird.  Marlis Jungo
Unser nächster Gast in der Rubrik «Menschen» ist auf Wunsch von Manuel Imhof die Fussballerin Julia Pirker aus Weggis.