Rigi Anzeiger
Der Rigi Anzeiger ist die führende gratis Wochenzeitung für die Luzerner, Schwyzer und Zuger Regionen Rontal und Rigiland. Der Rigi Anzeiger erscheint seit über 50 Jahren in einem sehr interessanten Erscheinungsgebiet, einer WEMF-beglaubigte Auflage von 35 728 und wird jeden Freitag mit den regionalen News von der Post in alle Briefkästen im Einzugsgebiet verteilt.

Faszination von Wort und Bild

Meggen: Drei Kunstschaffende – Ines Marbacher, Francois Bucher, Hans Eggermann – geben in der Galerie Benzeholz Einblicke in ihre Welt, ihr Umfeld, ihre Erlebnisse. Sie zeigen Unbekanntes, Aussergewöhnliches, Vorstellung und Wirklichkeit.

Figurengruppe Familie. Bild Franco Marbacher

Figurengruppe Familie. Bild Franco Marbacher

Installation «Kamingespräche» (Dachgeschoss). Bild Franco Marbacher

Installation «Kamingespräche» (Dachgeschoss). Bild Franco Marbacher

jp. Die Ausstellung im Benzeholz, die von der Meggerin Ines Marbacher konzipiert und am letzten Freitag mit einer Vernissage eröffnet wurde, zeigt eine klare Gliederung.
Im Erdgeschoss begegnen wir 11 Fotografien von Hans Eggermann unter dem Titel «Heimkommen.» Sie zeigen seine Nachkommen im Licht der Vorfahren. Im ersten Stock gibt die Neon-Arbeit «le jardin du temps» von François Bucher dem Raum die Überschrift. Unter diesem leuchtenden Titel öffnet hier Ines Marbacher den Besucherinnen und Besuchern eine Welt von gesammelten Worten und Zeichnungen, die Umsetzung von Wichtigem in ihrem Leben in Form von Figuren-Gruppen. Im Dachgeschoss stehen sich mit der grösseren Installation «Kamingespräche» Vorstellung und Wirklichkeit gegenüber.
Ines Marbacher hat in einem Interview ihre Gedanken und Intentionen zur Ausstellung und zu ihrem künstlerischen Schaffen in Worte gefasst.
Ines Marbacher, Kultur, Kunst sind ein Teil Ihrer Biografie.
Seit meiner Kindheit sind Bücher ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, hatten wir doch zu Hause eine grosse Bibliothek mit vielen Klassikern, die uns zur Auswahl standen. Auch meine Eltern haben dauernd gelesen; denn wir hatten weder Radio noch Telefon, doch die drei Ausgaben der NZZ wurden alle Tage vom Vater gelesen, und meine Mutter las daneben die Manesse-Ausgaben…
Nach meinem Abschluss am Lehrerinnen-Seminar faszinierte mich die Sprache weiterhin. Dabei entdeckte ich, dass die Sprache das Tor zur Welt ist, dass Kommunikation mit einem Gegenüber neue Erkenntnisse bringt, dass das Festhalten von Erlebnissen einen Wert bekommt, dass das Einfangen von Worten wie ein Spiel ist und auch, dass man das flüchtige Wort mit einer Zeichnung und mit Farben noch einmal einfangen und verstärken kann.

Ines Marbacher. Bild Franco Marbacher

Ines Marbacher. Bild Franco Marbacher

Was treibt Sie zu Ihrem künstlerischen Schaffen an?
Es ist stets die Auseinandersetzung mit dem Unbekannten, das mich reizt, es zu verarbeiten. Reisetage zum Beispiel haben den Charakter des Aussergewöhnlichen. Da wird Neues erlebt und Gewohnheiten werden durchbrochen. Mit dem Schreiben wird es möglich, die Intensität solcher Tage einzufangen und zu bewahren. Es ist das Sammeln von flüchtigen Augenblicken, das mich interessiert und berührt. Das Schreiben kommt immer zuerst, später entsteht das bildnerische Gestalten.

Im ersten Stock der Galerie Benzeholz zeigen Sie Arbeiten unter dem Titel «Zeitstücke», die dem Besucher eine Welt von gesammelten Worten und Zeichnungen öffnet.
Die Neon-Arbeit von François Bucher gibt dem Raum die Überschrift. Als wir für ein Jahr auf Reisen waren, entstand die Bilderwand, in der Woche für Woche auf je einem Postkartenformat Text und Bild entstanden. Die 52 Karten begleiteten mich auf der Reise und entstanden vor Ort. Ein Zeiten-Fluss also durch das Jahr.
Später entstand daraus das handgebundene Reisetagebuch «Jenseits von Meggen».
Und so sind auch weitere Reisetagebücher entstanden, die im ersten Stock der Ausstellung zu sehen sind.
Die beiden Figuren-Gruppen «Hommage» und «meine Familie» sind die Umsetzung von etwas Wichtigem in meinem Leben. Als ich beim Aufräumen daheim im Elternhaus die Liebesbriefe meiner Eltern fand, wollte ich zuerst ein gebundenes Buch daraus machen, doch dann schien mir das zu «öffentlich» und ich verarbeitete sie als Unterlags-Fläche für meine Familienfiguren.
Mein Wissen um das Buchbinden holte ich mir an Kursen im Ballenberg. Wort und Text selber zu Büchern zu binden – eine herrliche und kreative Arbeit!

Im Dachgeschoss wird die Auseinandersetzung von Wort und Bild in einer grösseren Installation fortgesetzt.
Hier stehen sich Vorstellung und Wirklichkeit gegenüber. Das finde ich spannend. Hier die Vorstellung, wie etwas sein könnte und was alles am Kamin entstehen könnte – oder eben nicht sein könnte. Der Betrachter hat seine eigene Vorstellung von Kamingesprächen. Vielleicht ist es die Idee, endlich nach einem strengen Tag oder nach einer Reise wieder daheim zu sein und im Kamin ein Feuerchen zu entfachen und im gemütlichen Gespräch ein Glas Wein zu trinken… oder ist das Ganze nur eine Täuschung? Stellen wir uns unter Wörtern etwas vor, wie es sein sollte und dann doch nicht ist? Was bedeuten also Wörter für uns? Was bedeuten Worte für andere, was für mich? Sind Worte Täuschung oder Vorstellungen? Man könnte beliebig viele Wörter in Installationen umsetzen und darüber weiter philosophieren…

Wohin geht die Reise?
Es werden immer wieder «Augenblicke» gesammelt werden und ich hoffe, dass das Glück auf seinem Weg auch weiterhin bei mir ab und zu anklopft… dann werde ich es einsammeln, bearbeiten und archivieren!

Öffnungszeiten:
Do/Sa/So: 14.00 – 18.00 Uhr
Die Ausstellung dauert bis zum 11. Februar
Sonntag, 29. Januar, 17Uhr: Lesung aus Reisetagebüchern von Ines Marbacher. Cello: J. u. M. Eichenberger Haselbach

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