Rigi Anzeiger
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Finanzen, Abfall, Feuerwehr und Bye-bye

Gut besuchte Orientierungsversammlung in Ebikon

Die gut besuchte Orientierungsversammlung in Ebikon stellte dem Ebikoner Gemeinderat ein gutes Zeugnis aus. Alle Traktanden rund um die Themenkreise Finanzen, Abfallkonzept oder Feuerwehrfusion wurden ohne Wortmeldungen entgegengenommen. Viel Applaus gab es bei der Verabschiedung von Josef Burri.

An der Orientierungsversammlung vom Montag stellte der Gemeinderat Ebikon seine Botschaft zur Urnenabstimmung vom 25. November 2012 vor. Erstmals kam es am Ende der Veranstaltung zu einer Verabschiedungszeremonie für scheidende Behördenmitglieder. Die prominenteste Person – oder besser gesagt Persönlichkeit – war dabei der vorherige Gemeindepräsident Josef Burri.

Der seit zwei Monaten amtierende Gemeindepräsident Daniel Gasser eröffnete eine gut besuchte Orientierungsversammlung. Gasser erinnerte das Publikum daran, dass Fragen, Anregungen oder Kritik angebracht werden könnten, dass diese aber nur konsultativen Charakter hätten. Bei allen Traktanden meldete sich niemand zu Wort.

Gemeinderat Herbert Lustenberger, Leiter des Ressorts Finanzen, stellte den Bericht zum Voranschlag 2013 mit verhaltenem Optimismus vor. Er erwähnte, dass die Gemeinde wegen drei Steuergesetzrevisionen 7Millionen Franken Mindereinnahmen habe verkraften müssen. Zur Illustration zeigte er auf der Leinwand einen wunderschönen Aprikosenkuchen, aus dem ein grosses Stück (ein Fünftel) herausgeschnitten war. Der Steuerfuss solle aber bei 1.90 Einheiten verbleiben. Die Gemeinde rechne weiterhin mit einem anhaltenden Bevölkerungswachstum und einer Zunahme der über 80-Jährigen, sagte Lustenberger.

Das vom Bund verordnete neue Kindes- und Erwachsenenschutz-Gesetz verursacht der Gemeinde jährliche Mehrkosten von 400000 Franken. Trotz leicht sinkenden Schülerzahlen verursachen die Schulen in Zukunft Mehrkosten, dies wegen dem zweijährigen Kindergarten und der integrierten Förderung. Zudem müssten vier neue Kindergärten gebaut werden. Lustenberger hatte aber auch erfreuliches zu berichten. Die Schulden gingen kontinuierlich leicht zurück und die Gemeinde habe ein Eigenkapital von 9,5 Mio. Franken äufnen können. Trotzdem werde es mittelfristig nicht möglich sein, alle notwendigen Investitionen aus der eigenen Kasse zu finanzieren; allein der Umbau des Pflegeheimes Känzeli koste 9,7 Mio. Franken. Er sagte dies so, als sässen potentielle Sponsoren im Saal. «Wir gehen von einer anhaltend stabilen Wirtschaftslage aus», erklärte der Finanzvorstand. Dafür hatte er auch Erklärungen: «Die Zahl der Arbeitslosen ist in Ebikon trotz Wirtschaftskrise laufend zurückgegangen und das Steuersubstrat wird bereits ab nächstem Jahr wieder leicht anwachsen.» Als weitere ausserordentliche Bauvorhaben stehen der Gemeindehausplatz an und die finanzielle Beteiligung am Projekt der Ruderer am Rotsee.

Von links: Josef Burri, Daniel Gasser, Peter Schärli, Herbert Lustenberger, Ruedi Kaufmann und Pia Maria Brugger.

 

Stützpunkt-Feuerwehr Ebikon?

Seit längerer Zeit laufen Verhandlungen für eine Zusammenlegung der Feuerwehren von Ebikon, Gisikon, Root und Honau. Sie seien zäh und begleitet von Widerständen und Verlustängsten, war an der Orientierungsversammlung zu hören. Ziel des Gemeinderates Ebikon ist, die Realisierung dieser Pläne auf den 1. Januar 2014 möglich zu machen. Was die Gemeindeordnung anbelange, seien immer wieder Gerüchte im Umlauf. Mit einer Bevölkerungsbefragung im Januar will die Gemeindebehörde konkrete Antworten und Wünsche sammeln.

 

Abfall und Abwasser

Bereits ab nächster Woche startet in Ebikon eine neue Güsel-Ära. Die neuen Kehricht-Sammelfahrzeuge sind nun blau, ganz real. Zudem sollen alle Oeki-Höfe der Region standardisiert und benutzerfreundlich gemacht werden. Neu ist auch, dass die Bewohner der Region ihren Abfall in jedem Oeki-Hof entsorgen können. Gemeinderat Peter Schärli, Ressortleiter Bau, orientierte über das am 25. November zur Abstimmung gelangende Wasserversorgungs- und Siedlungsentwässerungsreglement. Diese beiden Reglemente würden mit den neuen Umweltschutzgesetzen zwingend, sagte Schärli. So werde neu klar nach dem Verursacherprinzip und nach logischem Verteilschlüssel gerechnet. Erstaunt nahm die Versammlung zur Kenntnis, dass nur 25 Prozent der Kanalisationsleitungen in Gemeindebesitz seien und 75 Prozent Privaten oder Firmen gehörten. Trotzdem wolle die Gemeinde – aus Sicherheitsgründen – so rasch als möglich den Unterhalt und die Kontrolle über die privaten Abwasseranlagen – nicht aber deren Eigentum – übernehmen.

Als Novum bezeichnete der Gemeindepräsident die öffentliche Verabschiedung von Behördenmitgliedern. Sein Vorgänger, Josef Burri, hielt eine rührende Abschiedsrede, gespickt mit humorvollen Anekdoten und Erinnerungen. Er und alle anderen Verabschiedeten erhielten das druckfrische Buch «Ortsbuch Ebikon 2012» geschenkt.

Verabschiedet aus den Behörden wurden:
Aus der Controlling-Kommission: Eugen Lustenberger, Philipp Portmann und André Mühltaler.
Aus der Bürgerrechts-Kommission: Christine Reusser, Elsbeth Meier-Schmidli, Jörg Zurkirchen und Daniela Fähndrich-Erni.
Aus dem Urnenbüro: Anton Bitzi, Oliver Bründler, Lisbeth Christen (41 Jahre), Nicole Fuchs, Brigitte Ryser, Elsbeth Meier-Schmidli (36 Jahre), Rita Saier Müller, Karl Sigrist, Vreni Schmocker, Lydia Schumacher und Donata Müller.
Aus der Bildungs-Kommission: Marlise Wespi.
Aus der Planungs-, Umwelt- und Energie-Kommission: Helmut Agustoni, Stefan Schönenberger und Reto Zibung.
Aus der Baukommission: Hans-Ueli Bächi.