Rigi Anzeiger
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«Fachklasse Grafik» soll weggespart werden

Luzern: Die vom Regierungsrat beabsichtigte Schliessung der Grafik-Schule wirft hohe Wellen und löst Unverständnis und Kopfschütteln aus.

Sind diese vier jungen Frauen (v.l.) Louise Schibli, Camille Ammann, Lily Nager und Dorotea Eichelberg vielleicht im letzten Jahrgang der Fachklasse Grafik? Noch fliegen sie der Zukunft entgegen in ihrem selbst bemalten Raum zum Arbeiten und Chillen in Meggen.

Sind diese vier jungen Frauen (v.l.) Louise Schibli, Camille Ammann, Lily Nager und Dorotea Eichelberg vielleicht im letzten Jahrgang der Fachklasse Grafik? Noch fliegen sie der Zukunft entgegen in ihrem selbst bemalten Raum zum Arbeiten und Chillen in Meggen.

In ihrer langen Geschichte haben zahlreiche später bekannte Künstler und Grafiker die Schule absolviert, unter ihnen Emil Steinberger, Max von Moos, Hans Erni, Luciano Castelli, Tino Steinemann, Hans-Rudolf Lutz – um nur einige wenige zu nennen. Auch heute ist die Schule mit herausragenden Namen der Grafiker-Szene verknüpft: Bekannte Gestalterinnen und Gestalter unterrichten die Fachklasse und bringen immer wieder herausragende Grafiker und Grafikerinnen hervor. Die von der Schliessung bedrohte Schule hat eine lange Tradition. Sie wurde vor 140 Jahren als Kunstgewerbeschule gegründet. Vorläuferin war die bereits 1783 vom Nidwaldner Maler Johann Melchior Wyrsch angeregte und 1784 eröffnete staatliche Zeichenschule.

Echte Alternativen sind gefordert
Die vom Regierungsrat angeführten Spargründe für die Schliessung der Schule seien nicht stichhaltig, sagt Melk Imboden, Präsident des Fördervereins Fachklasse Grafik «ffgrafik», und weiter erklört er «Bildung und vor allem Berufsbildung gehören zu den wichtigsten Ressourcen des in seiner Wirtschaftsstruktur eher schwachen Kantons Luzern. Er muss alles tun, um sein Reservoir an begabten Jugendlichen auszuschöpfen. Junge Menschen, die für ihre Berufsausbildung den Kanton verlassen müssen, gehen diesem oft für immer verloren.» Denn die Fachklasse Grafik gilt als eine Spitzenschule unter den Schweizer Grafiker-Schulen. Im Qualifikationsverfahren 2015 erreichten die Absolventen der Fachklasse Grafik den Spitzenplatz. Die Schule hat zudem einen ausgezeichneten Ruf, was ihre Innovationen im Bereich der Pädagogik und des Ausbildungsganges betrifft. Sie wird landesweit beachtet und nachgeahmt. Marlis Zimmermann, eine «Ehemalige» der Schule sagt es so: die Grafikbranche ist in einem stetigen Wandel. Vielleicht ist es sogar eine gute Idee, die Schule an der Rössligasse zu schliessen, aber nur, wenn ein mindestens gleichwertiger Ersatz geschaffen wird.

Rudolf Strahm solls richten
Sollte die Schule tatsächlich geschlossen werden gehen rund 100 Ausbildungs- und 45 Arbeitsplätze verloren. «ffgrafik» fordert den Kantonsrat auf, den Abbauplänen des Regierungsrates eine Abfuhr zu erteilen. ffgrafik hat für den 14. Oktober den bekannten Ökonomen und Bildungspolitiker Rudolf Strahm zu einer öffentlichen Veranstaltung eingeladen. Dort werden die Bildungsabbaupläne des Regierungsrates zweifellos ein wichtiges Thema sein. Da der Anlass mit unserem Redaktionsschluss zusammenfiel, werden wir später darüber berichten. Lesen Sie dazu auch die Kolumne auf Seite 3.

Text & Bild Felix von Wartburg