Rigi Anzeiger
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«Es war ein schwieriges Objekt»

Der Feuerkommandant Martin Marfurt zum Brand in Ebikon

Das freistehende Einfamilienhaus mit den zwei Dachgiebeln bot einst einen schmucken Anblick. Davon blieb nach dem Brand nicht viel übrig. Die verschachtelte Holzbauweise stellte eine echte Herausforderung für die Feuerwehr dar.

Keiner war im Hause, als der Brand an der Sagenblickhöhe 7 ausbrach. Das Hausbesitzer-Ehepaar weilte in den Ferien. Der Sohn, der im unteren Hausbereich ein Büro betrieb, war an diesem Sonntagabend nicht vor Ort. Die Nachbarn waren es, die die Feuerwehr kurz vor 21 Uhr aufboten. Doch da stand ein Teil des Holzhauses mitten im dicht bebauten Eigenheim-Quartier bereits in Vollbrand. Leider genau jener Teil, der für die Feuerwehr am wenigsten gut erreichbar war. Nämlich der talseitige. Der Eingang des Hauses befindet sich auf gleicher Höhe wie die Strasse. Doch die Talseite ist bloss über eine Treppe erreichbar, die durch die Siedlung führt. Oder eben durch das Haus. Das ist der Weg, den die Feuerwehr gewählt hat. «Weil wir nicht wussten, ob jemand im Haus ist, haben wir uns vom Eingang her durch das Objekt gearbeitet. Mit einem zweiten Angriff von unten her, haben wir das Übergreifen des Brandes auf das Nachbarhaus verhindert», schildert Feuerwehrkommandant Martin Marfurt das taktische Vorgehen der insgesamt 70 Feuerwehrleute aus Ebikon-Dierikon, Buchrain und der Stadt Luzern.

Der rückseitige Teil des Hauses wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Der rückseitige Teil des Hauses wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Neun Stunden lang gelöscht

Das verwinkelt konstruierte Holzhaus mit nur wenigen Betonelementen habe zahlreiche schwer erreichbare Brand- und Glutnester enthalten. «Neben den vielen Winkeln gab es noch Zwischenböden, in denen sich das Feuer hartnäckig hielt», berichtet der Feuerwehrkommandant. Die Feuerwehren brauchten neun Stunden, um alle Brand- und Glutnester zu löschen. Dass das Haus vollständig ausgebrannt und eingestürzt sei, wie einige Medien etwas überstürzt vermeldeten, kann er nicht bestätigen. «Es sind im Verandabereich tatsächlich einige Elemente herabgestürzt. Und das Haus ist sicher schwer in Mitleidenschaft gezogen. Aber ob es sich um einen Totalschaden handelt, muss die Versicherung bestimmen», sagt er. Wie das Feuer in dem während des Brandausbruches unbewohnten Haus ausbrechen konnte, das versuchen nun die Branddetektive der Luzerner Polizei herauszufinden. Bis zu Redaktionsschluss hatten sie noch keine zündende Idee dazu.

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