Rigi Anzeiger
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FDP Dierikon kritisiert Führungsmodell

Dierikon: In ihrem jüngsten «Newsletter» lädt die FDP.Die Liberalen Dierikon die Bevölkerung zur Mitsprache auf. Sie schlägt mit dem Thema «Führungsmodell 2016» gleich selber den ersten Pflock ein.

«Es ist die Rede von kurzen Wegen und Synergien, wenn der administrative Vollzug selber erledigt wird. Mit der Auslagerung vom Bauamt / Sozialamt werden diese kurzen Wege geradezu gekappt und man schafft dadurch eine strategische und administrative Trennung (wie bspw. das CEO-Modell), die ja gerade nicht gewollt ist und gemäss Gemeinderat ineffizient sei. Durch dieses Vorgehen werden keine Synergien geschaffen, sondern Verwaltungskosten erhöht (Bsp. KESB).»
«Zudem ist der FDP bekannt, dass die Buchhaltung, welche bis anhin zum Pflichtenheft des Gemeindeammannes gehörte, extern vergeben worden ist. Trotz Auslagerung von Aufgaben wird das Pensum der Gemeindeamtsfrau im 2016 von 57% auf 78% erhöht. Weniger Aufgaben, falls die Buchhaltung ausgelagert bleibt und ein Drittel höheres Pensum – wie soll das dem Steuerzahler plausibel erklärt werden?»
«Ebenfalls unterschlagen wurde im Dieriker Info der Fakt, dass die Stellenprozente des Gesamtgemeinderates auf 172% erhöht werden und die Saläre gleichzeitig eine Steigerung erfahren werden. Die FDP ist der Meinung, dass die Anzahl Gemeinderäte reduziert werden sollte verbunden mit einer Pensenreduktion. Die akute Personalnot bei der Rekrutierung der Gemeinderäte bleibt also weiterhin bestehen.»
«Insgesamt löst sich das Argument von Synergien – gemeinhin mit tieferen Kosten assoziiert – in Luft auf, weil die vom Gemeinderat entschiedene Variante tatsächlich mit höheren Kosten verbunden ist. Einmal mehr hat es der Gemeinderat unterlassen, reinen Wein einzuschenken und eine transparente Informationspolitik zu verfolgen.»
«Diese rückwärtsgewandte, reformresistente Haltung des Gemeinderates, welche auf prähistorische Führungsstrukturen und Pensen abstützt, befeuert ironischerweise die vom Gemeinderat so vehement bekämpfte Gemeindefusion aufs Neue – unfreiwillig!»

dierikon gemeindehaus

Der Gemeinderat nimmt Stellung

1. Zur Auslagerung von Bauamt und Sozialamt

Die Ansprüche per Gesetz im Bauwesen und Sozialwesen werden immer höher. Es braucht professionelle Begleitung für gewisse Bereiche. Das Bauamt Dierikon nimmt weiterhin sämtliche Baugesuche entgegen und entscheidet im Einzelfall für eine Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro. Die Kosten werden auch künftig an die Gesuchsteller weiterverrechnet. Es entstehen also keine weiteren Kosten für die Gemeinde. Das Bauamt Dierikon wird nicht vollständig ausgelagert sondern es erfolgt bei komplexen Baugesuchen eine Zusammenarbeit mit Fachspezialisten.

Die Anzahl der laufenden Fälle im Sozialwesen steigt fortdauernd an und sie werden immer komplexer. Dies entspricht einem schweizweiten Trend. Es braucht ein breites und fundiertes Fachwissen. Damit dieser Herausforderung begegnet werden kann, ist per Mitte 2016 die Auslagerung des Sozialdienstes geplant, so wie es die FDP in früheren Schreiben verlangte: Outsourcing der operativen Tätigkeiten.

2. Zur Auslagerung der Buchhaltung

Am 1. Juni hat eine neue Gemeinderätin das Ressort Finanzen übernommen. Am 7. Juni wurde Dierikon von einem Unwetter überrascht, welches viel Zerstörung und viel zusätzliche Arbeit mit sich brachte. Die neue Gemeinderätin ist nebst den Finanzen auch für Strassen und Gewässer zuständig. Im Normalfall bearbeitet ein Gemeinderat ein Projekt pro Jahr. Zur Zeit liegen drei Bachsanierungen, eine Wiederinstandstellung, ein Brückenneubau und eine Strassenrenovation an. Deshalb hat man eine Lösung zur Entlastung gesucht. Vorübergehend ist die Verbuchung im FIBU-System sowie das Zahlungssystem auswärts vergeben. Es wurde aber nicht die ganze Buchhaltung ausgelagert, lediglich diese beiden Arbeiten. Das Pensum des betroffenen Mitglieds des Gemeinderates wurde nicht erhöht und die vergebenen Aufgaben sind befristet.

3. Zu den Stellenprozenten und Salären

Dies sind bisher vertrauliche Verhandlungen und Informationen. Deshalb möchte sich der Gemeinderat zum jetzigen Zeitpunkt dazu nicht äussern. Dass diese Informationen im FDP Newsletter an die Bevölkerung gelangten ist hoffentlich ein Versehen. Zudem sind die Informationen unvollständig. Der Gemeinderat wird die Bevölkerung in der «Botschaft» zur Gemeindeversammlung über vorgesehene Anpassungen informieren. Tatsache ist, dass der Gemeinderat jahrelang sehr viel mehr Aufwand betrieben hat als er Lohn bezog. Bezüglich Saläranpassungen: Mit den drei Wechseln im Gemeinderat 2015 wurden in den betreffenden Ressorts die Saläre nach unten angepasst.

4. Zum Vorwurf «rückwärtsgewandte, reformresistente, prähistorische Führungsstrukturen»

Das sind Kraftausdrücke. Kraftausdrücke sind Emotionen. Diese stehen der Parteipolitik zu, nicht aber dem Gemeinderat als Kollegialbehörde.