Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Erfolgreiche erste Betriebsjahre der Renergia

Perlen/Root: Seit Januar 2015 brennt das Feuer in der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia fast ununterbrochen. Die Idee der Projektinitianten, ein Kraftwerk zu bauen, das den Abfall als Brennstoff verwendet, hat sich in jeder Hinsicht bewährt.

Die Kehrichtverbrennungsanlage Renergia verbrennt nicht nur Abfall, sondern produziert so viel Strom, wie die Stadt Luzern in einem Jahr verbraucht. Bild zvg

Die Kehrichtverbrennungsanlage Renergia verbrennt nicht nur Abfall, sondern produziert so viel Strom, wie die Stadt Luzern in einem Jahr verbraucht. Bild zvg

pd./red. In den ersten drei Betriebsjahren wurden insgesamt fast 660 000 Tonnen Abfall verwertet. Diese Menge übertrifft alle Erwartungen. Auch die produzierten Energiemengen sind äusserst erfreulich. Die Perlen Papier AG bezog von 2015 bis 2017 rund 780 000 MWh Dampf, womit etwa 91 000 Tonnen Heizöl oder 900 000 Kubikmeter Erdgas eingespart werden konnten. Es wurden zudem 450 000 MWh Strom produziert, soviel wie die gesamte Stadt Luzern in einem Jahr verbraucht. Die Fernwärmelieferungen in die Gemeinden Root, Buchrain und Ebikon steigen von Jahr zu Jahr. Und schon ab dem kommenden Oktober werden auch die Gemeinde Emmen und die Stadt Luzern ans Fernwärmenetz angeschlossen sein. «Die hohen Anliefermengen haben uns alle etwas überrascht», gesteht Ruedi Kummer Geschäftsführer der Renergia Zentralschweiz AG, und ergänzt: «Vermutlich sind vor der Eröffnung der Renergia doch mehr brennbare Zentralschweizer Abfälle als angenommen in anderen Regionen der Schweiz entsorgt worden.» Ruedi Kummer glaubt, dass sich in Zukunft die Abfallmenge wohl nicht wesentlich reduzieren werde.

Im Gegenteil – der Trend zu kurzlebigen, billigen Produkten ist ungebrochen, egal ob es sich um Schuhe, Möbel, Spielzeuge oder andere Konsumgüter handelt. Rohstoffe und Energie sind billig, die Arbeit ist teuer und der Konsum ist hoch. All dies führt unweigerlich zu hohen Abfallmengen. In vielen Teilen der Welt landet der Abfall noch unbehandelt auf Deponien, die mancherorts aus allen Nähten platzen und zu schweren Umweltschäden führen können, da Abdichtungen gegen eine Freisetzung ins Wasser und die Luft grösstenteils fehlen. Die Schweiz hat hingegen eine hochentwickelte Infrastruktur zur stofflichen und thermischen Verwertung von Abfällen installiert, deren Umweltbelastung verglichen z.B. mit dem Strassen- und Flugverkehr, der Nahrungsmittelproduktion, etc. verschwindend klein ist.

Renergia als Vorbild
Das «Renergia-Konzept» findet weit über die Landesgrenzen hinaus Beachtung. Mehrere grosse Städte haben entschieden, Anlagen nach dem Vorbild der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia zu bauen. Auch der im Herbst 2015 eröffnete Besucherrundgang erfreut sich grosser Beliebtheit. Über 20 000 Personen haben seither die Reise ihres Abfallsackes durch die Anlage und die Umwandlung in Energie miterlebt. Ob Schülern ab der 5. Klasse, Vereinen oder Einzelpersonen, Renergia freut sich, den Besuchern den Prozess von Energie aus Abfall näher zu bringen. Der spannende Rundgang führt die Teilnehmenden von der Abfallanlieferung zum Kontrollraum und vom brennenden Feuer bis hin zur Turbine, welche für die Stromproduktion verantwortlich ist.
Weitere Informationen zum Besucherrundgang und die Online-Anmeldung finden interessierte Personen unter: www.renergia.ch/fuehrungen