Rigi Anzeiger
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Es stauen sich Verkehr und Unmut

Adligenswil: Die neue  30 km/h-Zone im Dorfkern lässt die Emotionen weiterhin hochgehen. Jetzt übt auch die örtliche SVP Kritik an der Zone und vor allem am Vorgehen des Gemeinderates.

«Die SVP Adligenswil kritisiert in aller Form das Vorgehen des Gemeinderates bezüglich der Verkehrsanordnung vom 11. August 2014, wonach auf einem Teil der Adligenswiler Dorfstrasse ‹… versuchsweise bis Ende September 2015 die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h festgelegt› wird», schreibt SVP-Vorstandsmitglied Felix Leyer in einer offiziellen Stellungnahme, der zwei Aufnahmen vom nächtlichen Stossverkehr auf besagtem Strassenabschnitt beigelegt sind. Er fragt sich, weshalb der Gemeinderat nicht vorgängig einen Augenschein bei vergleichbaren Strecken in anderen Gemeinden genommen und beispielsweise den Verkehr an der Rigistrasse in Dierikon beobachtet, wo mit ähnlichen Methoden eine Durchgangsstrasse behindert und blockiert wird. «Oder spricht der Gemeinderat von einer versuchsweisen Testphase, um seine wahren Absichten zu verschleiern?», fragt sich die SVP. Statt der vom Gemeinderat deklarierten Reduktion des Verkehrslärms, sei nun das Gegenteil eingetroffen. «Zu den Hauptverkehrszeiten ist ein unruhiger Verkehr mit unzähligen Beschleunigungs- und Bremsmanövern zu beobachten. Selbst die Nerven des öffentlichen Verkehrs werden dabei arg strapaziert, welche dann, wenn gar nichts mehr geht, mit den Fahrzeugen auf das Trottoir ausweichen. Und manchmal staut sich der Verkehr über zwei Kreisel hinweg bis zur Udligenswilerstrasse!», heisst es in der Stellungsnahme. Trotz der durch die Baustelle beim Druckereizentrum im Ortsteil Stuben reduzierte Anzahl Fahrzeuge würden sich schon heute Anwohner der 30er Zone über mehr Lärm, Abgase und eine erhöhte Unfallgefahr beklagen. «Es wäre ein Zeichen von Grösse und Stärke, wenn der Gemeinderat bereits jetzt die sogenannte Testphase beendet. Die Folgen sind bereits jetzt offensichtlich und dürften in Zukunft nur schlimmer werden», schliesst die Stellungsnahme.
Immer wieder erreichen die Redaktion auch geharnischte Leserbriefe zu diesem Thema. «Ich rate der Redaktion an einem Werktag vor dem Mittag, ca. 11.45 Uhr, oder am Abend um 17.30 Uhr, wenn das Postauto beim Rösslikreisel Richtung der Haltestelle Widspüel fährt, ein paar Fotos zu machen. Dank den Verengungen der Strasse; Verkehrschaos pur. Trotz allem unser Gemeindeammann bleibt stur», schreibt Sepp Geisseler aus Adligenswil.
Dieter Kutschera aus Adligenswil stellt dem Adligenswiler Gemeindeammann Markus Sigrist einige Fragen:
• Wird durch den Wegfall von Fussgängerstreifen die Sicherheit für die Kinder, die älteren Personen und die Mütter mit Kinderwagen erhöht?
• Wie stark wird die Aufmerksamkeit der motorisierten Verkehrsteilnehmer durch den Slalomparcours von den nicht vortrittsberechtigen Fussgängern abgelenkt?
• Was erzeugt mehr Lärm und Schadstoffe? Ein mit durchschnittlich 45 km/h dahinrollendes Fahrzeug oder ein Fahrzeug, dass mehrmals abgebremst und wieder beschleunigt werden muss?
• Was ist für die Velofahrer sicherer? Eine in einer gleichmässigen Richtung verlaufende Strasse oder ein Slalomparcours, der die Velofahrer mehrmals zwingt vor die nachfolgenden Autos auszuscheren?
Offizielle Antworten dazu liegen noch nicht vor.

Ein Hauch von Grossstadt: Adligenswil und seine 30 km/h-Zone by night.

Ein Hauch von Grossstadt: Adligenswil und seine 30 km/h-Zone by night.